Der Balken auf dem Fernseher wird scheinbar immer größer

Mir kommt das so vor, als würde dieser Balken auf dem Fernseher immer größer. Auch wird er immer häufiger eingeblendet. Ätzend – sag ich nur. Vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat man den Eindruck, dass die Ausmaße dieses diskreten Hinweises von Tag zu Tag zunehmen und es so wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Bildfläche ganz verdeckt wird. Das wäre ganz schön blöd, weil ich dann ja nicht mehr nur vom Programm abgelenkt, sondern gar nichts mehr sehen würde.

Jaaaa! Ich weiß. Wir werden uns schon rechtzeitig einen neuen Sat-Receiver zulegen. Ich habe da schon eine ganz konkrete Vorstellung. Meine Frau hat  Budget längst genehmigt.

Und es bleibt ja nun wirklich noch ausreichend Zeit, bis das analoge Sendesignal für immer verlöscht. Abgesehen davon, muss unser Vermieter  jetzt endlich mal in die Hufe kommen und die Voraussetzungen für die schöne neue Welt schaffen. Angekündigt ist der Besuch der Fachleute schon.

Also: ruhig Blut und macht nicht so viel Aufhebens um das bisschen Programm.

Wilsberg: Münsteraner Dorf ins Rheinland verlegt

Den gestrigen „Wilsberg“ habe ich verpasst,  nur die letzten paar Minuten habe ich noch mitbekommen.

Das 1. Bild ist ein Screenshot von einer Szene kurz vor Schluss. Ich kam ins Wohnzimmer und meinte: „Das ist ja Alt-Kaster“. Meine Frau hat die Folge geguckt, diese nette Besonderheit aber noch nicht bemerkt. Horsthausen (hieß der Ort so?) bei Münster wurde kurzerhand nach Alt-Kaster verlegt. Ich habe viele Stellen in unserem netten Nachbarörtchen schon so oft fotografiert, dass ich die Stelle direkt wiedererkannt habe. Das zweite Foto ist von mir. Es zeigt links das Haus, das auf dem ZDF-Screenshot auf der rechts Seite zu einem Drittel zu sehen ist.

Wilsberg ZDF (Screenshot)
Alt-Kaster
Stadttor Alt-KasterHaus in Alt-KasterFenster unterm DachKirche in Alt-KasterEin Weihnachtsfenster in Alt-KasterAlt-Kaster, renovierungsbed. Haus
Schönes altes Haus in Alt-KasterAlt-Kaster, DanielshofAlt-Kaster, restauriertes WohnhausHauseingang in Alt-KasterAlt-Kaster, Ein WeihnachtsfensterStadttor Alt-Kaster
DSC05552seitlicher Zugang zu Altstadt (Alt-Kaster)Alt-Kaster, Haustor (alte Schule)Schönes altes Haus in Alt-KasterSeitlicher Zugang Altstadt (Alt-Kaster)Alt-Kaster, neben dem Stadttor
Alt-Kaster, HaustürAlt-Kaster: Weihnachtskram vor dem HausRuine in Alt-KasterWeihnachtsbaum in Alt-KasterAlt-Kaster, schönes HausHaustor in Alt-Kaster

Alt-Kaster, ein Album auf Flickr.

Im Internet weiß jeder alles – vor allem besser.

Wäre ja noch schöner, wenn wir uns von alten Journalisten, die erwiesenermaßen ja keine Ahnung vom Internet haben, das Netz vermiesen ließen. Die kennen ja nicht mal den Unterschied zwischen „Tweet und Twitter“. Das geht gar nicht.

In meinen Augen ist es nicht zeitgemäß, eine  Unterscheidung zwischen Journalismus und Onlinejournalismus zu treffen. In beiden „Kategorien“ finden sich gute und schlechte Journalisten – jedenfalls meiner Meinung nach. Kürzlich wurde ich von einem (nicht unbekannten) Online-Redakteur dazu aufgefordert, einen Link von „seinem“ Artikel zu entfernen. Er möchte nicht mit dem Inhalt des von mir verfassten Artikel im Internet in Verbindung gebracht werden. Seinem Wunsch habe ich sofort entsprochen. Der scheint das Internet irgendwie noch nicht ganz verstanden zu haben.

Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus

Peter Schumachers Auseinandersetzung mit dem „Bescheidwisser-Buch“ von [W:Wolf Schneider] und [W:Paul-Josef Raue] empfinde ich deshalb als ungerecht, weil er – wie die Autoren – am mangelnden Verständnis der anderen Seite herummäkelt. Ja, vielleicht ist der Ton im kritisierten Buch unangemessen („Bescheidwisser-Ton“).  Schumacher geht nicht darauf ein, dass die von Schneider und Raue angesprochene Überforderung der Internet-Nutzer real existiert. Das Internet wird nicht nur von jungen, netzaffinen Menschen genutzt. Außerdem habe ich meine Zweifel, ob diese Gruppe junger Nutzer ihren vermeintlichen Informationsvorsprung wirklich sinnvoll verwendet. Der Lernbedarf ist immer noch enorm hoch, und er wird vielleicht auch noch längere Zeit fortbestehen.

Jeder, der Wolf Schneider ein bisschen kennt, weiß natürlich, was Schumacher meint. Der Mann ist wie er ist, und ich persönlich finde ihn (meistens) gut und sehr inspirierend. Den Autoren wegen der Tonalität des Buches quasi die Eignung als Kritiker des Internets abzusprechen, ist frech – auch wenn das im Internet natürlich prächtig ankommt.

Wer hat die Kompetenz?

Viele reden weiter davon, dass die Leute sich die Kompetenzen im Umgang mit dem Internet aneignen müssen. Wir kommen langsam voran – manche vielleicht auch etwas schneller. Aber hält unser Lernfortschritt mit der Entwicklung des Netzes stand? Ich sehe Risiken, weil viel zu viele Leute mit  „Informationen“ ihre Meinung bilden, die oft selbst nur „Meinung“ sind  und diese – angereichert wiederum durch eigene Meinung – weitergeben und vervielfältigen. Vielleicht gelten solche Gefahren für junge Leute weniger als für ältere. Junge Leute entwickeln, will ich hoffen, ein natürliches Verständnis für die Tücken und Fallstricke des Internets. Aber an dieser Hoffnung kann man auch zweifeln. Es schadet nach meiner Überzeugung nicht, wenn immer wieder auch darauf hingewiesen wird, dass „Information“ nicht unkritisch „konsumiert“ werden dürfen und dass die Ansprüche an die Klugheit der Nutzer des Webs viel höher sind, als viele das wahrhaben wollen.

Sparen die Griechen immer noch nicht genug?

Keine Ahnung, ob ein normaler Mensch die Dinge, die in Griechenland und auf EU-Ebene wegen Griechenland ablaufen, überhaupt noch verstehen und nachvollziehen kann. Ich habe mich ein bisschen ausgeklinkt. Wahrscheinlich bin ich zu doof, zu naiv und auf jeden Fall emotional überfordert.

Einerseits wissen wir, dass es den Griechen deshalb schlecht geht, weil sie ja so über ihre Verhältnisse gelebt haben. Mit ähnlichen Worten hat man uns »gewisse Zumutungen« ja ebenfalls »verkauft«. Allerdings so schlimm, wie jetzt den Griechen, ist es uns noch nicht gegangen – trotz der von Kanzler Schröder und seiner SPD an der eigenen Klientel begangenen Untaten. Hartz 4, Zeitarbeit — nein, die Agenda 2010 wird so schnell nicht vergessen! Die Maßnahmen haben die deutsche Wirtschaft in die Lage versetzt, die es uns heute ermöglicht, verächtlich auf die Griechen herabzuschauen. Die deutsche Wirtschaft brummt ordentlich – freilich ohne, dass die Arbeiter und Angestellten viel davon hätten. Aber die Überheblichkeit gegenüber den Griechen haben jedenfalls viele gemeinsam – egal, ob man Unternehmer oder Angestellte fragt.

Viele scheinen die Zeit der Ungewissheit und Sorgen abgehakt zu haben. Es geht wieder besser. Schade, dass die Gegensätze der Lebensbedingungen in unserem Land so stark an Kontur gewonnen haben. Wir reden von Spaltung der Gesellschaft. Viele juckt auch das nicht. Vielleicht haben sie sich eingerichtet. Bringt ja auch sowieso alles nix. Die Occupy-Bewegung besteht aus Spinnern und der Atomausstieg war doch eigentlich viel zu überstürzt. Bei uns hätte es diesen Unfall ja so nie gegeben. So was hört man in Deutschland ganz schön oft. Obwohl das Unglück doch so lange noch nicht hinter uns liegt.

Stattdessen sorgen wir uns über den Zustand und die moralische Integrität der deutschen Politikerkaste. Und das, obwohl wir doch immer schon wissen, dass Politik  ein dreckiges Geschäft ist.

Wir haben uns eingerichtet

Die einen haben einen Job — immer weniger finden keinen. Das ist die offizielle Lesart. Zur Stützung dieser Behauptung wird viel getan — an der Statistik. Rente mit 67 kommt gar nicht gut, wenn zu viele älterer Arbeitnehmer keinen Job mehr finden — trotz Facharbeitermangel.

Außerdem verläuft eine »Front« zwischen Jung und Alt. Viele ältere Arbeitnehmer besitzen das Privileg, ihre gut bezahlten Jobs mit kleinen Abstrichen aus der guten alten Zeit herübergerettet zu haben. In manchen Branchen wird systematisch daran gearbeitet. Bisher macht man sich deshalb »nur« Sorgen um den eigenen Besitzstand. Dabei gilt: was interessieren uns die anderen? Viele trösten sich mit der Gewissheit, nur noch einen »Rest« ihrer Lebensarbeitszeit hinter sich bringen zu müssen und bedauern insgeheim die Jungen. Denn die schauen gleich in mehrfacher Hinsicht  in die Röhre. Sie befinden sich in befristeten Jobs oder machen Endlospraktikas.  Und über die Rente reden wir mal gar nicht. Und… Überraschung: so geht es auch; auch daran kann man sich gewöhnen. Mein Eindruck ist, dass viele junge Leute genau das auch tun. Vielleicht ist das vernünftig oder überhaupt der einzig richtige Weg, mit den Veränderungen umzugehen. Persönlich empfinde ich die Veränderungen immer noch als Zumutung. Geholfen hat mir das bisher allerdings kein Stück. Vielleicht betrachten manche Menschen solche Gedanken als Luxusprobleme. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei den Griechen zum Beispiel durchaus der Fall ist.

Mehr Milliarden

Zurück zu den Griechen. Es heißt, dass die 130 Mrd. Euro (bis Ende 2014) vielleicht nicht ausreichen, um über die Runden zu kommen. 145 Mrd. € sollen es vielleicht werden. Das kennen wir ja inzwischen auch zur Genüge. Wir lesen, dass Berlin nun den Druck auf Griechenland erhöhen werde. Wie haben wir uns das denn vorzustellen? Die Griechen sollen sich also buchstäblich kaputtsparen. Es gehen immer mehr Unternehmen (große und kleine) pleite. Macht ja Sinn. Wenn wir erst einmal die Märkte überzeugt und bewiesen haben, dass wir marktkonforme Demokratien in Europa vorweisen können (nicht Frau Merkel?)  ist alles in Butter.

Das die rigorosen Maßnahmen zu massiven Einnahmeausfällen bei den Griechen führen, scheint irgendwie keinen zu interessieren. Dabei sind diese Seiten der drastischen Sparmaßnahmen sogar für Nicht-Ökonomen leicht verständlich. Der Druck, von dem immer die Rede ist, ist ein Popanz.

Scheinbar gibt es keinen anderen Weg, als den Griechen ständig zu drohen. Währenddessen werden die Deutschen in Europa immer unbeliebter. Obwohl wir dran gewöhnt waren, ist das etwas, was der Deutsche an sich gar nicht leiden kann. Aber beim Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf. Und die Märkte verlangen halt, dass Sparmaßnahmen mit dem gebotenen Ernst beschlossen und vor allem durchgeführt werden. Das dürfte der einfache Grund dafür sein, dass die deutsche Regierung jetzt sogar soweit geht, eine »nationale Aufsicht« für Griechenland zu implementieren. Wir wollen den stolzen Griechen also ein Stück ihrer Souveränität nehmen?! Wie diese Forderung (die von der deutschen Regierung getragen zu werden scheint) in Griechenland und in anderen europäischen Ländern wirken wird?!

Wenn dieses Vorgehen wirklich die Ultima Ratio ist wird »Europa« ganz bestimmt nicht mehr lange in der heutigen Form fortbestehen.

Solche Mitteilungen lobe ich mir

Hi there,

Yep, it’s been a year– time flies, huh? You’re nearing the end of your year subscription of Google paid storage for XXX@XXX, which gives you extra quota in Google services like Gmail and Picasa Web Albums. Your subscription is set to auto-renew for an additional year, and your Google Checkout account will be automatically charged on XX.XX.XX.

If you do not wish to renew, please visit the account management page and downgrade to the Basic Plan.

Das finde ich gut! So gut, dass ich es hier ausdrücklich lobend erwähnen möchte. Es gibt nämlich leider genügend Abo-Dienste, die solche Nachrichten gar nicht an ihre Kunden schicken, sondern einfach die „Gebühren“ vom Konto abheben, wenn der kritische Zeitraum erreicht wurde. Flickr, finde ich, macht das auch gut. Sie schreiben: »Ihr Pro Account läuft ab am: 1. September 2012. Aber keine Sorge, wir werden Sie daran erinnern, wenn es soweit ist.«

Bei der Kündigung meines C’t – Abos hatte ich auch positive Erfahrungen. Ich habe sogar Geld zurückerstattet bekommen, weil sie mich früher aus dem Abo entließen. Das fand ich wirklich gut.

Lana Del Rey – Born To Die

Viele Fans, die Lana Del Rey durch ihren Hit „Video Games“ gewonnen hat (22 Mio. Klicks auf das Youtube-Video sprechen eine klare Sprache), werden sich auf ihr heute in Deutschland erschienenes Album (es ist übrigens nicht das erste!) gefreut haben. Dank Simfy.de habe ich es mir bereits anhören können. Schön und zwar umso mehr als SWR1 heute Nachmittag einen ziemlichen Tamtam darum gemacht hat. Ich bin aufgrund von „Video Games“ nicht unbedingt selbst ein Fan von Lana Del Rey geworden, aber auch ich war neugierig auf ihr Album.

Lana Del Rey - Born To Die

Nun, ich bin (nach dem ersten Hören) jedenfalls noch nicht so richtig überzeugt. Sie schreibt ihre Songs selbst und inszeniert sich offenbar ähnlich geschickt wie Madonna oder Lady Gaga. Vielleicht macht sie eine so große Karriere wie diese beiden. Vielleicht wäre es unter gewissen Bedingungen vielleicht sogar ein bisschen schade. Aber was solls? Das muss jeder selbst wissen. Jedenfalls ist das Album einigermaßen abwechslungsreich. Aber neben Video Games habe ich kaum einen Titel entdeckt, der mich ähnlich ansprechen würde. Nach dem Musikchef von SWR1 wird das Album jedenfalls ein Hit. Vielleicht könnt ihr über diesen Link auch mal reinhören.

Dafür habe ich einen Schatz gefunden, von dem ich noch nichts wusste. Offenbar hat nämlich in dieser Woche auch Leonard Cohen ein neues Album (Old Ideas) herausgebracht. Das höre ich eben mit Wonne an. Ja, daran kann halt keiner tippen. :-) Und auch zu diesem Album ein Link (Simfy).

Leonard Cohen - Old Ideas