Deutsche Gründer sind verhältnismäßig oft Gründer wider Willen

Die Verhältnisse in Deutschland könnten ein Stück weit unseren großartigen Vorbildern im Lande geschuldet sein.

Infografik: Deutsche Gründer sind verhältnismäßig oft Gründer wider Willen | Statista
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Ich denke da zum Beispiel an die 3 Angeklagten in München oder den inhaftierten Thomas Middelhoff, der noch dabei ist, die Kaution von fast 900k Euro aufzubringen.

Zu all dem muss man sich mit dem Mindestlohn bzw. sogenannten Bürokratiemonstern herumplagen. Die unternehmerische Beweglichkeit ist hier einfach nicht gegeben. Man wird glatt gezwungen, lang bewährte Geschäftsmodelle aufzugeben, nur weil die Mitarbeiter nicht von ihrem Lohn leben können.

Dafür hatte Prof. Sinn doch dazu eine geniale Vision vor Jahren entwickelt, die inzwischen längst Realität ist. Sie ist bereits unter dem Begriff „Aufstocker“ in die deutsche Geschichte eingegangen. Die einfache Lösung, auf die streng genommen nur Ökonomen kommen können, lautete Preise, die am Markt nicht mehr zu realisieren sind, sollten vom Staat bezahlt werden. Dass auch dies „Mitnahmeeffekte“ – diesmal andersherum – produzieren würde, war ihm sicher nicht klar.

Als Unternehmer hat man es echt nicht leicht, wisst ihr?

Quelle: Deutsche Gründer sind verhältnismäßig oft Gründer wider Willen | Statista

Jeder Mensch hat seinen Preis

Manche Nachrichten der letzten Tage scheinen das zu bestätigen, was ich immer für total abwegig gehalten habe. Deutschland soll immer noch kein souveräner Staat sein? Aber wie sonst wäre ein derartiger Vorgang zu erklären?

Und weil sich die von Merkel versprochene Aufklärung dieses neuen Nachrichtendienst-Skandals auch wieder nur im Dunkel irgendwelcher Ausschüsse abspielen wird, werden sich wiederum ein paar Leute mehr den Verschwörungstheoretikern, die vor allem im Netz ihr Unwesen treiben, anschließen.

Dafür hat mir persönlich das Bild von den Dreien auf der Anklagebank (klammheimliche) Freude bereitet. Dafür schäme ich mich nicht!

Und hoffentlich sind in diesem Fall die Staatsanwälte mal besser als die grotesk überbezahlten Heraushau-Spezialisten, aka Rechtsanwälte. Solche Typen haben es wahrscheinlich im Fall Middelhoff immerhin verstanden, der Öffentlichkeit ein schlechtes Gewissen zu verursachen. Die Grünen und Amnesty-International sind jedenfalls darauf abgefahren.

Vielleicht stimmt es ja nicht immer, dass am Ende die Kleinen gehängt und die Großen laufen gelassen werden.

Nepal – Heute Special – Es geht nicht um Menschen, sondern um Bilder

Das ZDF war gleich nach der Heute-Sendung  mit seinem „Special“ zum Erbeben in Nepal zur Stelle. Entlarvender konnte es nicht beginnen.

Spektakuläre Bilder von den auf die Bergsteiger im Mount Everest – Basislager niedergehenden Lawinen wurden gleich zu Beginn gezeigt.

Direkt danach kam Reinhold Messner zu Wort. Er rückte dankenswerterweise zurecht, was den Verantwortlichen vom ZDF offenbar völlig entgangen war. Es geht zu allererst um die Menschen in der Millionenstadt Katmandu und in den verstreuten Dörfern in den Tieftälern gehen, nicht um Bergsteiger, die schließlich freiwillig bei jeder Expedition auch ihr Leben aufs Spiel setzen. Immerhin ist Messners Kritik wenigstens in Mainz angekommen.

Aber diese Kriterien zählten nicht, weil die Bilder der Lawinen wohl deutlich spektakulärer waren.

Vorstände dürfen das

Wir erinnern uns doch noch an die Debatten in der Ära Ackermann? Da ging es um eine Eigenkapitalrendite von 25%, die mindestens erzielt werden müsse, damit die Bank im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben könne.

Für dieses Ziel wurden etliche Arbeitsplätze abgebaut. Die Schicksale der Angestellten wurden, wie immer in solchen Fällen, den irren Renditezielen bekloppter Vorstände untergeordnet.

Was wird wohl aus diesem aktuellen prächtigen Management werden, die dem Konzern mit allerlei eigenen Fehlern vielleicht sogar den Garaus machen?

Quelle: Kritik am Konzernumbau: Deutsche-Bank-Aktie schmiert ab – SPIEGEL ONLINE

ZDF: Ein Sommer in Griechenland

Wappen Griechenland (Wikipedia)

Gut, dass solche Sendungen nur von Leuten > 60 Jahren angeguckt werden. Darunter befinden sich weniger chronische Nörgler. Insofern könnte es durchaus ruhig bleiben.

Ich habe den Film gesehen und mich während dessen gefragt, ob die vermutlich gut gemeinten Einblicke in das momentane Leben „der Griechen“ nicht in die Kategorie „gut gemeint aber schlecht gemacht“ gehörten.

Ich glaube, es wird, falls der Film überhaupt auf Resonanz in der Öffentlichkeit stößt, eher eine negative sein.

Mein Resümee nach dem Film lautet: Mit einer neuen Liebe, einem Sirtaki und einem Gläschen Ouzo lässt sich sogar die katastrophale griechische Situation ganz gut ertragen. Wenn man nicht gerade einen Herzschrittmacher braucht.

Ob es das ZDF so gemeint hatte?

Der Hass sitzt tief: Broder über Grass

Henryk M. Broder (69) hat sich mit etwas zeitlichem Abstand noch dazu herabgelassen, einen Broder-typischen Nachruf zum Tode von Günter Grass herunterzurotzen.

Wer weiß, vielleicht wurde sein Artikel bei der „Welt“ auf Ramschniveau heruntergestuft? So wurde sein widerwärtiger Nachruf nicht dort abgedruckt, sondern in der Bildzeitung. Dort sucht man bekanntlich nach gehässigen Texten (s. Griechenland), ja man lechzt danach, wie kein zweites Blatt in unserem Land. Schließlich muss man Millionen Leser informieren unterhalten.

Ich hätte mir gewünscht, Broder wäre dazu verdonnert gewesen, den Text in seiner Bloggerecke, der so genannten „Achse des Guten“ zu veröffentlichen, weil diesen Text niemand abdrucken wollte. Aber schließlich gibts bei Springer immer eine Lösung. Auch für sowas. [pullquote cite=“Günter Grass“ type=“right“]Mit einem Sack Nüsse will ich begraben sein und mit neuesten Zähnen. Wenn es dann kracht, wo ich liege, kann vermutet werden: Er ist das, immer noch er.[/pullquote]

Wie sehr Broder Grass verabscheut hat, kann jeder nachlesen. Seine Kolummen in der „Welt“ sind eindeutig. Hier ein paar Beispiele – alle aus 2012:

  1. Israel-Kritik: Grass macht die Antisemiten endlich modern – DIE WELT
  2. Israelkritik: Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter – DIE WELT
  3. Günter Grass: Ein autoritärer Knochen spielt verfolgte Unschuld – DIE WELT
  4. Grass, Augstein & Co : Was Antisemitismus und Körpergeruch verbindet – DIE WELT

Nach Grass‘ Tod kennt Broder kein Pardon. Denn in seinen Kreisen gilt es als oberstes Gebot, Lügen und Fehlverhalten beim Namen zu nennen und Tacheles zu reden.

Für „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ hat zwar jemand anders das Copyright. Aber das Motto wird Broder wahnsinnig gefallen. Außer natürlich, es geht um Israel. Broder befördert jeden zum Antisemiten, der die israelische Politik kritisiert.

Broder ist etwas eigen. Sein beruflicher Werdegang belegt das ebenso wie der Wechsel seiner politischen Ansichten.

So überrascht es natürlich überhaupt nicht, dass Broder sich Außenminister Steinmeiers Fürbitte verbietet, Grass möge ein kritisches Auge auf uns halten.

Dabei hätte er es vielleicht am dringendsten nötig! Dabei behauptet er allen Ernstes, er habe sich nicht an Grass gerieben. Muss man nur ins Jahr 2012 zurückgehen, in dem er (s.o.) regelrechte Hass-Artikel verzapft hat, die das Gegenteil beweisen. Das ist keine Kritik, sondern blanker Hass. Aber vielleicht hält Broder sich auch für einen Gesandten Reich-Ranickis, der mit Arbeit von Günter Grass ebenfalls so seine Konflikte hatte. [1]

Grass war ein schwadronierender Langweiler, ein geschwätziger Wortakrobat, der blutleere Figuren nach seinem Abbild formte. Er hat so geschrieben, wie ältere Damen ihren Nachmittagskaffee trinken – mit abgespreiztem kleinen Finger. Auch Kritiker, die ihn in den Himmel lobten, gaben unter vier Augen zu, dass sie Mühe hatten, seine Bücher von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen.
LINK
Quelle: http://www.bild.de/politik/inland/henryk-m-broder/haengt-ihn-tiefer-40688582.bild.html

Wie groß Broders Groll auf Grass war, zeigt dieses Zitat. Bestimmt würde es ihm gelingen, das Votum des Nobelpreiskomitees ganz broder-like herabzuwürdigen. Das kennen und schätzen wir an ihm – ab und zu.

Jedenfalls hat er dafür ein „bestechendes“ Argument zu Hand, das ihm viele Bildzeitungsleser und andere ebenso abkaufen werden:

Dass Grass mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wurde, bedeutet gar nichts. Wenn Arafat und Obama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden konnten, dann hat auch Grass den Literaturnobelpreis verdient.
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Quelle: http://www.bild.de/politik/inland/henryk-m-broder/haengt-ihn-tiefer-40688582.bild.html

Ich finde, man muss nicht einer Meinung mit Grass gewesen sein, um Broders Text verabscheuungswürdig zu finden. Leider wollen sich viele heutzutage diese Differenzierungsarbeit gar nicht mehr leisten. Da verfangen Plattheiten, wie Broder sie in die Welt setzt einfach besser. Sie sind schön einfach und passen von daher auch wunderbar in die Bild-Welt.

Er konnte so dröhnen, weil er „die Strafe für Auschwitz“ nicht in der DDR, sondern in der kommoden Bundesrepublik absitzen konnte, deren Kulturbanausen solche Narreteien mit Applaus belohnten.
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Quelle: http://www.bild.de/politik/inland/henryk-m-broder/haengt-ihn-tiefer-40688582.bild.html

Manche mögen bezweifeln, dass das Bild-Enfant terrible Wagner wirklich die „Blechtrommel“ gelesen hat. Aber immerhin ist sein Nachruf deutlich freundlicher gehalten als der Broders. Meinungsvielfalt bei Springer:

Es war ein Buch über unsere arme, verfluchte Vergangenheit. In meinem Bücherregal habe ich die „Blechtrommel“. Ich fasse das Buch an. Es ist etwas Großes, ein Meisterwerk. Ein Nobelpreis-Buch. Grass war 30 Jahre alt, als er die „Blechtrommel“ in seine Schreibmaschine tippte. Er hatte 300 Mark zum Leben. Er war das ärmste Schwein und schrieb den Bestseller des Jahrhunderts. Ich hing an seinen Zeilen, sie waren wie Honig, wie Süßstoff. Nun ist er tot, in meinen Händen halte ich die „Blechtrommel“.
LINK
Quelle: http://www.bild.de/news/standards/guenter-grass/post-von-wagner-40531390.bild.html

[1]

Zu dem weltweit wohl bekanntesten der noch lebenden deutschen Autoren, dem Nobelpreisträger Günter Grass, hat Marcel Reich-Ranicki schon seit langer Zeit ein problematisches Verhältnis. Das erste Zusammentreffen der beiden in Warschau, im Mai 1958, schildert der Kritiker in seiner Autobiografie „Mein Leben“ als einen langweiligen und uninteressanten Nachmittag, an dem er sich mit einem unseriös wirkenden, schmuddeligen Mann zu beschäftigen hatte, dessen Beschreibung an die eines Alkoholikers erinnert. Dieser erzählte zu allem Überfluss auch noch von einem Roman, den er gerade in Arbeit hatte und der sich um einen buckeligen Zwerg in einer Irrenanstalt drehte. Reich-Ranicki wollte von diesem Werk nichts weiter hören und hielt ihn (wie auch seinen Verfasser) vorab für gescheitert. Das Werk, von dem die Rede war, „Die Blechtrommel“, machte den Autor weltberühmt und verschaffte ihm Jahrzehnte später den Literaturnobelpreis.
LINK
Quelle: http://www.literaturkritik.de/reich-ranicki/index.php?content=http://www.literaturkritik.de/reich-ranicki/content_themen_freundeFeinde.html