Koch: Nicht attackieren, unterstützen sollte ihn der gestrige Appell

Koch sollte also gar nicht attackiert werden. Schade, er hätte es verdient gehabt, auch Kritik aus denen eigenen Reihen zu ernten. Das wäre ein gutes Zeichen für unsere Demokratie gewesen. Finde ich jedenfalls.

Stattdessen rudern die 17 Briefschreiber nun teilweise zurück. Wir haben den Inhalt des Briefes nur falsch verstanden. Er sollte nach dem Bekunden einige Unterzeichner eher wie ein Katalysator für Kochs Botschaften wirken. Wie schnell man doch missverstanden wird.

Aber immerhin. Die CDU hat erkannt, «dass Deutschland de facto ein Einwanderungsland ist». Die beste Prävention gegen Jugendgewalt sei «Bildung, individuelle Förderung und die Eingliederung der Eltern». Ist doch auch schon was, wo genau das ja bis vor Kurzem von einigen in der Union noch bestritten worden ist.

Missverstandener Karneval

Solange ich denken kann verstehen Leute aus anderen Regionen unseres Landes unter dem, was zu Karneval passiert, vielfach etwas anderes, als die richtigen Karnevalsjecken. Ich meine nicht nur den Hamburger Kollegen, der glaubt, in Köln mal eben ein williges Mäuschen für ein kurzes außereheliches Abenteuer zu finden oder diejenigen, die behaupten, dass man nicht auf Kommando lustig sein könne. Über solche Dinge kann der Kölner an sich ja nur müde lächeln.

Aber es gibt eine Volksbewegung, die sich vielleicht wirklich zu einer echten Gefahr für den Karneval entwickelt hat. Die Black Fööss beschreiben das in ihrem Lied „Ävver bitte, bitte met Jeföhl“ ganz zutreffend:

Am 11. 11. jeiht et widder loss:
Schirve, Splitter, Schläjereie,
stinkbesoffene Pänz,
uns Altstadt es en Müllkipp
do kritt mer doch de Krämp.
Vor der Bühne schwatze Sheriffs, Kameras un VIP´s,
die Lück, für die mer singe wolle, krijje janix met.

Black Fööss

Ein kollektives Besäufnis mit möglichst viel Randale im Gepäck. Das will keiner, dem wirklich etwas an Karneval liegt.

Wie naiv ist das denn?

Der Noka – Betriebsrat hat sich auf europäischer Ebene in Brüssel getroffen und die deutsche Betriebsratschefin vom Bochumer Werk, Frau Achenberg, hat die Sitzung enttäuscht verlassen. Hatte sie wirklich mit mehr gerechnet? Die finnischen Vertreter warben gar um Verständnis für die Entscheidung des Vorstandes. Es ehrt Frau Achenbach, dass sie sich mit aller Kraft gegen die Entscheidung stemmt. Aber sie wird auch längst wissen, dass diese Mühe am Ende erfolglos bleiben wird.

Rütters ist im Moment in den USA. Ich höre, dass er dort in seinen Ansprachen mehrfach vom Nokia-Gau geredet hat. Offenbar scheint ihn diese Erfahrung wesentlich mehr zu beschäftigen, als die hiesigen Meinungsmacher das für möglich gehalten hätten. Gibt es womöglich doch noch Politiker, die sich nicht nur für ihre eigenen Belange interessieren oder sich für ihre Wiederwahl engagieren? Jedenfalls scheint es im Fall Rütters durchaus so zu sein. Dafür wird er in Deutschland belächelt, gehänselt. Einen solchen Mann kann man nicht für voll nehmen. Der versucht doch tatsächlich die Amerikaner, die Perfektionisten in Sachen Kapitalismus, dazu zu bewegen, die soziale Marktwirtschaft einzuführen oder zumindest einmal darüber nachzudenken, ob man dem grassierenden Turbokapitalismus nicht auch aus reinen Vernunftgründen etwas entgegen setzen müsste. Wie naiv ist das denn?

Ich überlege, ob ich Rüttgers bei den nächsten Wahlen nicht meine Stimme geben sollte. Der Mann war mir schon immer sympathisch. Auch wenn er in der falschen Partei ist und manchmal vielleicht eine nicht so deutliche Aussprache hat.

Sorge um die Volksgesundheit

Nun haben sie uns schon das Rauchen richtiggehend vermiest. Und jetzt fährt der Zug -planmäßig- in eine neue Verbots- und Gebotsrichtung, sogar ganz ohne GDL. Diesmal stehen 50% der Bevölkerung auf der Agenda unserer staatlichen Bevormunder. Eigentlich ja doch kein Wunder, dass so viele weg wollen.

Ok. Vielleicht war die Schweinshaxe am Freitag vergangener Woche (Freitags Fleisch – und das als Katholik :oops: ) mit nur zwei Wochen Pause ja auch eine gnadenlose Übertreibung. Aber wenn sie doch so lecker ist. So gegrillt mit Pommes Frites und ordentlich scharfem Löwensenf. Dazu ein Fläschchen Bier (das wird ja auch schon weniger getrunken bei uns in Deutschland)… hmmm. Alles machen die einem mies oder geben sich zumindest redliche Mühe auch das hinzukriegen. Der Seehofer soll sich mal an seine schwere Erkrankung zurückerinnern. Ob seine Erkenntnisse etwas darauf zurückgehen? Eher wohl nicht. Schließlich ist er doch nicht wirklich dick. Bestimmt möchte er nur unser Bestes.

Aber wenigstens habe ich jetzt verstanden, weshalb ich zu schwer (dick) bin. Ich habe halt nur die Volksschule besucht. Und dumm macht dick. Und außerdem habe ich irgendwo mal gehört, dass Leben irgendwie lebensgefährlich sein soll.

Der letzte macht das Licht aus

Schlechte Nachrichten machen sich immer gut. Insofern ist es auch kein Wunder, dass, egal in welchen Medien, sich alle redlich um solche bemühen. Manchmal weiß ich nicht mal mehr, ob die Leute, die sich so betont negativ über Deutschland äußern, dies nur deshalb tun, weil sie sich wirklich Sorgen machen oder eben doch nur deshalb, weil sie ihre eigene Auflage oder Einschaltquote befördern möchten.

Erst vor ein paar Tagen äußerte sich Herr Rürup einmal wieder zur Zukunft unserer Rente. Er spricht davon, dass viele Menschen in Altersarmut leben werden. Alles nichts neues, nur wenn man es immer und immer wieder hört, eignet sich der Begriff „Zukunft“ in diesem Zusammenhang eigentlich nicht so prima. Aber das stört Herrn Rürup nicht. Im Gegenteil. Er müht sich redlich darum, die Brisanz des Themas zu steigern. Millionen von Menschen sollen betroffen oder zumindest vom Risiko der Altersarmut bedroht sein. Sicher ist er der Meinung, die Bevölkerung sollte besser mit der Wahrheit konfrontiert sein, als irgendwann mit kurzem Hemdchen dastehen. Mit solchen Realitäten müssen erwachsene, mündige Bürger doch umgehen können. Schon klar. Bloß möchte ich denjenigen mal sehen, bei dem solche Nachrichten keinen Wirkungstreffer erzeugen. „Der letzte macht das Licht aus“ weiterlesen