So hatte Horst Köhler sich das wohl nicht vorgestellt

Horst Köhler erklärt seinen heutigen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten so:

Er vermisse den Respekt vor seinem Amt. Quelle: Staatsoberhaupt: Bundespräsident Köhler tritt zurück – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Wenn Köhler das so gesagt hat (immer kann man das ja nicht gleich wissen…) zeigt das nur, wie recht die hatten, die ihn wegen seiner umstrittenen Äußerungen kritisiert haben.

Seine Äußerungen sind nicht missverstanden worden! Er hat sich, warum und weshalb auch immer, in einem Land, in dem wir Krieg führen, in unglaublich instinktloserweise geäußert. Vielleicht zeugte das von Ehrlichkeit. Aber einen Präsidenten, der solche Gedanken hegt, will ich jedenfalls nicht.

Die versuchten Manipulationen an den kritischen Passagen ließen darauf schließen, dass vielleicht gewisse Stellen in Berlin den Schaden noch begrenzen wollten. Gut, dass das nicht gelungen ist!

Mit Horst #Köhler tritt jemand aus der Politik zurück, der Berlin ein menschliches Gesicht gegeben hat. Sehr schade. Quelle: Twitter / Michael Voß: Mit Horst #Köhler tritt je …

Ach was.

Begeistert übertrieben

Begeisterung produziert Übertreibung. SpOn schreibt:

Das Gegenmodell zu den Menowins, die auf der Bohlen-Galeere ihrer Resteverwertung entgegenrudern.
Quelle: This is so crazy! | [Gregel Dot Com]

Aber fast alle mit denen ich mich unterhalten habe, freuten sich auch noch über etwas anderes: der gestrige Abend war eine Niederlage für das Trash-TV. DSDS und Dieter Bohlen haben an Einfluss verloren. DSDS wird in Zukunft so etwas sein wie Big Brother mit Gesang. Raab hat gezeigt, wie man mit Qualität und Respekt erfolgreich sein kann.
Quelle: Grand Prix: and the Losers are – Gottschalk, Jauch und Bohlen | Ruhrbarone

„Begeistert übertrieben“ weiterlesen

Netzgeschreibsel

Dieser Artikel ist mit Abstand das Ekelhafteste was mir in letzter Zeit im Netz begegnet ist. Da kann man ja glatt Sympathie mit Printjournalisten haben, die solches Netzgeschreibsel von Bloggern als qualitativ wertlosen Müll abtun.
Quelle: Tauss, der Kinderschändergucker der Piraten, ist verurteilt – zu recht | Ruhrbarone

Was sich da bei den Ruhrbaronen in Sachen Tauss, der übrigens heute aus der Piratenpartei ausgetreten ist (gebührt ihm dafür Respekt?), abspielt, ist interessant und weckt vermutlich nicht nur bei mir zwiespältige Gefühle. Einerseits hasse ich Vorverurteilungen, andererseits halte ich die Reaktionen, die einige Leser dort abgeladen haben, für ebenso kritisch. Es geht um Standpunkte zu einem kritischen Thema. Dass sich ausgerechnet die, die sich doch sonst so vehement auf die Meinungsfreiheit im Netz berufen, nun weit über das Ziel hinausschießen, ist bezeichnend. Bezeichnend für eine immer mehr verlorengehende Streitkultur in Deutschland. „Netzgeschreibsel“ weiterlesen

Lenas Stilprinzip?

Man kann die sicher höchst individuelle Geschwindigkeit der Transformation eines Mädchens zum Medienstar nicht normieren und einschätzen. Aber übel nehmen darf man ihr jedenfalls nicht, dass Lena schnell dazu lernt:

Aber dies musste allen klar sein, die Lena heute Abend sahen, wie sie die Journalisten mit Scherzen bediente: dass dieser Teenager sein Geschocktsein womöglich schon selbst als Stilprinzip begreift.
Quelle: Eurovisionssiegerin Lena: Die Geschockte, die rockte – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Kultur

“Spiegel” kein politisches Magazin mehr?

Im Miesmachen sind wir Deutschen wirklich die Könige. Irgendwo schrieb einer: “Früher, als der “Spiegel” noch ein politisches Magazin war”. Ich möchte wetten, dass der, wie viele andere Kritiker, das Magazin noch nie gelesen hat. Die meisten kennen die Online-Ausgabe und setzen beides gleich.

Ich fühle mich nicht berufen, die weder die heutige Qualität des Magazins zu beurteilen, noch die im deutschsprachigen Web wohl als Top-Nachrichten-Quelle geltende Online-Ausgabe “SpOn”. Dass sich beide Angebote voneinander unterscheiden wird den Redaktionen bzw. den Verantwortlichen kaum vorgehalten werden können. Schließlich sind die Anforderungen bis hin zu den Lesegewohnheiten der Leserinnen und Leser bestimmt ebenfalls sehr unterschiedlich.

„“Spiegel” kein politisches Magazin mehr?“ weiterlesen