Fernsehen

Til Schweiger hat Schlag bei Twitter und Facebook

Til Schweiger und die sozialen Medien werden keine Freude mehr. Nach dem Quotentiefschlag (die zweite Folge hatte noch weniger Zuschauer als die erste) haben die Schweinigeleien wieder an Fahrt gewonnen.

Die Kritik an den Action-Krimis, die unsinnigerweise „Tatort“ heißen und an denen Schweiger beteiligt war, ist meines Erachtens berechtigt. Die Gehässigkeiten und Spitzfindigkeiten, mit denen sich der Schauspieler und Regisseur konfrontiert sieht, sind es meiner Meinung nach jedoch nicht. Nur ist es, wie längst alle gelernt haben sollten, ein sinnloses Unterfangen, den von Schweiger selbst mit angefachten Kleinkrieg beenden zu wollen. Das schafft keiner, nicht mal Nick Tschiller.

Es passt einfach nicht. Im ZDF lief gestern zur gleichen Sendezeit „Der Bergdoktor“. Das Bergidyll sahen insgesamt 7,04 Mio. Zuschauer, den Tatort 7,69 Mio. Schweiger ist erfolgsverwöhnt und augenscheinlich hat er Probleme damit, nicht mehr an die ersten Erfolge anknüpfen zu können.

Persönlich war ich überrascht, dass insbesondere die Quote der gestrigen Folge noch einmal schlechter war als die vom Neujahrstag.  Durch die Traumschiff-Konkurrenz am Neujahrsabend und den ungewöhnlichen Sendetermin war die schon als schlecht bewertete Quote erklärbar. Der neue Tiefpunkt von gestern ist damit nicht zu begründen.

Ich denke, die Leute hatten nach der Gewaltorgie vom Neujahrsabend die Nase voll. Es mag sein, dass beide Filme internationalen Maßstäben des Action-Genres standhalten können. Die Zuschauer haben an ihren Tatort offenbar aber andere Erwartungen.

Diese Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die schlechte Quote ist das Ergebnis, mit dem auch viele andere TV- oder Film-Schaffende klar kommen müssen. Til Schweiger ist bestimmt professionell genug, um diese einfache Wahrheit seines Geschäfts verstanden zu haben.

Meines Erachtens ist der Misserfolg auch nicht der Grund dafür, dass Til Schweiger „wieder mal ausgerastet ist“, wie es im Internet heute zu lesen ist. Er ist zur Zielscheibe für all diejenigen avanciert, die sich einen Spaß daraus machen, nach Herzenslust zu pöbeln und dumm-blöde Witzchen über ihn zu machen. In der Twitter-Timeline überschlagen sich die mehr oder weniger geistlosen 140-Zeichen-Meldungen. Scheinbar will keiner zurückstehen. Wenn nicht der Till dann kriegt eben Helenchen eins mit.

Nee! Schön ist das alles nicht. Aber offenbar finden diese Leute das ungeheuer witzig und kreativ. Til Schweiger sollte seine Accounts bei den sozialen Netzwerken meiden. Er hat doch bestimmt Leute, die für ihn die PR-Arbeit machen können. Die können das im Zweifel besser.

Kleine Auswahl von Tweets, die … na ja – es gab gemeinere (wohl auch bei FB)