Foto von: Gueorgui Tcherednitchenko - CC BY-NC-SA 2.0

Mit kulturellen und religiösen Unterschieden einen Krieg begründen

Gideon Böss‘ Artikel „Solidarität mit Gotteskriegern und der Mafia“ hat viel Zustimmung gefunden. Mir gefällt sein Beitrag zur Lage in der Krisenregion allerdings überhaupt nicht!

Allerdings muss ich nach einiger Überlegung zugeben, dass ich gegen die von Böss vorgetragenen Unterschiede zwischen Israel und einem möglichen Palästinenserstaat kaum etwas einwenden kann. Es stimmt einfach, Israel ist ein liberaler, demokratischer Rechtsstaat. Und dieser sollte uns schon deshalb viel näher stehen, als die von Böss angesprochenen „Betaversionen“ eines künftigen palästinensischen Staates.

Rezension des Buches: Hamas und Muslimbruderschaft im Vergleich LINK Hamas und Muslimbruderschaft im Vergleich | hpd

Wie würde ein palästinensischer Staat funktionieren?  Wäre er so, wie Böss ihn beschreibt? Würden Frauen unterdrückt, Homosexuelle und Andersgläubige verfolgt und vielleicht sogar getötet?

Ich weiß zu wenig über die Programmatik der Hamas. Experten ordnen sie wie die Muslimbrüdern als „Reform-Islamisten“ ein. Die Menschen in Ägypten haben mit den Muslimbrüdern aber andere Erfahrungen gemacht, und ich kann mir vorstellen, was passieren kann, wenn ich die Entwicklung im arabischen Raum ansehe (ISIS).

1.) Wie wahrscheinlich wäre es, dass ein islamischer Gottesstaat in einem Palästinenserstaat errichtet würde?

2.) Und was bedeutet das für Israel?

3.) Wie lässt sich diese Vorstellung mit einem Plädoyer gegen die israelischen Militäraktionen gegen die Bevölkerung in Einklang bringen?

In Gaza haben die Menschen die Hamas gewählt. Die Partei erhielt bei den Parlamentswahlen im Jahre 2006 eine absolute Mehrheit. 

Ich habe Böss unterstellt, dass er mit seiner fast brutal wirkenden Aufzählung den Krieg der Israelis gegen die palästinensische Bevölkerung sozusagen rechtfertigen wollte. Das hat er nicht getan. Ich habe es in seinen Text hineingelesen. Und das wird vielleicht vielen passieren, die jeden Krieg von Herzen ablehnen.

Tja, wenn es schon keine (direkten) Kommentare gibt, muss ich sie halt einbetten :-)

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Über den Autor

Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Da habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin 63 Jahre alt und lebe in einem kleinen Ort, nicht weit von Köln entfernt. Meine Hauptthemen hier im Blog sind Gesellschaft, Politik und Medien.

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