Gesellschaft, Medien

BAMS-Kamagne für die Stromerzeuger ist so durchsichtig

Heute morgen habe ich beim Frühstück seit langer Zeit mal wieder eine BAMS gelesen. Soweit, so schlecht! Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dies eine Ausnahme war, deshalb erwähne ich es zu Beginn. :-)

Ich fand auch prompt ein Thema, über das ich mich ärgern konnte:

Keine Woche nach der Veröffentlichung der katastrophalen Wirtschaftsdaten des größten deutschen Stromerzeugers, EON (Rekordverlust von 3,2 Mrd. € in 2014), startet die Springer-Sub-Gazette eine Kampagne für die großen Stromkonzerne. Hier gehts nicht um Aufklärung der Bürger, sondern um sehr handfeste finanzielle Interessen. Ganz im Sinn der guten Sache wirft Springer die schlagkräftige SEITE ZWEI der Sonntags – Gazette in die Schlacht.

Auf 4 kompletten Seiten gibts Stimmung satt gegen die deutsche Energiewende. Platte PR für die großen Stromkonzerne. Was das wohl gekostet hat?

Die Big Four kommt praktischerweise auf diesen Seiten mit eigenen Statements „zur Sache“ vor.

Flankiert wird das Springer-Elaborat von einer Kolumne desjenigen (auch in der Blöd-Zeitung erschienen), der sich gern als Sachwalter der Vernunft geriert und dabei selten etwas anderes macht, als sich im Interesse des Großkapitals an grünen oder roten Ideen abzuarbeiten. Die Rede ist vom ehemaligen Handelsblatt-Chefredakteur, Roland Tichy.

Er sagt uns für diesen Sommer den Supergau (für unser Portemonnaie) voraus:

Wenn im kommenden Sommer Freibadwetter lacht, zahlen wir noch mehr: Dann explodiert erst die Solarstromproduktion und anschließend unsere Stromrechnung für den zusätzlichen grünen Teuer-Strom. LINK
Energiewende: Kassiert die Solar-Lobby die Kindergelderhöhung? – Wirtschaft – Bild.de

In seinen Negativ-Vorhersagen vergisst er nie, das Wort „Grün“ zu erwähnen. Aus seiner und der Sicht seiner Anhänger legt der Mann „den Finger in die Wunde“. Einer der Vertreter dieser „Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen-“ Fraktion.

Es gibt ein paar Jahre nach dem Start der Energiewende ein wachsendes Unbehagen bei vielen BürgerInnen. Wahrscheinlich liegt es an der Politik oder/und an ihrem mangelnden Geschick, das Projekt durchzuziehen. Möglicherweise gibt es ein Vermittlungsproblem. Aber wer möchte sich von Politikern heutzutage schon noch etwas erklären lassen? Im Internet hat man nämlich gelesen…

Für mich ist es seltsam, dass es in der Debatte kaum eine Rolle spielt, dass auch sie nach Fukushima mit fliegenden Fahnen aus dem Atomstrom aussteigen wollten. Jetzt sind sie nicht bereit dazu, Trassen für die notwendigen Maßnahmen errichten zu lassen. Und die ganzen Windkrafträder sehen ja auch scheiße aus. Abgesehen davon: höhere Preise gehen ja überhaupt nicht.

Inwieweit die Energiewende von unserer Regierung gut oder schlecht gemanagt wird, kann ich nicht beurteilen. Andere vermutlich auch nicht. Aber sie sind angepisst von der Kostenentwicklung. Das reicht.

Mich persönlich stört vor allem die Durchsichtigkeit der heutigen Kampagne. So etwas beleidigt, wie man so schön sagt, meine Intelligenz. 

Ich sollte Springer-Medien ganz meiden. Wenn ich mir vergegenwärtige, was die Blöd-Zeitung zuletzt auch wieder in Richtung Griechenland fabriziert hat, steigt schon wieder neuer Zorn in mir auf.