Volle Kinos: “Geklaute” Filme gucken und drüber reden

Update: 26.11.2012

Auf den ersten Blick wirkt es seltsam, dass nach dem “Ausfall” von Megaupload die Kinoeinnahmen nicht etwa gestiegen, sondern im Gegenteil sogar gesunken sind. Eine Studie soll dies jedenfalls belegen.

Die Begründung, dass Filme, von Blogbustern abgesehen, von der durch diese Art der Verbreitung erfahrene Publicity eher profitiert haben, klingt nicht so unglaublich. Ich erinnere daran, dass Microsoft seine Office-Programme nur deshalb zu dieser weltweit dominanten Vormachtstellung entwickeln konnte, weil es so viele Schwarzkopierer gab. Aber klar, beide Produkte sind nicht direkt miteinander vergleichbar.

Früher hätte man behauptet, solche Zusammenhänge seien konstruiert und durch nichts zu beweisen. Das war wohl, bevor der Begriff “virales Marketing” existierte.

Man darf nicht alles glauben, was im Internet steht: Das Bloggermärchen: Megaupload-Aus Schuld an Ebbe an den Kinokassen?

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Herzlichen Dank.

Horst Schulte

Das Internet bietet mir die Möglichkeit, die ganze Welt (jedenfalls die deutschsprachige) mit meiner Meinung zu beglücken. Die Chance kann ich mir nicht entgehen lassen.

6 Antworten

  1. Sven sagt:

    Das ist übrigens genau das, was viele der Musik- und Filmindustrie immer wieder versucht haben zu erklären. Dieses tauschen von Musik und Filmen ist auch eine Art Werbung, weil viele, die diese Musik tauschen, erst einmal gar nicht bereit sind diese zu kaufen. Gefällt ihnen aber was sie hören, so kaufen sie dann beim nächsten mal die CD oder die DVD.

  2. Horst Schulte sagt:

    Ich finde das zwar auch komisch aber offenbar funktioniert das ja so. Ich kaufe mir zwar CD’s aber noch nie (wirklich nicht) einen Film. Einen Film schaue ich mir 1 – 2 x an und dann aber wirklich nie wieder. Von ganz seltenen Ausnahmen jetzt mal abgesehen. Aber man darf eben nie von seinem eigenen Verhalten auf das von anderen schließen. Wahrscheinlich haben die Damen und Herren in den Chefetagen der Filmindustrie genau diesen Fehler auch gemacht. Oder sie sind einfach so gierig, dass sie solche Zusammenhänge einfach nicht sehen.

  3. Horst Schulte sagt:

    Ja, Sven. So kann es gehen mit dem Internetz…

  4. Tja, ich habe da auch eine “Studie” zu: “Dann warte ich eben, bis ich Deine Songs irgendwo runterladen kann”… selbst so gehört über meine Musik (und ich wollte nur ne Schachtel Bier für ein Song-Paket).

    Schön, daß Du das nachträglich korrigiert hast :-)

    • Horst Schulte sagt:

      Schon Scheiße, wie leicht man uns beeinflussen kann. Bei Caschy hatte bis gestern Abend noch keine “erweitere Diskussion” über das Thema stattgefunden. Dort wird mitgenommen, dass die Meldung so stimmte. Getreu dem Motto: Es bleibt immer etwas hängen.

  5. gh sagt:

    Bei diesem Thema gibt es auf beiden Seiten eine Vermischung zwischen Aktionismus und echter Faktenfindung:

    Auf der einen Seite stehen Unternehmen, Verwerter und Wirtschaftstreibende mit ihren Lobby-Unternehmen, auf der anderen Seite einige wenige Akademiker, die, wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen, ihre wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzen. Trotzdem gibt es immer wieder unabhängige Studien – die allerdings entweder nur ein sehr enges Gebiet umfassen (wie die LSI-Studie) oder zu allgemein sind bzw. an der Datenfindung scheitern.

    Und hier kommt das Problem, dass ich mit dem referenzierten Artikel habe: es kommt für mich nicht ausreichend heraus, dass die gegenteilige Aussage – nämlich dass ein direkter Zusammenhang zwischen Downloads und Umsatzrückgang in der Unterhaltungsbranche besteht – keinesfalls in irgendeiner Weise mit unabhängigen Daten oder Studien (nicht jene von Lobby-Institutionen oder Beteiligten) belegt sind. Als Beispiel: schon allein der fiktive Streitwert – sprich Schaden – ist mehr als fragwürdig. Trotzdem werden aufgrund dieser Annahme Gesetze verabschiedet, die gelinde gesagt problematisch für den Rechtsstaat sind und damit weit über das Ziel hinausschießen…

    Ds Ganze ist tragikomisch und wer einen Einblick in die Rechenkünste der Verwerter haben möchte, muss sich nur diesen TED-Talk anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=GZadCj8O1-0

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