Spitzen- Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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Die Methoden westdeutscher Pharmakonzerne erinnern nicht nur an Horror-Streifen

Die Diskussion um höhere Steuern führte zu den erwarteten Drohungen mancher Unternehmensvertreter mit pflichtschuldigster Unterstützung der üblichen Verdächtigen unter unseren Politikern.

Das ging dann etwa so: Seht euch doch nur an, was in Frankreich passiert. Die Kapitalflucht hat dort riesige Dimensionen erreicht, nachdem die pösen Sozialisten unter Hollande ihre Pläne verwirklicht haben. Natürlich folgte auf dem Fuße, dass durch Steuererhöhungen Arbeitsplätze verloren gingen etc. pp. Bei leeren Drohungen lassen es manche nicht bewenden. Das ist so. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass alle mit dem Enthusiasmus einiger weniger Unternehmer zum Standort Deutschland stehen. Zum Glück gibt es auch die, obwohl sie ihre Produkte auch im Ausland verkaufen.

Ich finde, zu dieser Debatte passt der Skandal, der mit jahrzehntelanger Verspätung aufgedeckt wurde und für den sich die Internet-Gemeinde nicht so richtig zu interessieren scheint. AdBlocker und Netzneutralität – ein freies Internet sind allemal bedeutender als ein paar Menschenleben in einem Staat, den es ja ohnehin längst nicht mehr gibt. Aber der Skandal ist ja andererseits auch nicht neu. Neu ist allerdings, dass damals über 50.000 Menschen betroffen waren.

Von westdeutschen Unternehmen wurden pharmazeutische Produkte an Menschen in der ehemaligen DDR ausprobiert. In den Medien ist von »Menschenversuche in der DDR«  die Rede – der Begriff führt bei  Google zu ganz schön vielen Treffern.

Bundesdeutsche Pharmakonzerne haben, so las ich es heute im Kölner Stadt-Anzeiger, nach dem damaligen Contergan-Skandal (Anfang der 60er Jahre) eine Möglichkeit gefunden, für kleines Geld ihre Produkte zu erproben. Das hört sich harmlos an. Aber es ist natürlich ein Verbrechen von großer Unmenschlichkeit.

Diese Geschehnisse sind in mancherlei Hinsicht für die Gegenwart beispielhaft. Die Argumentation bei den geplanten Steuererhöhungen folgt nämlich einer ähnlichen Logik. Es wurde nicht gedroht, sondern gehandelt. Die Menschenversuche wurden in ein Land verlegt, das dringend Devisen benötigte und in dem das Individuum nichts zählte. Die Kapitalisten der westdeutschen Pharmaindustrie fanden insofern damals in den Kommunisten einen kongenialen Partner.

Die Pharmaindustrie findet weltweit genügend andere Länder, deren Einwohner unter elendigen Verhältnissen leben und bei denen es unwahrscheinlich ist, dass es zu einer Wiedervereinigung mit Deutschland kommt und ein solcher Skandal aufgedeckt werden könnte.

Amazon: Jeder soll glauben, was er will

Gestern hatte ich beim HR zu neuen Sachverhalten schriftlich nachgefragt. Die Antwort, die der HR gestern bereits der Bild-Zeitung als Stellungnahme geschickt hatte, enthält keine überraschenden Neuigkeiten. Wahrscheinlich hätte man Wetten darauf abschließen können, dass angesichts der Berichte u.a. im Kreisanzeiger-Online die Stellungnahme so bzw. so ähnlich ausfallen würde.

Die Standpunkte sind ausgetauscht und jeder zieht seine Schlüsse aus den Vorgängen. Grundsätzlich ist das ja auch richtig so.

Mit dem Nachhall habe ich allerdings meine Probleme. Auf dem Rücken der Diskussionen um diese Reportage wird weiter Stimmung gegen den ör Rundfunk gemacht. Hier ein Beispiel-Kommentar zu einem Artikel in der FAZ:

an all dem ärgert mich am meisten …

… dass ich gezwungen werde, die polemisch, politisch motivierte und einseitige ARD Doku zu finanzieren. Ich habe keinen Fernsehanschluss und höre NIE Radio. Trotzdem wurden mir kürzlich eine Pauschale von über 50 EUR für 3 Monate öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgebucht. DAS ist DIEBSTAHL, staatlich organisiert und genehmigt.
Ich bin übrigens sehr zufriedene AMAZON Kundin und werde es auch bleiben.

Solche Kommentare meine ich. Aber was solls?!

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