Weniger Arztbesuche = geringeres Risiko?

Ist es nicht zu einfach, den Ärzten Geldgier zu unterstellen – und zwar nur, weil in diesen Zeiten in Deutschland so viel mehr operiert wird als in allen anderen europäischen Ländern?

Dazu passt eine Meldung der »Bild«-Zeitung von heute. Danach hat in Deutschland die Zahl der durchschnittlichen  Arztbesuche seit 1995 um 3 abgenommen. Wir gehen im Schnitt nur noch 10mal im Jahr zum Doktor!

Die Zahl könnte vielleicht deshalb niedriger geworden sein, weil man ja befürchten muss, dass die nächste Diagnose den nächsten OP-Termin generieren könnte. Rücken und Knie tun schließlich ab einem gewissen Alter ständig weh.

Ich sehe weiter eine dringende Notwendigkeit, an der Mengenentwicklung zu arbeiten.

Daniel Bahr (FDP, Bundesgesundheitsminister)

Ich finde es ganz gut, das ausgerechnet ein FDP-Mann unserem Gesundheitsministerium vorsteht. Angebot und Nachfrage sind doch die Domäne der Liberalen. Und da unser Gesundheitswesen trotz anderslautender Behauptungen (der Liberalen) voll durchökonomisiert ist, muss man wohl mal aufhorchen. Vielleicht sind sogar sie dazu in der Lage, aus der Entwicklung gewisse Schlüsse zu ziehen.

Ich denke, sie werden sagen, dass die vielen Fehlanreize, die in unserem eben überhaupt nicht marktwirtschaftlich funktionierenden Gesundheitssystem liegen, zu einer Art »Nothilfe« der Ärzte führen muss und zwar zwangsläufig. Eben so ähnlich, wie es sich bei Steuerhinterziehungen in den Augen mancher um die pure Notwehr (gegen staatlichen Zugriff) handelt.

Nun, Daniel Bahr klingt im Moment ja anders. Jedenfalls will er was gegen die Entwicklung tun. Schließlich ist Wahlkampf und da zählt jede Stimme. Auch wenn alles, was da gesagt oder angeblich getan wird, von vorne bis hinten gelogen ist.

Schamlose Lügner

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) weist die Anwürfe aus Zypern deutlich zurück. „Deutschland ist deswegen so erfolgreich, weil wir wissen, dass man nur das Geld ausgeben kann, was vorher erwirtschaftet wurde.“ Zypern habe sich offenbar auf die Sicherheit des Euro verlassen wollen, „ohne selbst etwas dafür zu tun. Das kann nicht funktionieren.“Quelle: Angela Merkel mit Hitler-Bärtchen: Deutschen-Hass im Ausland macht Bürger fassungslos – Deutschland – FOCUS Online – Nachrichten

Hervorhebung durch mich.

Für solche schamlosen Lügen kann man Politiker nur hassen! Jeder weiß doch, dass wir genau das nicht machen. Wir haben nicht mal in dieser Zeit, in der Deutschland Rekord-Steuereinnahmen hat, unsere Schulden abgebaut. Lediglich die Neuverschuldung wurde reduziert. Ansonsten hätten wir nämlich die Schuldenbremse nicht extra ins Grundgesetz schreiben müssen. Dass ausgerechnet ein FDP-Minister einen solchen Schwachsinn behauptet, ist wirklich unglaublich!

Zack, der nächste Skandal. Rösler hat asiatische Wurzeln.

Da hat Röslers hessischer FDP-Kollege, Jörg-Uwe Hahn,  sich aber einen ordentlich Griff ins Klo erlaubt. Stellt der doch einfach mal so fest, dass Rösler ein asiatisches Aussehen hat und stellt offen die Frage, ob die Deutschen dafür denn schon bereit seien. Ein Skandal!

n-tv stellt dazu fest, dass die »Pechserie« bei der FDP weiterzugehen scheint. Erst war es der Sexismus von Brüderle und jetzt der Rassismis von Hahn. Tstststs. Darüber sollen wir uns wohl jetzt aufregen? Jedenfalls wenn es nach der Opposition und den Medien geht.

In diesem Land passieren aber auch Sachen. Erst wird (wie viele Monate ist das jetzt her?) eine Frau Kanzlerin und die beißt seitdem die gesamte Männerkonkurrenz weg. Sogar die Presse findet das aber so etwas von unlustig — verhält sich die Frau doch genauso, wie man das immer nur den Männern nachgesagt hat.  (weiterlesen …)

FDP Hochzeiten

Seit es der FDP so schlecht geht, sind alle Journalisten zu "Qualitätsjournalisten" mutiert (Schönenborn gar zum GEZ-Schönenborn). Dass jetzt "zurückgezahlt" wird – mit Zins und Zinseszins (wie es sich für echte Neoliberale eben gehört) war ja nicht anders zu erwarten. Wenn man ins Internet schreibt, dann muss man dem Affen schließlich auch Zucker in den Arsch blasen.

Aber… ich freue mich trotzdem über das Ergebnis. Ich denke nicht, dass ich einen falschen Schluss daraus gezogen habe, wenn ich sage, dass ein wachsames, demokratisches Bewusstsein viele Menschen dazu veranlasst hat, FDP zu wählen. Für mich hätten sie rausfliegen können. Trotzdem hat mich das Ergebnis insofern doch erleichtert. Unsere Demokratie lebt!   #qb

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B.L.O.G. – Bissige Liberale ohne Gnade » Probleme gelöst?
Mit zwei Nachrichten schaffte es die FDP jetzt wieder, sich ins Gespräch zu bringen: zum einen das unerwartet gute Abschneiden bei der Landtagswahl in Niedersachsen, zum anderen der vorgezogene Partei…

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Armutsberichte der Bundesregierung ein Armutszeugnis?

Ein Armutszeugnis über unsere Gesellschaft stellt uns unsere Bundesregierung regelmäßig in Form eines so genannten  «Armuts- und Reichtumsbericht« aus. Das Ding wiegt 400 Seiten und ist bei vielen nicht sehr beliebt. Die Linken stürzen sich naturgemäß auf die zentralen Aussagen, die gar nicht negativ genug sein können. Das gehört wohl zu den unvermeidlichen politischen Spielchen, die vielen lange am Halse heraushängen.

In einem Artikel der »Süddeutschen Zeitung« erklärt Autor Thomas Denkler, dass die ursprüngliche Fassung des aktuellen Berichtes deutlich negativer formuliert war als die jetzige, endgültige Version, die »auf den Markt« kommt. Verantwortlich – und natürlich passt dies ganz wunderbar zu unserer Erwartungshaltung – ist das Wirtschaftsministerium und damit Philipp Rösler (FDP).

Immer, wenn diese Bericht an die Öffentlichkeit kommen, gab es große Diskussionen über deren Inhalt. Jede sich bietende Gelegenheit wurde – egal von welcher Seite – ideologisch aufgeheizt, kommentiert und über uns ausgeschüttet. Von allen Seiten, nicht nur von der Linken. Dabei beruft sich – das ist auch Ritual – mindestens eine der beteiligten Seiten im Brustton der Überzeugung darauf, es gehe ihr nur um die Wahrheit und dass die Sache von ihrer Seite bar jeder Ideologie beschrieben werde.

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt

Mit Verlaub, das ist ärgerlich und ziemlich albern. Jeder Mensch kann, sofern er mit offenen Augen durch’s Leben geht, auf Anhieb erkennen, dass sich in unserem Land viel zum Negativen verändert hat. Er hat erlebt, was um ihn herum passiert und wie sich das Land verändert hat. Ob es im familiären Umfeld, im Freundes- oder Kollegenkreise oder gar persönlichen Bereich »eingeschlagen« ist, die Einkommenssituation hat sich aus vielfältigen Gründen oft erheblich verschlechtert. Es ist also nicht mehr möglich, beispielsweise die Menschen, die irgendwann mal nebulös als mögliche »Verlierer der Globalisierung« eingeordnet wurden, in der Anonymität zu halten. Es betrifft viele – nicht nur Pechvögel.

Wie viele Leute sind heute von Tafeln abhängig, wie viele Leute sind obdachlos. Erst vor kurzem lasen wir, dass sich 400.000 Menschen in Deutschland schon heute kein Pflegeheim mehr leisten können. Das sind nur drei Beispiele, die wir alle kennen.  Auch solche konkreten Beobachtungen werden von den Beschönigern (sind es auch die Nutznießer der Einkommensverteilung von unten nach oben?) der sozialen Situation in unserem Land prompt relativiert werden. Es wäre interessant zu erleben, wie diese Leute sich verhalten, wenn sie dereinst einmal persönlich betroffen sein werden – oder ihre Kinder.

Kubicki in der Heute Show: Der Mann von “der Wiese nördlich von Hamburg”

Kubicki in der Heute Show: Der Mann von “der Wiese nördlich von Hamburg”

Was mache ich eigentlich, wenn ich nicht so gut drauf bin und mir deshalb die »Heute Show« mal nicht so gut gefällt? Schreibe ich dann gleich nen Tweet oder drei Zeilen bei Facebook oder Google+?

Nee, keine Sorge — ich fand Welkes Panoptikum auch gestern wieder top. Das merke ich auch daran, dass ich die ganze Sendung über breit grinsend vor der Kiste gehockt habe. Aber es gab letzte Woche tatsächlich auch Gemecker. Deren Sekunden-Statements waren vielleicht ganz spontan. So, weil sie sich vorher mit ihrer Freundin gezofft hatten und dann ihren Frust ablassen mussten? Wird es geben, so etwas .

Welkes Interview mit Kubicki war ja Extraklasse! Zuerst dachte ich, dass es vielleicht (nach Brüderles gelungenem Auftritt) in die Hose gehen könnte, dann aber haben sich beide dazu durchgerungen, uns etwas zu bieten.

Es war die Krönung einer ohnehin guten Ausgabe der ZDF-Politsatire. Dabei sollte Kubicki – bekannt für klare Worte und markige Sprüche – doch eigentlich am Sonntagabend Stefan Raabs »Absolute Mehrheit« auf die Sprünge helfen. »Aber wenn ich schon mal in Köln bin«, mag sich der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein gedacht haben und schaute am Freitag im Studio gleich nebenan bei der »heute-show« vorbei. Er war nicht der erste Politiker der kam, aber er ist zweifelsohne der mit dem denkwürdigsten Auftritt.

FDP: Die Verteidiger des Rechts auf Selbstverteidigung

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will verhindern, dass künftig so genannte Steuer-CD’s von deutschen Steuerfahndern beschafft werden. Wer, wenn nicht die FDP , soll sich denn auch darum kümmern?

Das ist schließlich das Mindeste, was man für die eigene Klientel erkämpfen muss — Recht muss doch Recht bleiben!

Das ist polemisch formuliert, aber schließlich ist es die Aufgabe der Justizministerin für rechtliche Klarheit zu sorgen. Es ist nun einmal das Recht derer, die schon immer auf Teufel komm raus betrogen und Steuern hinterzogen haben. Wo kämen wir hin, wenn die Geldsäcke (die mächtigste Interessengruppe unseres Landes) ihre seit jeher bestehenden Privilegien verlieren würden? (weiterlesen …)

Wie ein Kabarettist: Rösler hat Witze drauf, da bleibt einem das Lachen…

Nee, ich will jetzt nicht wieder mit diesem Frosch-Gedöne anfangen. Jedenfalls habe ich für diesen Artikel meine Kategorie »Kunterbunt« ausgewählt. Politik oder Medien würden nicht passen.

Gestern Abend habe ich noch ein Stück »Lanz« genossen (Ich weiß nicht, was die FAZ da gesehen hat…).

Einer der Gäste [W:Philipp Rösler], Parteivorsitzender der FDP, – ihr erinnert euch?! Lanz übte sich als investigativer Journalist. Da kaum aber was raus. Ich will ja nix sagen, aber wenn es den Begriff »Fremdschämen« nicht schon gäbe, man hätte ich dafür neu erfinden müssen. Die beiden überboten sich in tollkühnen und überaus unwitzigen Gags. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal, ob diese Absicht wirklich bestand – ich meine, witzig zu sein.

Wenn »die liebe Angela« zugesehen haben sollte – ihr wird es die Sprache verschlagen haben. Was dieser Schlingel da so alles an Internas rausließ war schon … Gut, ich will jetzt nicht »FDP-like« schreiben. Man muss ja die nicht treten, die ohnehin schon am Boden liegen und dazu noch mit einem solch brillanten Frontmann gesegnet sind.

[media url="http://www.youtube.com/watch?v=uadDHSl2LLs" width="600" height="400"] [box title="Interview bei WDR5" color="#333333"] Platz der Republik Interview des Monats mit Philipp Rösler, FDP-Vorsitzender, Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister[/box]

Und jetzt sind die anderen schuld, jedenfalls die Linken

Man kann Verständnis haben für Zettels Bitterkeit. Aber ich glaube nicht, dass die »Linke«, die heute in Gestalt der »Frankfurter Rundschau« ihre Haltung zum »Totentanz« der FDP spiegelt, »den Liberalismus in Deutschland untergehen sehen möchten« – wohl allerdings die FDP.

Die FDP hat ihren Anspruch, die liberale Partei Deutschland zu sein, verwirkt. Diese Feststellung hat nichts Triumphales, sie enthält bei Lichte gesehen eine große Portion Bedauern. Und das geht (vielleicht) über die Parteigrenzen hinweg.

Mancher FDP-Anhänger nörgelt längst nicht mehr an seiner Partei herum, sondern bemängelt in larmoyantem Ton im Grunde das Scheitern der eigenen Politik, die zu sehr in den Ruch geraten ist, pure Klientelpolitik zu sein. Dabei gibt es genügend »Betätigungsfelder« für eine liberale Kraft in Deutschland.