So ein Sylvester braucht kein Mensch

Gerade hatte ich die Autobahn verlassen, als mein Auto Druckverlust an einem Reifen meldete. Zu sehen war noch nichts, und wir waren fast an unserem Ziel. Wir haben den Geburtstag eines Freundes gefeiert.

Das war am Samstagabend und damit begann sozusagen unser einzigartig daneben gegangener Silvestertag.

Als wir nach Hause fahren wollten, stellte ich fest, dass ich vorn rechts einen Platten hatte. Es hatte angefangen, wie aus Kübeln zu schütten, und ich hatte nicht mal eine gescheite Jacke dabei. Zum Glück hatte ich Hilfe. Das Geburtstagskind und sein Sohn montierten flucks, als wären sie damit schon mal bei „Wetten dass…?“ aufgetreten, das Reserverad, das – erstaunlich für mich – sogar ausreichenden Druck hatte. Kontrolliert hatte ich das Teil nämlich noch nie. :razz: So konnten meine Frau und ich – mit zwei älteren Herrschaften an Bord die Heimreise antreten. Das hieß in der Praxis: im strömenden Regen mit max. 80 über die Autobahn. Wir brauchten folglich ein bisschen länger als normalerweise für die zirka 30 km. Mein 87jähriger männlicher Passagier ließ sich bei unserer Ankunft zu der Aussage verleiten: „Immerhin sind wir angekommen“. Dieser Anarchist wäre bestimmt schneller als 80km/Std. gefahren :-)

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Demokratie-Abgabe: Ja, wir sind im Begriff, die Demokratie abzugeben.

Bei manchen Kommentaren zur neuen Gebührenregelung würde ich gern die Worte druntersetzen: Geh RTL gucken  — weil die doch die ÖR so scheiße finden.

Aber das wäre natürlich ungerecht. Schließlich müssen die trotzdem die Gebühren zahlen. Da dürfen sie sich auch aufregen. Das ist noch kostenlos!

Schönenborn hat erklärt, die Gebühr wäre eine „Demokratieabgabe“. Da hat er ja auch irgendwie recht. Wir sind im Begriff, die Demokratie abzugeben.
Aber muss man deshalb immer gleich so rumpöbeln?

Die Überzeugungskraft des Liberalismus ist hin

Liefert Cora Stephans Artikel in der NZZ über den (weltweit?) zurückweichenden Liberalismus nicht gute Gründe dafür, weshalb der Liberalismus an Überzeugungskraft verloren hat?

Die anderen politischen Kräfte achten heutzutage weniger darauf, was kleine elitäre Gruppen unter verantwortbarer Politik verstehen als „die“ Liberalen das tun. Das nennen wir dann gern Populismus. Sie, die Liberalen, dagegen sind die Vertreter partikularer Interessen und machen – wahrscheinlich nicht nur in Deutschland – ausschließlich Klientelpolitik.

Wenn die Annahmen von Frau Stephan in diesem Maße zuträfen, müssten die USA wohl als Musterbeispiel für Liberalismus dastehen. Wenn das jedoch nicht für den demokratischen Teil der US-Amerikaner (Wähler der Demokraten) gelten kann, dann aber doch für den der Republikaner, die gerade unter Beweis stellen, wie verantwortungslos man sein kann.

Ich verstehe es doch richtig, dass uns die Republikaner derzeit Liberalismus in Reinkultur vorexerzieren? Sie wollen weniger Staat und setzen damit die kurz- und mittelfristige Zukunft der USA aufs Spiel!

Von kapitalistischen Eliten muss man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. In diesem Fall ist mir die angeblich „sozialdemokratisierte“ konservative CDU sogar lieber.

Und das alles heißt nicht, dass mit dem Untergang der FDP der Liberalismus verschwinden würde.

Arbeitnehmer im höheren Alter: Wenig Befriedigung, viel Last

Ich glaube, es gibt Leute, die viel dafür tun, früher in Rente gehen zu können! Wahrscheinlich wird, um dieses Ziel zu erreichen, strategisch und taktisch vorgegangen.

Vielleicht klingt das danach, als wollte ich den Leuten einen Vorwurf machen. Mitnichten. Dafür hat sich diese Arbeitswelt einfach zu stark verändert. Das Motto könnte auch hier heißen: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!“

Früher™, als ältere Menschen in dieser Gesellschaft noch geachtet wurden und das Personal noch nicht ausschließlich nach Effizienzgesichtspunkten selektiert wurde, gingen die Leute bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Noch früher sogar länger – und das ganz freiwillig. Ich habe solche Beispiele selbst erlebt. Abhängig Beschäftige gingen weiter bis über das 70. Lebensjahr hinaus arbeiten, weil ihre Mitarbeit geschätzt und gebraucht wurde.

Allein das fehlende Gefühl, gebraucht zu werden, könnte als Voraussetzungen dafür ausreichen, dass viele Leute Auswege aus einem Arbeitsalltag suchen, den sie nur noch als Last empfinden.

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