Keine Zeit zur Besinnung – nicht mal in der Opposition

Ich war zunächst auch empört über die 5-Euro-Erhöhung mit der schwarz/gelb am Sonntag an die Öffentlichkeit ging. Die Hartz-4er sollen arm bleiben. Keine Lobby, keine Kohle. So einfach funktioniert Politik. Erstaunlich, dass sich der Reflex zur unverzüglichen Empörung bei uns soweit verfestigt hat, dass man sich auch als halbwegs vernunftbegabter Mensch dem Ritual nicht ganz entziehen kann.

Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen sinken, selbst die Inlandsnachfrage kommt in Gang (obwohl große Teil unserer Wirtschaft nach wie vor auf ihre Exportchancen setzen und diesen Teil weiterhin sträflich vernachlässigen). Selbst die Währung scheint (jedenfalls vorerst) stabilisiert. Das passiert in schwarz/gelber Regierungsverantwortung. Plötzlich geriert Merkel sich auch noch, vielleicht weniger als führungs-, so doch aber als meinungsstark. Das hatte der Opposition noch gefehlt. Eine Reihe liegengelassener Projekte gewinnen an Fahrt und die Opposition hechelt hinterher.

Jetzt zeigt sich, wie miserabel das Spitzenpersonal der SPD  ist. Gabriels und Nahles‘ Tiraden überschlugen sich. Der Zeitpunkt schien günstig, aber die Inhaltsleere der Argumente waren die pure Katastrophe. Es war gerade so, als hätten die Oppositionspolitiker, die sich so überaus kritisch zu den 5 Euro äußerten, gar nicht mitbekommen, welche Aufgabe das Bundesverfassungsgericht der Regierung gestellt hatte. Über die Sachleistungen für Kinder, die nach von der Leyens Erklärung, Bestandteil des Pakets waren, wurde zunächst überhaupt nicht gesprochen. Die 5 Euro, um die der Regelsatz erhöht wird, waren das Thema. „Keine Zeit zur Besinnung – nicht mal in der Opposition“ weiterlesen

Ich wollte euch nur mal ein richtiges Kotelett zeigen

Nach einer Wanderung hat man Hunger. Bei mir war es nicht anders. Nebenbei gesagt, taten mir meine Füße und Knochen so weh, dass ich auch ohne noch etwas zu essen, an diesem Abend ganz fix eingeschlafen wäre.

Ich habe die Perspektive für das Foto absichtlich so gewählt, dass man die Höhe des Koteletts auch ja richtig einschätzen kann. Natürlich war, wie es sich gehört, ein ordentlicher Knochen vorhanden. Damit will ich sagen, dass es sooo groß ja nun auch wieder nicht gewesen ist.

Mobilität ist eine gefragte Eigenschaft

Am 1. März 2011 arbeite ich (dann 57) seit 4 Jahren bei meinem heutigen Arbeitgeber. Gute Firma, nette Kollegen. Ich sollte zufrieden sein, zumal ich sehr großes Glück hatte, noch einmal einen ordentlich bezahlten Job gefunden zu haben.

Rainer Sturm  pixelio.deVor dieser letzten Einstellung war ich einige Monate arbeitslos. Meine Chancen waren nicht gut. Darüber machte ich mir keine Illusionen.

Meine Firma ist ca. 150 km von meinem Wohnort entfernt. Seit einiger Zeit kann ich montags von zu Hause aus arbeiten. Über einen VPN-Zugang geht das in meinem Job sehr komfortabel. Weiter brauche ich nichts – außer dem Telefon.

Während der entscheidenden Phase führte ich damals ein langes Gespräch mit meinem Freund über die neue Arbeit und die sich ergebenden Bedingungen. Ich habe nicht vergessen, wie kritisch er die Tatsache sah, dass ich die Woche über nicht zu Hause wäre. Von der erwähnten Telearbeit war damals noch nicht die Rede. Natürlich kennt er meine Frau und mich sehr gut und weiß auch, dass wir bis dahin nur ausnahmsweise einmal getrennt waren. Das hat sich durch meine jetzige Arbeitsstelle geändert – auch wenn es sich derzeit “nur” noch um drei Übernachtungen die Woche handelt.

Ich weiß, dass es viele Leute in ähnlichen und “schlimmeren” Situationen gibt. Viele Leute sind monatelang auf Montage oder auf See. Und die Zahl der Pendler mit langen Strecken hat stark zugenommen. Ich kenne persönlich einige Leute, die lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Ein Bekannter fährt täglich ca. 250 km und das zweimal.

Man kann mich also durchaus als Weichei bezeichnen, wenn ich hier über meine Beschwernisse lamentiere. Vielleicht kriege ich aber doch mildernde Umstände, wenn ich ins Bewusstsein bringt, dass ich von den vier Jahren mehr als ein Jahr lang z.B. abends nicht zu Hause bei meiner Frau gewesen bin. Keine Fernsehabende, keine gemeinsamen Kinobesuche, keine Besuche bei Freunden, keine Gespräche u.s.w.

Ich sage das auch deshalb, weil es mir auf die Nerven geht, dass in der Öffentlichkeit gern behauptet wird, dass viele Arbeitnehmer es an der erforderlichen Mobilität fehlen ließen. Mich würde eure Meinung zu diesem Thema interessieren.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Das ist ja mal ein Schlag

Bei Caschy musste ich lesen, dass Xmarks eingestellt wird. In ca. 90 Tagen soll es soweit sein. Dabei hätte ich für ein so praktisches Tool, das es ja für beide von mir bevorzugten Browser Firefox und Google Chrome in fast gleicher Qualität gibt, gern ein paar Euros bezahlt, damit es weiterginge.

Auch wenn man hier und da schon mal ein paar kleinere Probleme hatte, das Konzept war überzeugend und die gerade noch in letzter Zeit hinzugekommenen Features vereinfachten den Umgang nicht nur mit Bookmarks, sondern auch mit Passwörtern und Tabs.

Vielleicht findet sich ja doch noch ein Investor, der keine kalten Füsse kriegt. Ansonsten muss man wohl feststellen, dass selbst eine so attraktive Dienstleistung noch längst kein Gewähr dafür bietet, dass die Nutzer dafür auch bereit sind zu zahlen.