Ich bin ein bescheidener und unwissender User

Mein PC-Equipment ist nicht das teuerste. Aber ich weiß, was ich will. Dachte ich jedenfalls. Der ideale Kunde zur Beratung bin ich wohl nicht, weil ich zum einen jedem Verkäufer erst einmal mit einer skeptischen Grundhaltung gegenüber trete. Hat der Ahnung oder will der mir nur was verkaufen? Zum anderen bin ich von dem Glauben beseelt, dass mein Sachwissen für den Kauf einer neuen PC-Mouse schon ausreichen wird.

31072010142.jpg Dabei habe ich, wenn ich ehrlich bin, den Überblick für das Angebot rund um den PC schon längst verloren. Aber man braucht sich angesichts des massenhaften Angebotes dafür wohl nicht zu schämen. Aber ärgern, ärgern darf man sich später schon. Jedenfalls, wenn sich herausstellt, dass man unnötig Geld ausgegeben hat.

Ich hatte vor ein paar Jahren eine sehr schöne Tastatur mit Maus von Logitech gekauft. Über die Umstände habe ich hier (was sonst?) natürlich auch gebloggt. Zu diesem Prachtstück war ich nämlich nach der Reklamation einer diNovo, einem echt schönen Teil –auch von Logitech- gekommen (einem Vorgänger von dieser). Bei meiner Suche nach dem Artikel stelle ich fest, dass diese Geschichte des Tastaturenwechsels meiner damaligen Löschaktion (Stichwort: Finger.Zeit.net) zum Opfer gefallen ist.

Ende letzter Woche habe ich ein Fachgeschäft aufgesucht und mich dort nach PC-Mäusen umgesehen. Meine süße kleine Logitech-Maus (man gewöhnt sich ja so an die Dinger…) hat angefangen zu spinnen. Alle Reinigungsversuche, Batterieaustausch und De- und Neumontage schlugen fehl. Sie mochte nicht mehr. So etwas soll ja vorkommen. Sie hat sich eben überarbeitet. Also habe ich sie in den Mäusehimmel entlassen.

Ich stand vor einem ca. zehn Meter langen Regal, voll gepackt mit PC-Mäusen aller erdenklicher Art. Gamermäuse, Mäuse mit und ohne Kabel, Lasertechnik, PS/2, USB, Serial, optomechanisch, LED mit optischem Sensor und all der Kram eben, mit dem man eigentlich nichts anzufangen weiß. Obwohl man doch die verschiedenen Techniken und Qualitätsmerkmale, die den täglichen Umfang mit diesem unverzichtbaren Werkzeug zur PC-Bedienung prägen, irgendwie ja schon geläufig sind. Wenn man zwischen der Maus im Büro, der am Desktop-PC oder am Notebook (von den Pads will ich erst gar nicht anfangen) hin und her wechselt, merkt man –je nach dem- deutlich Unterschiede.

Also besann ich mich zunächst einmal darauf, welchen Unterschied ich denn persönlich am stärksten wahrnahm.

Wie liegt die Maus in der Hand und wie fühlt es sich an, wenn man die linke oder rechte Maustaste drückt? Da fand ich den Service des PC-Händlers gut, der (fast) alle Mäuse ausgepackt zum Antatschen durchnummeriert aufgereiht hatte. Angeschlossen waren sie nicht. Das wäre wohl auch wirklich des Guten zu viel gewesen. So probierte ich 25 verschiedene Mäuse aus und klickte, was das Zeug hielt. Meine Favoriten lagen zwischen 50 und 80 Euro. Alle von Logitech. Das war mir zu teuer.

Fast war ich so weit, mir eine Logitech für 79,95 zu nehmen und von Zweifeln erfüllt (wegen des Preises) zur Kasse zu wandern. Da – endlich kam ein junger Mann auf mich zu und bot mir Hilfe an. Uff. Dankbar ließ ich seinen Redeschwall (man redete der schnell) über mich ergehen. Er drehte mir ein Mäuschen zu 17,90 Euro an. Damit könne ich nichts falsch machen und die andere wäre ja schließlich auch nichts anderes als eine PC-Maus.

Das war letzten Freitag. Seitdem war ich mit meinem Arbeitsplatz (zu Hause) nicht mehr im Reinen. Ich will das Produkt nicht schlecht machen. Wirklich nicht. Es ist vermutlich seinen Preis wert.

Heute war ich mit meiner Frau in Köln. Dort habe ich mir eine neue Maus gekauft. Nein, wir haben nicht zu viel Geld! Sie war mein Gejammer einfach leid. Sie hat mich unterstützt und nun bin ich wieder froh und glücklich. Das fehlende Werkzeug passt wieder zum Rest dazu. Ein Traum. Mein Mäuschen und ich sind wieder eine Einheit. Es hat allerdings mehr als dreimal so viel gekostet wie das andere Produkt und es verhält sich auch entsprechend. Ist das eine Wohltat.

Das Logitech Produkt hört auf den Namen: “Anywhere Mouse MX” und seine Features überzeugen. Am spektakulärsten finde ich die Möglichkeit, zwischen den offenen Windows – Fenstern hin und her zu wechseln.

Mouseswitcher

Wenn ich die Produktbeurteilungen auf der Google Produktseite lese, kann ich mich beruhigt zurücklehnen. Ich glaube, ich habe im zweiten Hinfassen die richtige Entscheidung getroffen.

Die andere PC-Mouse habe ich meinem Notebook-Gepäck beigefügt. Damit werde ich unter der Woche im Hotel sicher prima klar kommen. Die noch ältere Logitech-USB-Mouse (mit Kabel) habe ich meinem Vorrat für etwaige Ersatzbedarfe zugewiesen. Man kann ja nie wissen und die funktioniert einfach immer. Das ist ein beruhigendes Gefühl.

Übrigens soll die Logitech “Anywhere Mouse MX” auch auf Glas arbeiten. Das habe ich noch nicht ausprobiert.

Lauschangriff beim Frühstück im Hotel

Am Nachbartisch saßen drei SAP-Berater. Es ging nicht um meine Firma. Aber witzigerweise haben auch wir am 1. Juli unser ERP-System auf SAP umgestellt. Die „Beratungsphase“ liegt also quasi im Großen und Ganzen gerade hinter uns.

In den letzten Monaten waren eine Reihe SAP-Berater bei uns im Hause. Allerdings übernachteten diese nicht in diesem Hotel und sie waren außerdem von einem anderen Unternehmen — und zwar einem mit sehr guten und qualifizierten Mitarbeitern, wie ich gern hinzufügen möchte. Zwischen den Beratern und unseren Leuten (ich war Mitglied des Teams) gab es eine ausgesprochen angenehme, produktive und kollegiale Zusammenarbeit.

Zurück zu meinem Lauschangriff: Es fand ein angeregtes Gespräch über die Mitarbeiter des Unternehmens statt, für das diese Herren gerade beratend tätig sind. Dazu nur so viel: So spricht man nicht über Kunden! Egal, wie sauer man vielleicht auch sein mag. Es könnte nämlich jemand mithören, der vielleicht einen der „besprochenen“ Leute kennt. In einer Kleinstadt wie dieser ist das nicht einmal unwahrscheinlich. Es wurden Namen genannt, einen kannte ich. Aber ich kann ja schweigen. *ROFL*

Foto Verena N. / pixelio.de

Wir erkennen sie an ihren Worten

Nach den letzten Einlassungen Sauerlands zu seiner Verantwortung kann ich meine bisherige Position nicht mehr aufrecht erhalten. Er muss zurücktreten. Möglichst schnell.

Dennoch finde ich eine solche Headline unmöglich. Einen Menschen als Untoten (Zombie) zu bezeichnen ist Welt Online nicht würdig. Aber es passt natürlich andererseits durchaus ins Gesamtbild der Stimmung.

von Zombies im Rathaus


Demoskopische Katastrophe für die Regierung: Demokratie und Verantwortung

Ich nehme die Nachricht vom Umfragen-Niedergang der Regierung weniger als Nachweis für deren schlechte Arbeit und schon gar nicht als Bestätigung der Oppositionsarbeit. Mitnichten! Sie ist vielmehr ein Beleg dafür, dass wir -die gesamte deutsche Öffentlichkeit- jedes Maß und Ziel aus den Augen verloren haben. Unsere so genannte Politik- oder von mir aus Politikerverdrossenheit lässt sich, das ist meine große Besorgnis, ganz schnell ummünzen in eine ja ebenfalls bereits beschworene Demokratieverdrossenheit.

Wer weiß, ob nicht doch die braunen Horden schneller zurück sein könnten, als wir uns das vorstellen. An manchen Ecken Deutschlands und im Internet warten sie schon. Und die Presse spielt ihnen in dem Sinne mit überzogenen und maßlosen Kritiken in die Hände.

Wir wundern uns noch darüber, dass Politiker der ersten Reihe quasi reihenweise das Handtuch werfen. Die Medien suchen die Verantwortung wiederum bei der Politik, in diesem Fall bei Angela Merkel.

Ob irgendeiner in den Chefredakteursetagen schon mal darüber nachgedacht hat, wie man sich fühlt, wenn man verbal in der Art und Weise verprügelt wird, wie es bei uns an der Tagesordnung ist? Ich weiß, viele werden sagen, dass solche Dinge z.B. in den angelsächsischen Ländern viel stärker ausgeprägt und an der Tagesordnung ist. Aber wir sind in dieser Hinsicht viel gründlicher. Wie so oft. Typisch deutsch eben.

Bitte, darüber können wir ruhig mal denken. Und zwar bitte, bevor man sich darüber echauffiert, dass ich als Demokrat angeblich nicht weiß, dass Diskurse, auch der härteren Art, einfach zum politischen Leben dazu gehören. Ich erinnere an Köhlers Rücktritt und daran, dass sich die Medien nicht mehr darüber einkriegten, dass er dies getan hat, „nur“ weil man ihn kritisiert habe. Wir besitzen eine schlechte Streitkultur. Das gilt nicht nur für Politiker.

Wir neigen zu regelrechten Empörungsritualen. Folgerichtig neigen wir zu groben Übertreibungen. Zudem sind die Grenzen zur persönlichen Diffamierung längst aufgehoben.

Union fällt in Umfrage auf Zehn-Jahres-Tief,  Reuters

Foto Daniel Kempken – pixelio.de

„Focus“ in neuem Kleid

Ein Relaunch auf das die Welt gewartet hat, ist es wohl nicht. „Focus Online“ gehört auch für mich nicht zu den Seiten, die man täglich anschaut. Natürlich habe ich auch sie in meinem Feed-Reader aber da muss ich sagen, dass mir „Spiegel Online“ doch erheblich mehr zusagt. Das ist übrigens im Vergleich der beiden Print-Version kein bisschen anders. Der „Spiegel“ führt gegenüber „Focus“ um Längen. Und – nur der Ordnung halber- das hat keine ideologischen Gründe.

Seite heute sieht „Focus Online“ also so aus:


Wenn ich mich nicht irre, ist die Ausrichtung jetzt zentriert, während sie zuvor (wie u.a. bei „Spiegel Online“) linksbündig war. Die Seite kommt ein bisschen aufgeräumter daher als vorher. Die „Weißanteile“ sind beachtlich. Die Optik ist nicht umwerfend. Auch in Sachen Design finde ich persönlich „Spiegel Online“ deutlich überlegen. Von den Inhalten will da gar nicht erst anfangen.