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Enzensberger verliert sich in der „digitalen Welt“

Was passiert, wenn ein bedeutender deutscher Intellektueller sich kritisch zur „digitalen Welt“ äußert:

Für Leute, die keine Nerds, Hacker oder Kryptographen sind und die Besseres zu tun haben, als sich stündlich mit den Fallgruben der Digitalisierung zu befassen, gibt es zehn einfache Regeln, wie sie sich ihrer Ausbeutung und Überwachung widersetzen können: LINK
Enzensbergers Regeln für die digitale Welt: Wehrt Euch! – Debatten – FAZ

Ach, ich hätte noch sagen sollen, dass der Mann etwas älter ist. Geboren wurde Hans Magnus Enzensberger im November 1929.

Damit ist die Reaktion des geneigten Publikums natürlich klar, bevor die 10 Thesen Enzensberger zur Umgehung gewisser negativer Begleiterscheinungen in der schönen neuen Welt, überhaupt veröffentlicht waren. Dabei war es, wie sich nachher herausstellen sollte, ein satirischer Beitrag. Jedenfalls war er als solcher gemeint. Schirrmacher twitterte ein wenig konsterniert, dass Satire auf digitalen Endgeräten wohl nicht richtig käme.

Ich muss doch mal etwas ausholen, wenn Hans Magnus #Enzensberger gegen die Digitalisierung der Gesellschaft rantet. Denn er wird, und das ist eine Bankrotterklärung für einen politischen Intellektuellen wie ihn, in letzter Konsequenz unpolitisch. LINK
Jürgen Kuri – Google+ – Ich muss doch mal etwas ausholen, wenn Hans Magnus…

Jürgen, mach es wie ich und sag dir: „Im Alter werden die Menschen eben wunderlich.“ :)? LINK
Jürgen Kuri – Google+ – Ich muss doch mal etwas ausholen, wenn Hans Magnus…

Enzensberger hat eine gute Gelegenheit verpasst zu schweigen.? LINK
Peter Glaser – Google+

Ja, das Ding von Enzensberger liest sich im ersten Moment, als sei Karl Kraus kurz mal durchs 21. Jahrhundert gehüpft. Ja, da steht auch provokativer Quatsch drin, der knapp am Trollen vorbeischrammt, aber es ist ja auch nicht das erste Mal, dass er zu diesem Stilmittel greift. Und so ganz unrecht hat er auch nicht. Dafür muss man seinen empörten “Der will mir mein Handy wegnehmen” Blick vielleicht für einen Moment mal erheben und selbigen über den Tellerrand schweben lassen. Dazu gehört auch die Frage, aus welchem gedanklichen Umfeld so Überlegungen kommen könnten, immerhin ist Enzensberger ja kein weltfremder Vollidiot. LINK
Enzensberger und die Weltrevolution | Irgendwas ist ja immer – Reloaded

 

 

 

 

Ein weitaus differenzierteres Meinungsbild findet sich in den Leserbriefen zum FAZ-Artikel.

Und hier noch der Chef:

 

Foto von: Oliver WunderCC BY-NC-SA 2.0