Mein PC-Equipment ist nicht das teuerste. Aber ich weiß, was ich will. Dachte ich jedenfalls. Der ideale Kunde zur Beratung bin ich wohl nicht, weil ich zum einen jedem Verkäufer erst einmal mit einer skeptischen Grundhaltung gegenüber trete. Hat der Ahnung oder will der mir nur was verkaufen? Zum anderen bin ich von dem Glauben beseelt, dass mein Sachwissen für den Kauf einer neuen PC-Mouse schon ausreichen wird.
Dabei habe ich, wenn ich ehrlich bin, den Überblick für das Angebot rund um den PC schon längst verloren. Aber man braucht sich angesichts des massenhaften Angebotes dafür wohl nicht zu schämen. Aber ärgern, ärgern darf man sich später schon. Jedenfalls, wenn sich herausstellt, dass man unnötig Geld ausgegeben hat.
Ich hatte vor ein paar Jahren eine sehr schöne Tastatur mit Maus von Logitech gekauft. Über die Umstände habe ich hier (was sonst?) natürlich auch gebloggt. Zu diesem Prachtstück war ich nämlich nach der Reklamation einer diNovo, einem echt schönen Teil –auch von Logitech- gekommen (einem Vorgänger von dieser). Bei meiner Suche nach dem Artikel stelle ich fest, dass diese Geschichte des Tastaturenwechsels meiner damaligen Löschaktion (Stichwort: Finger.Zeit.net) zum Opfer gefallen ist.
Ende letzter Woche habe ich ein Fachgeschäft aufgesucht und mich dort nach PC-Mäusen umgesehen. Meine süße kleine Logitech-Maus (man gewöhnt sich ja so an die Dinger…) hat angefangen zu spinnen. Alle Reinigungsversuche, Batterieaustausch und De- und Neumontage schlugen fehl. Sie mochte nicht mehr. So etwas soll ja vorkommen. Sie hat sich eben überarbeitet. Also habe ich sie in den Mäusehimmel entlassen.
Ich stand vor einem ca. zehn Meter langen Regal, voll gepackt mit PC-Mäusen aller erdenklicher Art. Gamermäuse, Mäuse mit und ohne Kabel, Lasertechnik, PS/2, USB, Serial, optomechanisch, LED mit optischem Sensor und all der Kram eben, mit dem man eigentlich nichts anzufangen weiß. Obwohl man doch die verschiedenen Techniken und Qualitätsmerkmale, die den täglichen Umfang mit diesem unverzichtbaren Werkzeug zur PC-Bedienung prägen, irgendwie ja schon geläufig sind. Wenn man zwischen der Maus im Büro, der am Desktop-PC oder am Notebook (von den Pads will ich erst gar nicht anfangen) hin und her wechselt, merkt man –je nach dem- deutlich Unterschiede.
Also besann ich mich zunächst einmal darauf, welchen Unterschied ich denn persönlich am stärksten wahrnahm.
Wie liegt die Maus in der Hand und wie fühlt es sich an, wenn man die linke oder rechte Maustaste drückt? Da fand ich den Service des PC-Händlers gut, der (fast) alle Mäuse ausgepackt zum Antatschen durchnummeriert aufgereiht hatte. Angeschlossen waren sie nicht. Das wäre wohl auch wirklich des Guten zu viel gewesen. So probierte ich 25 verschiedene Mäuse aus und klickte, was das Zeug hielt. Meine Favoriten lagen zwischen 50 und 80 Euro. Alle von Logitech. Das war mir zu teuer.
Fast war ich so weit, mir eine Logitech für 79,95 zu nehmen und von Zweifeln erfüllt (wegen des Preises) zur Kasse zu wandern. Da – endlich kam ein junger Mann auf mich zu und bot mir Hilfe an. Uff. Dankbar ließ ich seinen Redeschwall (man redete der schnell) über mich ergehen. Er drehte mir ein Mäuschen zu 17,90 Euro an. Damit könne ich nichts falsch machen und die andere wäre ja schließlich auch nichts anderes als eine PC-Maus.
Das war letzten Freitag. Seitdem war ich mit meinem Arbeitsplatz (zu Hause) nicht mehr im Reinen. Ich will das Produkt nicht schlecht machen. Wirklich nicht. Es ist vermutlich seinen Preis wert.
Heute war ich mit meiner Frau in Köln. Dort habe ich mir eine neue Maus gekauft. Nein, wir haben nicht zu viel Geld! Sie war mein Gejammer einfach leid. Sie hat mich unterstützt und nun bin ich wieder froh und glücklich. Das fehlende Werkzeug passt wieder zum Rest dazu. Ein Traum. Mein Mäuschen und ich sind wieder eine Einheit. Es hat allerdings mehr als dreimal so viel gekostet wie das andere Produkt und es verhält sich auch entsprechend. Ist das eine Wohltat.
Das Logitech Produkt hört auf den Namen: “Anywhere Mouse MX” und seine Features überzeugen. Am spektakulärsten finde ich die Möglichkeit, zwischen den offenen Windows – Fenstern hin und her zu wechseln.

Wenn ich die Produktbeurteilungen auf der Google Produktseite lese, kann ich mich beruhigt zurücklehnen. Ich glaube, ich habe im zweiten Hinfassen die richtige Entscheidung getroffen.
Die andere PC-Mouse habe ich meinem Notebook-Gepäck beigefügt. Damit werde ich unter der Woche im Hotel sicher prima klar kommen. Die noch ältere Logitech-USB-Mouse (mit Kabel) habe ich meinem Vorrat für etwaige Ersatzbedarfe zugewiesen. Man kann ja nie wissen und die funktioniert einfach immer. Das ist ein beruhigendes Gefühl.
Übrigens soll die Logitech “Anywhere Mouse MX” auch auf Glas arbeiten. Das habe ich noch nicht ausprobiert.