Wer für Markus Lanz ist, hat nichts verstanden!

Was in Gottes Namen ist so Schlimmes passiert, dass Stefan Niggemeier im Zusammenhang mit der unsäglichen Lanz-Petition schon wieder den Hammer rausholt? Ach. Ein Konservativer hat sich zu Wort gemeldet. Dazu noch einer aus der erlauchten Herausgeberschaft der „Zeit“.  An Josef Joffe kann man sich leicht abarbeiten. Wenn es darüber hinaus noch dazu dient, dem Affen Zucker zu geben – bitteschön. Eine Spur zu beifallheischend ist mir Niggemeiers Artikel im Zusammenhang mit der Kritik Joffes an gewissen Internet-Aktivitäten. „Wer für Markus Lanz ist, hat nichts verstanden!“ weiterlesen

[Webmasterfriday] Bist du auch schon mal im Internet betrogen worden?

Toshiba - Notebook

Um sich über die „Abzocke im Internet“ auslassen zu können, muss man jedenfalls zu den Konsumenten gehören, die sich auf das Risiko eingelassen haben, überhaupt Produkte im Netz einzukaufen. Das ist aber wohl selbst in meiner Altersklasse (60+) ziemlich verbreitet. So kann ich denn auch eine kleine Geschichte zum Thema des dieswöchigen Webmasterfriday beitragen. Persönlich habe ich nämlich auch mal eine, wie ich fand, vergleichsweise teure Erfahrung mit dem gemacht, was man als Betrug oder von mir aus als Abzocke im Internet betrachten muss.

Bevor ich meine Geschichte kurz erzähle eine Vorbemerkung. Mein PayPal – Konto nutze ich sehr gerne und für meine Verhältnisse auch einigermaßen regelmäßig. Und doch beschleicht mich oft ein ungutes Gefühl, wenn ich mir vorstelle, wie viele Leute negative Erfahrungen gesammelt haben. Nicht speziell mit PayPal, sondern ganz generell mit Geschäften im Web. Ich denke, dass selbst die bekannten Vorsichtsmaßnahmen uns Kunden nicht wirklich davor schützen können, böse Erfahrungen zu machen. Dabei ist es nur eine spezielle Variante, wenn man ein Produkt im Internet bestellt, das sich im Gebrauch als mangelhaft herausstellt. Immerhin hatte man eine Lieferung erhalten. Auch wenn sich das Produkt später als unbrauchbar erwies oder man einfach damit unzufrieden war. Der Gesetzgeber hat für diesen Fall nicht ohne Grund besondere gesetzliche Regeln eingeführt, die den Verbraucher ziemlich gut schützen. Ich meine z.B. das Rücktritts- oder Rückgaberecht, das den Online-Handel andererseits vor ziemlich große Probleme stellt. Die Retourenquoten sollen zum Teil exorbitante Größenordnungen haben. Ob die strengen deutschen Regeln auch in der Zukunft Bestand haben werden, bleibt einmal abzuwarten.

Erst kürzlich habe ich über einen Freund eine Samsung SSD bei Amazon bestellt. Ich hatte ja – was ich hier groß thematisiert habe – meinen Account (der seit 1996 existierte) aufgrund der ARD-Reportage über die Ausbeutung von Leiharbeitern gekündigt. An den Diskussionen hierüber haben sich manche ja rege beteiligt. :-) Übrigens habe ich vergangene Woche einen neuen Account eingerichtet. Ich hatte nämlich zu meinem 60. Geburtstag von meinen lieben Kolleginnen und Kollegen einen Gutschein geschenkt bekommen. Dreimal dürft ihr raten von welcher Onlinehändler.

Toshiba - Notebook
Toshiba – Notebook

Vor etwa sieben Jahren habe ich ein Notebook von Toshiba gekauft. Nicht im Online-, sondern im stationären Handel. Schon nach etwas mehr als 1/2 Jahr schien der Akku defekt zu sein. Jedenfalls dachte ich, es wäre der Akku. Ich dachte: fein, ein Garantiefall. Von wegen! Auf den Akku wurde lediglich eine Garantie von 6 Monaten gewährt. Clever wie ich sein wollte, habe ich im Internet nach günstigen Akkus für das Gerät gesucht. Schnell wurde auf einer Internetseite fündig. Es dauerte relativ lang, bis ich das Teil zugeschickt bekam (fast 3 Wochen!). Der Akku passt nicht. So etwas kann passieren. Noch war ich nicht beunruhigt. Aber dann stellte ich fest, dass die Firma, von deren deutschem Webangebot ich Gebrauch gemacht hatte, ihren Sitz in China hat. Soooo dämlich! Einen Umtausch habe ich unter diesen Umständen erst gar nicht versucht. Wahrscheinlich hätte ich, wie man so sagt, schlechtem Geld gutes hinterhergeworfen.

Und jetzt kommt’s. Die hat aber nichts mit dieser negativen Erfahrung mit einem Internetkauf zu tun. Ich habe einen Akku im stationären Handel bestellt. Der der 20 Euro teurer. Das Scheiß-Notebook hatte eine Macke und nicht der Akku. Jetzt war wieder die Garantiezeit ein Kriterium. Blöd, in der Zwischenzeit waren nämlich die zwei Jahre auch rum. Eigene Blödheit. Übrigens nutze ich das Notebook immer noch. Von der Steckdose kann ich mich aber leider nicht wegbewegen.

Andrea sei Dank – hoffentlich gibt es keine neue Onlinepetition

Ich habe eine neue Schutzheilige – die Andrea Nahles. Sie hat (wie der Blitz) heute ein Gesetz auf den Weg (durchs Bundeskabinett) gebracht, das meine abzugsfreie Rente mit 63 regelt. Es enthält noch ein paar Fehler. Aber ein bisschen Schwund ist schließlich immer. Und für erforderliche Nacharbeiten ist die Politik längst die erste Adresse.

Der Gerhard ist dagegen und hat auch gleich ein Buch dazu geschrieben. Er spricht von „der“ Rente mit 63 (was natürlich völliger Quatsch ist!) und jammert, dass seine schöne Agenda Schaden nehmen wird. Wenn es mal so wäre!

Und dass die Regelung nicht alle Probleme dieser Welt lösen kann, ärgert auch viele.

Aber ich weiß natürlich, dass es eine Menge Leute gibt, die auch der Meinung sind, dass mir meine Rente nicht zusteht und dass sie ein falsches Signal wäre. Denen sei gesagt (in aller Freundschaft versteht sich):

[alert type=“success“ close=“false“ heading=““]Wenn euch das nicht passt, reicht doch eine Online-Petition ein! [/alert]

Chrome-Apps für den Desktop sind echt praktisch

Diese neuen Chrome-Apps finde ich echt geil. Im Büro läuft nicht der Hausbrowser (IE8), sondern Google Chrome mit IE Tab (Erweiterung), damit die Webapplikationen, die auf den M$-Anachronismus zugeschnitten sind, auch einwandfrei laufen. Die Offline-Nutzung finde ich persönlich gar nicht mal so wichtig, weil ich im Grund immer online bin, und ich denke, dass es wohl bei den meisten Nutzern auch so sein wird.

Btw: Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich gerade meinen Pro-Account bei Evernote gekündigt und dann (wirklich nur wenige Tage danach) das Angebot der Telekom (1 Jahr kostenloser Pro-Account für Telekom-Kunden) erhalten – was ich natürlich sofort angenommen habe. Nun habe ich mich entschlossen, ihn zu verlängern.

Manchmal bringt eine solche Aktion also wirklich „neue“ Kunden. Hätte ich nicht zufällig von der damaligen Aktion erfahren, ich glaube ich hätte Evernote inzwischen längst vergessen. Inzwischen habe ich mich allerdings an den Komfort so gewöhnt, dass ich das tolle Tool ungern missen würde.

Wer will schon Krieg?

Einerseits legen wir in Deutschland – so mein Empfinden – immer weniger Wert auf die Bundeswehr. Das drückt sich auch in den Sympathiewerten für „Die Linke“ aus, die immer wieder betont, dass sie gegen jeden Krieg ist. Andererseits sollten wir uns fragen, wie dumm wir aus der Wäsche gucken würden, wenn wir in militärische Konflikte verwickelt würden. Zugegebenermaßen kann man sich das nur schwer vorstellen. Deshalb stehen so viele dem Militär ablehnend gegenüber. Aber ist das so einfach?

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Die deutschen Ausgaben für das Militär werden weiter zurückgefahren (Bundeswehrreform). Dies findet unsere Zustimmung. Von 1999 bis 2008 haben wir unsere Ausgaben für das Militär um 11% gesenkt.

Viele Deutsche finden es unpassend, dass aktuell aus dem Verteidigungs- und Außenministerium verlautet, dass Deutschland sich in Afrika stärker engagieren wolle – und zwar wohlgemerkt auch militärisch.

Deshalb überrascht es nicht, dass im Internet sofort die Beschimpfungen losgehen. Ich meine das, was vermutlich schon jeder gelesen hat, der regelmäßig Facebook und Google+ besucht. Bemerkungen wie „Kriegstreiber“, drastische Anfeindungen gegen von der Leyen. Da ist von Kriegsministerin die Rede. In diesem Stile geht es ab.

Ich habe mich auch gefragt, was wir konkret in Afrika erreichen wollen. Im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen aus Afrika (Lampedusa etc.) hören wir von unseren Politikern, dass wir mehr dafür tun müssten, dass die Menschen in ihren Heimatländern bleiben. Aber das tun wir nicht. Wir sorgen allerdings dafür, dass die europäischen Grenzen möglichst unüberwindbar bleiben. Dazu ist den Europäern jedes Mittel Recht. Und ich habe nicht den Eindruck, dass die deutsche Bevölkerung gegen die Politik, die ausdrücklich auch von der Bundesregierung mitgetragen wird, irgendwie infrage gesellt wird. Von Menschenrechtsgruppen einmal abgesehen.

Wir finden die Bilder schrecklich, aber wir opponieren lieber gegen Markus Lanz als uns gegen die Unmenschlichkeit aufzulehnen, die nicht im Rock des Soldaten, sondern im grauen Anzug daher kommt. Es sind die Bürokraten in Brüssel, Paris, London, Rom und Berlin, die den Menschen die Hilfe verweigern, die wir ihnen, wenn nicht als Christen, so zumindest als privilegierte Menschen eigentlich gewähren müssten. Aber da halten wir lieber die Klappe. Die wollen ja doch nur ein besseres Leben und das bedeutet am Ende noch, dass wir teilen müssten.

Was wäre eigentlich, wenn die vorgesehenen Auslandseinsätze unserer Bundeswehr konkrete Verbesserungen für die Menschen nach sich ziehen würden, was ich bei der Halbherzigkeit mit der solche Aktion durchgeführt werden bezweifeln möchte? Müssten wir dann nicht einräumen, dass das immer wieder ausgegebene Vorhaben, die Lebensbedingungen in diesen Ländern zu verbessern, ein sehr lohnendes Ziel wäre? Es wäre unter diesen Umständen doch wenig gegen einen Auslandseinsatz der Bundeswehr zu sagen. Und die Erfahrungen, die wir in Afghanistan machen mussten, gehen schließlich auf eine völlig andere Grundlage zurück („uneingeschränkte Solidarität“). Davor, dass wir mit einem solchen Vorhaben allerdings scheitern könnten, können wir uns leider nicht schützen.

Die Frage ist also, ob es nicht doch hehre Ziele gibt, die sogar den Auslandseinsatz unserer Bundeswehr in einem besseren Licht erscheinen lassen.

Foto von: freeskierCC BY-NC-SA 2.0

Wir bestehen auf freie Meinungsäußerung und mobben dann, was das Zeug hält

Stefan Niggemeier hat es wieder mal geschafft, einen Kommentar – diesmal zur Causa Markus Lanz – zu schreiben, den man sich, wie man so sagt, hinter den Spiegel stecken kann.

Stimmt schon: einerseits sind es „professionelle Journalisten“, die in ihren Medien die Petition gegen ZDF-Lanz erst richtig gepusht und sich dabei oft genug der Netzgemeinde gegenüber im Ton vergaloppiert haben. Andererseits jedoch spricht er damit auch ein Missverständnis an, mit dem wir voraussichtlich noch eine ganze Weile umgehen müssen. Da braucht gar niemand zu lachen, weil ihm dazu sofort die Neuland – „Debatte“ einfällt. „Wir bestehen auf freie Meinungsäußerung und mobben dann, was das Zeug hält“ weiterlesen