Wolfgang Herles korrigiert seine Behauptungen – aber das interessiert die ARD/ZDF-Hasser überhaupt nicht

Stefan Winterbauer berichtet bei Meedia, dass Wolfgang Herles Schaden angerichtet habe. Und wem soll Herles Schaden zugefügt haben? Nach Herles Ansage im Medienquartett des Deutschlandfunks fühlen sich all die in ihrer Haltung bestätigt, die immer schon wussten, dass wir von den öffentlich-rechtlichen Sendern hinter die Fichte geführt werden.

Lassen wir mal einen Moment beiseite, dass die Art und Weise, in der sich dieses „Bewusstsein“ Luft macht – wie immer – unterste Schublade ist.

Winterbauer erwähnt angesichts der Aufregung, die sich seit Ende Januar, dem Termin der Sendung des Deutschlandsfunk durch die Republik wälzt, ein Interview, das Wolfgang Herles nur wenig später mit dem Herausgeber der Zeitschrift „Freitag“, Jakob Augstein, geführt hat.

Dort klangen Herles Einlassungen zur Beeinflussung der öffentlich-rechtlichen Sender plötzlich ganz anders.

Auf Augsteins Frage „Aber glauben Sie denn, dass die Öffentlich-Rechtlichen Informationen unterdrücken, weil diese politisch nicht opportun sind?“ antwortet Herles: „Nein, das glaube ich nicht. Die fragen sich: Was wollen die Leute hören? Was kommt gut an?“ Als Augstein nachhakt, ob es denn nicht die ominösen „Anweisungen von oben gebe“ sagt Herles weiter: Nein, das bestreite ich vehement, da ist nichts von oben befohlen. Fernsehen funktioniert als große Simplifizierungsmaschine. Komplexität wird nicht zugelassen aus Quotengründen.Quelle: Wie Ex-ZDF-Mann Wolfgang Herles der Lügenpresse-Fraktion nach dem Mund redet › Meedia | LINK

Im Übrigen waren Herles Aussagen in dem erwähnten Medienquartett auch nicht so eindeutig, dass sich daraus diese erneut hochgehypte Aufregung erklären lassen würde. Seine Einlassungen waren differenzierter als die, die immer alles ganz genau wissen, es hören wollten.

Was geschieht also nach der Richtigstellung durch Wolfgang Herles? Entweder werden seine Äußerungen glattweg ignoriert oder Wolfgang Herles wird gehuldigt als mutiger Mann, den sein Gewissen geplagt hätte.

So mutig muss er nicht sein, weil er nix mehr zu verlieren hat. Schließlich ist er inzwischen in Rente, und es ist davon auszugehen, dass das ZDF seine Pension wegen dieser „Verfehlungen“ nicht kürzen wird. :lol:

Mir fällt zweierlei auf:

1.) Das Gehetze gegen die öffentlich-rechtlichen Sender wird immer hässlicher. Ich räume ein, dass die aktuellen finanziellen Forderungen von ARD und ZDF das verständlicherweise befeuert haben.

2.) Dass sich die Kritiker, wahrscheinlich ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, dass auch die Quelle der Herlesschen Beichte ein öffentlich-rechtlicher Sender gewesen ist. Es ist doch sicher so, dass der Deutschlandfunk immer noch zur Lügenpresse gehört?

Wie kann man sich also auf solche Quellen berufen? Ganz schön leichtsinnig. Und dann wäre da noch der „Freitag“.

Die Bedeutung dieser Publikation wird sicher nicht ganz an das Niveau heranreichen, was den Kritikern beim Herausschreien des Begriffs „Lügenpresse“ durch den Kopf geistert. Aber – kann man Augstein glauben? Der gehört doch zu den links-grün-versifften Flüchtlingsbefürwortern. Ah, Moment. Das ist ja wieder eine andere Baustelle.

Wenn man sich allerdings die Art und Weise anschaut, wie sich die Leute ihre Überzeugungen gegenseitig in die Fresse hauen, sind die Grenzen allerdings doch ziemlich fließend.

Augsteins „Freitag“ wird schon deshalb nicht geglaubt werden, weil Herles im Interview sicher nicht die Wahrheit gesagt hat. Der hat sich, wie vor ihm andere, von den großen deutschen Sendeanstalten wenn nicht direkt, so doch indirekt manipulieren und womöglich sogar einschüchtern lassen. Und das macht ihn sogleich ja doch wieder zum integralen Bestandteil der Lügenpresse.

Aber die Leute sind flexibel. Wenn er seinen nächsten tollen Text bei „Tichys Einblicke“ geschrieben hat, ist die Welt für diese Leute spätestens wieder in Ordnung.

 

Til Schweiger hat Schlag bei Twitter und Facebook

Til Schweiger und die sozialen Medien werden keine Freude mehr. Nach dem Quotentiefschlag (die zweite Folge hatte noch weniger Zuschauer als die erste) haben die Schweinigeleien wieder an Fahrt gewonnen.

Die Kritik an den Action-Krimis, die unsinnigerweise „Tatort“ heißen und an denen Schweiger beteiligt war, ist meines Erachtens berechtigt. Die Gehässigkeiten und Spitzfindigkeiten, mit denen sich der Schauspieler und Regisseur konfrontiert sieht, sind es meiner Meinung nach jedoch nicht. Nur ist es, wie längst alle gelernt haben sollten, ein sinnloses Unterfangen, den von Schweiger selbst mit angefachten Kleinkrieg beenden zu wollen. Das schafft keiner, nicht mal Nick Tschiller.

Es passt einfach nicht. Im ZDF lief gestern zur gleichen Sendezeit „Der Bergdoktor“. Das Bergidyll sahen insgesamt 7,04 Mio. Zuschauer, den Tatort 7,69 Mio. Schweiger ist erfolgsverwöhnt und augenscheinlich hat er Probleme damit, nicht mehr an die ersten Erfolge anknüpfen zu können.

Persönlich war ich überrascht, dass insbesondere die Quote der gestrigen Folge noch einmal schlechter war als die vom Neujahrstag.  Durch die Traumschiff-Konkurrenz am Neujahrsabend und den ungewöhnlichen Sendetermin war die schon als schlecht bewertete Quote erklärbar. Der neue Tiefpunkt von gestern ist damit nicht zu begründen.

Ich denke, die Leute hatten nach der Gewaltorgie vom Neujahrsabend die Nase voll. Es mag sein, dass beide Filme internationalen Maßstäben des Action-Genres standhalten können. Die Zuschauer haben an ihren Tatort offenbar aber andere Erwartungen.

Diese Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die schlechte Quote ist das Ergebnis, mit dem auch viele andere TV- oder Film-Schaffende klar kommen müssen. Til Schweiger ist bestimmt professionell genug, um diese einfache Wahrheit seines Geschäfts verstanden zu haben.

Meines Erachtens ist der Misserfolg auch nicht der Grund dafür, dass Til Schweiger „wieder mal ausgerastet ist“, wie es im Internet heute zu lesen ist. Er ist zur Zielscheibe für all diejenigen avanciert, die sich einen Spaß daraus machen, nach Herzenslust zu pöbeln und dumm-blöde Witzchen über ihn zu machen. In der Twitter-Timeline überschlagen sich die mehr oder weniger geistlosen 140-Zeichen-Meldungen. Scheinbar will keiner zurückstehen. Wenn nicht der Till dann kriegt eben Helenchen eins mit.

Nee! Schön ist das alles nicht. Aber offenbar finden diese Leute das ungeheuer witzig und kreativ. Til Schweiger sollte seine Accounts bei den sozialen Netzwerken meiden. Er hat doch bestimmt Leute, die für ihn die PR-Arbeit machen können. Die können das im Zweifel besser.

Kleine Auswahl von Tweets, die … na ja – es gab gemeinere (wohl auch bei FB)

ZDF „Heute Journal“ fischt nach Stimmen für den Kriegseinsatz

Das ZDF „Heute Journal“ von gestern Abend war bestimmt von der Debatte im Bundestag zum Militäreinsatz in Syrien. Darauf folgten direkt aufeinander zwei Berichte, die mir gezeigt haben, wie tendenziös und manipulativ „Nachrichtensendungen“ sein können. Jedenfalls habe ich das so empfunden.

Im Abschnitt „Hilfe am Rande des Krieges“ (s. Video) wird der Zuschauer auf den folgenden Bericht über die Bundestagsdebatte „Syrieneinsatz im Bundestag“ „vorbereitet“.

Es sind schreckliche Dinge, die wir dort zu sehen bekamen. Ich glaube, nichts emotionalisiert Menschen wohl so sehr wie Bilder von schwer verletzten Kindern.

Die Weltgemeinschaft schaut seit 5 Jahren diesem schrecklichen Morden in Syrien zu und bis auf die Luftangriffe ist nichts unternommen worden, was dem Einhalt gebieten könnte. Vielleicht helfen die Wiener Verhandlungen. Aber das braucht vermutlich noch viel Zeit.

Seither sind mehr als 1/4 Mio. Menschen gestorben. Ist es überzeugend, wenn Verteidigungsministerin von der Leyen jetzt, nach so langer Zeit, davon spricht, dass man sich auch schuldig machen könne, wenn man nicht handle? Dummerweise wissen wir, dass dieser Sinneswandel ausschließlich auf Druck der französischen Regierung nach den Mordanschlägen von Paris stattgefunden hat. Und wieder scheint die Mehrheitsmeinung im Volk keine Rolle zu spielen.

Die Politiker ringen um eine Überzeugung und stimmen für den Einsatz, die Mehrheit gilt als sicher. Und was das ZDF tun konnte, um wenigstens ein paar Stimmen in der Bevölkerung für diesen Einsatz zu holen, hat es mit dieser Nachrichtensendung auch gemacht. Keine gute Sache.

Gestern erst hatte ich meine Sicht zum Kriegseinsatz aufgeschrieben. Übrigens können von den vorgesehenen 6 Tornados wohl nur 3 in den Einsatz gebracht werden. Für die anderen fehlen Ersatzteile. Vielleicht gehen die restlichen 3 auch noch kaputt?

Habt ihr auch das Wichtigste in der über 3 stündigen Schlagershow verpasst?

Ich bin jetzt mal gehässig:

Obwohl 6 Mio. Menschen die ARD-Show „Das Adventsfest der 100.000 Lichter“ mit Florian Silbereisen und vielen Schlagerstars gesehen haben verkneife ich es mir nicht zu beanstanden, dass diese Show, die Stunden gedauert hat (bis 1/2 12 Uhr!), nach dem Medienecho offenbar nur einen einzigen Höhepunkt hatte.

***

Nein! Nicht den Auftritt von Helene Fischer. Ja, doch, schon. Aber mehr ging es vielen Medien um den innigen, leidenschaftlichen Kuss, den die ARD einfach frech wegzensiert hat. Die gleichgeschaltete Lügenpresse, die.

Die Regie ließ die Kameras wegschwenken als es zwischen Helenchen und Florian auf offener Bühne zum Äußersten kam. Ist das denn die Possibility? Und wir waren ihr wart nicht dabei.

Ätzende Zuschauerreaktionen nach WDR-Sendung über Flüchtlinge überwiegen

[highlight]Das hier ist mein Facebook-Kommentar zur Sendung:[/highlight]

Mit dem zu erwartenden süffisanten Unterton wird hier danach gefragt, nach welchen Kriterien die Zuschauer für diese Diskussion „gecastet“ wurden. Ich fand die Äußerungen der Leute positiv und es waren sehr wohl auch kritische Stimmen und neue Aspekte dabei.

Wie die Diskussion hätte ausarten können, sieht man allein an den ersten Kommentaren (meiste Likes).

Es sind immer die gleichen, ermüdenden und überwiegend falschen Behauptungen, die diese Sendung für die Zuschauer_Innen ganz sicher nicht zu einem anderen Erkenntnisgewinn gemacht hätten – wären sie denn „zu Wort“ gekommen.

Ich fand den Meinungsaustausch über die Probleme äußerst positiv und war vom glaubwürdigen Engagement aller Beteiligten beeindruckt.

Wie schön wäre es, wenn die gnadenlosen Kommentare, die hier von so vielen abgegeben würden, in positive Energie zur Lösung des Problems umgewandelt werden könnten?

Aber diese naive Hoffnung muss man angesichts der wirklich unmenschlichen Verbohrtheit, die aus vielen Kommentaren spricht, aufgegeben.

Sachsen ist überall.


[fb-post href=“https://www.facebook.com/WDR/photos/a.130871433630514.44625.124207927630198/1086186578098990/?type=3&theater“/]

ARD/ZDF – Programm: Zum Glück habe ich das Internet

Immer habe ich zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehalten, wenn ich die zum Teil unflätige Kritik in Blogs oder sozialen Netzwerken gelesen habe. Aber in diesem Jahr hat mich das „Sommerprogramm“ (das nun wirklich keines war!) total angenervt.

Vorbei die Zeiten, wo die Programmverantwortlichen von ARD und ZDF wenigstens versucht hat, kreativ zu sein und dem Zuschauer ein Angebot in der Sommerzeit gemacht haben.

Da wurden z.B. mehrere Filme zur Auswahl gestellt und man konnte per TED den Film wählen, den man an lauen Sommerabenden gucken wollte. So etwas fällt den öffentlich-rechtlichen Sendern heutzutage gar nicht mehr ein.

Ich glaube, jetzt läuft die letzte Ferienwoche an. Übernächste Woche sind damit wohl im gesamten Bundesgebiet die Ferien zu Ende.

Ob ab dem nächsten, spätestens übernächsten Wochenende ARD und ZDF die Wiederholungen endlich stecken lassen werden? Fast kein Abend am Wochenende, in denen seit Monaten nicht ausschließlich Wiederholungen gelaufen wären.

Die Pilchers und Katie Fjords sind schon in der Erstausstrahlung nicht immer leicht zu ertragen. Aber die Zwangssichtung der zweiten und dritten Wiederholung kommen einem Martyrium gleich.

Gestern las ich, dass die ARD einen zusätzlichen Finanzbedarf in beträchtlicher Höhe angemeldet hat.

Wofür bitteschön? Haben sich die Herren Direktoren ihre Gehälter erhöht und machen nun Lücken in ihren Haushalten aus?

Das Filmangebot selbst kann nicht der Kostentreiber sein. Die Betriebskosten für die Ausstrahlung dieser elenden, langweiligen Wiederholungen werden außer ein paar Lizenzen und bisschen Strom nicht viel kosten. Deshalb tun sie ja auch, was sie tun.

Als ich noch jünger war, war mir das TV-Programm egal. Die Interessen lagen auf ganz anderen Gebieten. Jetzt bedaure ich die Älteren (also auch mich selbst), dass wir auf solche TV-Angebote „angewiesen“ sind. Angewiesen? Ja, denn die Privaten sind ja auch nicht besser.

Aber zum Glück -muss ich jetzt mal sagen- gibt es ja das Internet. Bei Amazon und anderen Anbietern kann man bessere Unterhaltung für kleines Geld bekommen als bei unseren öffentlich-rechtlichen Grundversorgern.