Wir kommen gut voran – beim Kampf gegen Arbeitslose

DPA berichtet heute:

Die Arbeitsagenturen haben 2008 so viele Sanktionen gegen Arbeitslosengeld-I-Empfänger verhängt wie noch nie zuvor. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, wurde in mehr als 740 000 Fällen die Auszahlung des Arbeitslosengeldes zeitweise gesperrt. Das entspricht einem Anstieg um 16 Prozent gegenüber 2007. Drastisch gestiegen sind vor allem die Sperrzeiten wegen verspäteter Arbeitssuchendmeldung. Die Sanktion wird verhängt, wenn sich Arbeitnehmer nicht sofort nach Bekanntwerden der Kündigung bei der BA melden.

Fordern und Fördern ist die Devise. Anscheißen und Denunzieren wäre meine Übersetzung. Und das passt in meine kleine Welt der Vorurteile und vorschnellen Meinungsäußerungen.

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Geringqualifizierte werden der Anreize beraubt, ihre Ziele zu verwirklichen

Aus einem Interview, das die Süddeutsche Zeitung mit dem Top-Ökonomen Dennis Snower geführt hat und das Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, zitiere ich:

In Deutschland finde ich es ziemlich inhuman, dass Geringqualifizierte so wenig Möglichkeit haben, aufzusteigen. Sie werden in einer Weise abgesichert, die sie ihrer Anreize beraubt, ihre Ziele zu verwirklichen. Das haben wir nach der Wiedervereinigung gesehen. In Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit viel höher als im Westen, irgendwas ist da sehr schief gelaufen und das ist inhuman.

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Wie bekloppt muss man sein?

Auch die Jugendfixiertheit dieser Branche erfährt gerade einen Umschlagpunkt. Anfang der Neunziger, als sich die ersten Privatsender von den Öffentlich-Rechtlichen abgrenzen wollten, bürgerte sich in Deutschland ein Begriff ein, der noch aus dem Amerika der Fünfziger stammt: „die werberelevante Zielgruppe von 14 bis 49 Jahre“. Die Branche leitete daraus ab, dass jemand, der altersmäßig irrelevant ist für ein Produkt, es wohl besser auch nicht bewerben sollte. Deshalb sah man in den Werbeagenturen kaum jemanden über 45 Jahre.

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Nun ja, die Werbebranche – könnte man sagen. Aber die „anderen“ haben schnell gelernt, wie wir heute wissen.

Wir zahlen nicht für Eure Krise

Eine griffige Formel, unter der die Demonstranten in Europa ihr Missfallen über die Folgen der Finanzkrise kundtaten. Aber auch wenn es mir schwer fällt: Das ist unsere Krise. Sie kostet unser Geld und unsere Arbeitsplätze.

Sicher, es hilft beim Frustabbau, wenn man Schuldige ausgemacht hat. Und bestimmt sind die Adressaten der Protestanten auch nicht immer die Falschen. In London blieb es friedlich. 35.000 Demonstranten. Ihr Protest richtete sich, wie der der 15.000 Teilnehmer bei der Berliner Demo gegen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die beiden Mottos wichen voneinander ab:

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Nichts Menschliches

Wie heißt das immer so schön, wenn man auf einen Menschen mit sehr viel Lebenserfahrung trifft? “Dem ist nichts Menschliches fremd”.

 

Entsetzen in Kolumbien: Vierzehn Mal soll ein Witwer seine Tochter geschwängert, acht Kinder mit ihr gezeugt und auch manche von diesen missbraucht haben. Erst durch den Fall Josef F. in Österreich soll dem Mädchen sein Martyrium klar geworden sein.

Einem 63-jährigen Vater wird vorgeworfen, eine Tochter seit ihrem neunten Lebensjahr über einen Zeitraum von 25 Jahren hinweg missbraucht zu haben. Die Kinder belasten nun einen Sohn.

 

Auch wenn es uns noch so graut vor denen, die ihren eigenen Kindern, ihren Familien etwas derart Schreckliches angetan haben, es sind Menschen. Und wir werden uns damit abfinden müssen, dass Amstetten nicht die Ausnahme darstellt, wie es zunächst den Anschein hatte.

Jürgen Walter – der Held der Demokratie?

Viele werden den Namen längst vergessen haben. Er gehört zu den vier Dissidenten, denen Andrea Ypsilanti zu verdanken hat, dass ihre politische Karriere beendet ist. Viele sehen das ganz anders. Sie sind der Meinung, Ypsilanti hätte sich das ganz allein selbst zuzuschreiben. Geschenkt.

Die SPD hat Walter suspendiert. Für zwei Jahre sollen seine Mitgliedsrechte “ruhen”. Nur auf der kommunalen Ebene darf er mit entscheiden. Der arme Mann!

Als Sozi habe ich mich nicht wohl gefühlt mit den Dingen, die im hessischen Landesverband vor sich gegangen sind. Und zwar durchaus nicht aus machtpolitischer oder (von mir aus) aus opportunistischer Sicht. Der versprochene Politikwechsel hat nicht stattgefunden. Die Wähler haben sich angeblich verarscht gefühlt. Betrogen und verkauft von der SPD – Spitzenkandidatin, Andrea Ypsilanti. Dabei war es überfällig, dass das Bündnis, für das sie glaubte, dass die Zeit dafür reif sei, endlich Realität werde.

Aber immer noch verfangen die Argumente derer, die in der LINKEN den Feind unserer Gesellschaftsordnung sehen. Mit dieser Partei sei kein Staat zu machen. Lächerlich. Nichts anderes ist zu hören als es der Fall war, als die Grünen gegen das politische Establishment angekämpft haben.

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