Hat man heute noch eine Lieblingsserie im TV?

Raumschiff Orion

Es ist diesmal kein direktes Bloggerthema, das Martin für den aktuellen Webmasterfriday ausgewählt hat. Wir sollen uns outen. Welche ist oder war unsere liebste TV-Serie? Wenn ich mir meine Liste so anschaue, gehen mir zwei Gedanken durch den Kopf:

1.) Unter den heutigen TV-Serien finde ich nichts, was mich ansprechen würde. Eine Ausnahme gibt es. Aber die verrate ich nicht (Soap-Alarm).
2.) Mit einer Ausnahme sind die nachfolgenden Serien durch die Bank ausländische Produkten. Wahrscheinlich ist das kein Zufall oder vielleicht auch der Nachweis mangelnder Qualität des deutschen Angebotes.

Vor vielen Jahren war es nicht selten so, dass am Tag nach der Sendung einer Serienfolge im Büro heftig darüber diskutiert wurde. Auch das ist heute ganz anders. Einmal deshalb, weil die damaligen Einschaltquoten von keiner der heutigen Serien mehr erreichbar sind. Die Zuschauer verteilen sich anhand des Überangebotes auf Dutzende von TV-Programmen. Wenn überhaupt erfolgen die Zuschauerreaktionen in Echtzeit über die sozialen Netzwerke. Lob kommt eigentlich überhaupt nicht vor. Wenn allerdings irgendwas daneben war oder besonders schlecht, dann wird auf Teufel komm raus geschimpft und auch gehetzt. Wir kennen das alle.

Nach reiflicher Überlegung komme ich auf insgesamt 12 Serien, die ich im Laufe meines bisherigen Lebens gern und regelmäßig geguckt habe. Keine dieser Serien läuft aktuell mehr im Fernsehen. Vermutlich stimmt das nicht, weil sie ja ständig in verschiedenen Programmen wiederholt werden. Vielleicht von wenigen Ausnahmen abgesehen.

http://youtu.be/FGcIy76N9sY
Raumpatrouille Orion

http://youtu.be/9o-t1LlMFGY
Die Zwei


Bezaubernde Jeannie – Barbara Eden & Larry Hagman 1960er Kult TV

http://youtu.be/fR1Pd0QS6l8
Mini-Max – Die Abenteuer des Maxwell Smart


Für alle Fälle Fitz


Dallas


Die Straßen von San Francisco


Miami Vice

http://youtu.be/5V6d4OZXJ6k
Kojak


Magnum


Mit Schirme Charme und Melone


Raumschiff Enterprise

http://youtu.be/mtO61hehaUw
Bonanza

Darf der das? Jim Knopf war seit dem Schwarz-Weiß-Fernsehen immer ein Schwarzer

Das Gefühl hat sich in diesem Jahr bei mir verfestigt, dass das Internet zur Entwicklung unserer Demokratie – entgegen anderslautender Annahmen – wohl doch keinen guten Beitrag leisten wird. Oder sind die Aktionen gegen Sexismus und heute gegen den neuen Rassismus á la „Wetten dass…?“ nicht ein Beleg dafür, dass da manches in die falsche Richtung läuft? Oh, ich meine nicht die Tatsache an sich, dass wichtige Themen besetzt und diskutiert werden. Das Wie ist es, was mich abstößt und Gaucks Meinung (ja genau, unserem Bundespräsidenten) zuneigen lässt.

Der hatte einmal (er war nicht einmal oder vielleicht gerade Präsident geworden) von Risiken für unsere Demokratie gesprochen, die durch das Internet entstehen könnten. Dann waren sie über ihn hergefallen. Es bildeten sich die inzwischen üblichen Hyänenrudel, die sich brutal und in ihrer unduldsamen Art geradezu unwiderstehlich Gehör verschafften.

Tja, und nun tun sie es wieder – oder versuchen es zumindest. Ziel ist wieder mal „Wetten dass…?“. Diesmal ist das Ziel nicht die langweilige Sendung oder ihr glückloser Moderator Markus Lanz, selbst, sondern die so genannte Saalwette. Jim Knopf war in der etwas längeren Geschichte der Augsburger Puppenkiste immer ein Schwarzer. Das kann jetzt so nicht mehr bleiben – meint der Mob im Internet. Schade, dann muss ich Jim Knopf halt irgendwie weiß anmalen, weil er in meinem Kopf ein Schwarzer bleiben wird. Denn ich habe die Schwarz-Weiß-Sendung damals in den 60er Jahren immer furchtbar gerne geguckt und sie deshalb bis heute nie vergessen.

Jeder hat sein „schwarzes Zimmer“

Es gibt viele Filme, gerade auch us-amerikanische, die sich sehr kritisch mit der Todesstrafe auseinandergesetzt haben. Einer der ganz wenigen Filme zu diesem Thema, die ich sicher nicht vergessen werde, ist der nach Truman Capotes gleichnamiger Romanvorlage gedrehte Film „Kaltblütig“.

Zwei junge Männer, von denen der eine bereits wegen Totschlags vorbestraft ist, überfallen die Farm einer Familie und töten die Eltern und ihre beiden Kinder. Der 1967 gedrehte Film beruht auf einer wahren Begebenheit.

In der Anfangsphase des Films positioniert sich der Zuschauer eindeutig. Die Täter werden gefasst und folgerichtig zum Tode verurteilt. Dem eigenen Gerechtigkeitsempfinden ist Genüge getan. Zwischen dem Urteil und der Verhängung des Todesurteils vergehen Jahre. Es ist sehr erstaunlich, wie sich während dieser Zeit (der Film dauert ungefähr 2 Stunden) die eigene Haltung gegenüber den Tätern wandelt. Trotz der grauenhaften und brutalen Taten hatte ich Mitleid mit den Tätern und die vollstreckte Todesstrafe als unangemessen empfunden. „Jeder hat sein „schwarzes Zimmer““ weiterlesen