Natalie Horler - By Dirk Hilger - www.dirkhilger.com [CC-BY-SA-3.0]

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Merkel, die ARD oder das doofe Lied?

Wie wir uns wieder aufregen! Dabei ging es doch nur um ein Lied. Ein nicht so Gutes, sag ich mal. Wir landeten beim ESC nach dem 1. Platz im vorvorletzten und dem 10. Platz im vorletzten in diesem Jahr auf dem 21. Platz. 26 Finalteilnehmer gab es.

Im »Blätterwald« klingt es so, als gebe es dafür keine Entschuldigung. Ergo ging gleich die Suche los.  Verlierer suchen gern Schuldige. Insofern unterscheidet sich der ESC nicht sonderlich von Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft. Wie bekloppt, wenn man überlegt, dass Nationalbewusstsein im vereinten Europa aber so was von out zu sein hätte.

Für manche hatte Merkel schuld, weil ihre Regierung Europa soviel zumutet und sich die Europäer mit ihrem ESC-Voting an Deutschland rächen konnte. Andere sahen wieder einen Grund, die öffentlich-rechtlichen Sender zu bashen.

»Die ARD ohne Raab? Das konnte ja nix geben. …Weil, der Raab…, der ist ja so was von kreativ. Und diese GEZ-Eintreiber können es ja einfach nicht.« 

Laut WAZ hat Deutschland sich beim ESC ordentlich blamiert und die ARD lieferte dazu eine »billige Ausrede«:

Thomas Schreiber hatte gesagt: »Es gibt sicher auch eine politische Lage. Ich will nicht sagen »18 Punkte für Angela Merkel«. Aber man muss eben auch sehen, da stand nicht nur Cascada, sondern da stand auch Deutschland auf der Bühne.«

Kein Mensch hat sich blamiert, auch nicht Deutschland. Wir waren mit einem Lied am Start, das von der so genannten »ARD-Jury« (bestehend aus Tim Bendzko, Roman Lob, Anna Loos, Mary Roos und Peter Urban) nach Malmö geschickt wurde. Ja, und die haben natürlich alle keine Ahnung von Musik. Stattdessen hätte »das Publikum«, so hieß es, es besser gefunden, diese schrecklichen Bayern-Bläser (ja, ich habe den Vorentscheid gesehen und leider auch gehört!) nach Schweden zu schicken. Ein Stück von der gleichen Klasse wie »Wadde hadde dudde da?« oder »Guildo hat euch lieb«. Aber von Raab, dem Kreativsten von allen — jedenfalls wenn man manchen Journalisten folgt.

Kriegt euch einfach alle mal wieder ein. Vielleicht gelingt uns mal wieder ein Treffer beim ESC. Zweimal hat es immerhin schon geklappt – bei 58 Anläufen. Und irgendwann in den nächsten Jahrzehnten wird die Euro-Krise ja auch vorbei sein. Dann haben wir auch wieder Chancen. Wenn es die EU und den ESC dann noch gibt.

Armut Foto von Gabi Eder / pixelio.de

Armut Foto von Gabi Eder / pixelio.de

Richtig oder falsch, Wahrheit oder Lüge?

Die Arbeitsagentur hat neue Zahlen zur Entwicklung der Hartz – IV – Aufstocker in Deutschland vorgelegt. Die Medien kommentieren dies entsprechend ihrer politischen Ausrichtung. Besonders apart finde ich die Argumentation der FAZ:

Mehr Aufstocker über 800 Euro, weil mehr Menschen so viel verdienen

Und letztlich zeigten die Daten eine Verschiebung innerhalb der Aufstockergruppen: Es gebe weniger Personen, die zwischen 400 und 800 Euro im Monat verdienten und mehr, die mehr als 800 Euro erzielten. Dies zeige, dass Aufstieg im Arbeitsmarkt – wenn auch mühsam – gelinge und sei das Gegenteil von Abstieg.
Quelle: Arbeiten und Hartz IV: Weniger Aufstocker in Deutschland – Armut und Reichtum – FAZ

Immerhin räumt man ein, dass der Aufstieg mühsam sei. Dass der Kommentator der FAZ überhaupt auf die Idee kommt, einen Lohn von 800 Euro im Monat mit einem »Aufstieg« in Verbindung zu bringen zeigt, welch Geistes Kind er ist.

Bruttoverdienst von ALG II Empfängern mit Arbeit
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Seit 2009, erst seit 2008 wird eine Statistik darüber geführt, mussten Jahr für Jahr immer deutlich mehr als 1,3 Mio. Menschen aufstocken, weil ihr Lohn nicht ausreichend war. In einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung wird von der »hässlichen Seite der Aufstocker-Statistik« geredet. Schröders Agenda hat unter anderem erst ermöglicht, dass Unternehmen Lohndumping als zentralen Punkt ihres Geschäftsmodells etablieren. Dass über diese »Möglichkeit« anerkannte Ökonomen vorher bereits lange Zeit fantasiert haben, sei nur am Rande erwähnt.

Es ist grotesk, wie unterschiedlich manche Medien den gleichen Sachverhalt darstellen oder jedenfalls betiteln:

1.) Immer mehr Hartz IV Aufstocker mit höherem Einkommen
2.) Immer mehr Menschen brauchen trotz Job Hartz IV – Aktuelle Nachrichten – Berliner Morgenpost – Berlin
3.) »Aufstocker«: Weniger Menschen mit Einkommen auf Hartz IV angewiesen – Deutschland – Politik – Wirtschaftswoche
4.) Mehr Menschen mit Einkommen im Land auf Hartz IV angewiesen – Stuttgart – Bild.de
5.) Hartz IV-Aufstocker: Arbeit reicht immer seltener zum Leben | Arbeit & Soziales - Frankfurter Rundschau
6.) Hartz IV: Bundesagentur: Zahl der Aufstocker geht zurück

WDR 5: Interview mit Professor Klaus Bade über die Islamangst in Deutschland


Dieses sehr interessante Interview gibt Aufschluss über die spezifischen Probleme der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht nur mit dem Islam insgesamt, sondern auch durch unsere Versäumnisse der Vergangenheit bedingte Schwierigkeiten mit den Muslimen, die mit uns zusammenleben.

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Steuererklärung Foto: derateru / pixelio.de

Steuererklärung Foto: derateru / pixelio.de

Da ist er wieder. Der Bierdeckel als Vehikel für dumme Ausreden.

Na, Herr Poschardt, es ist aber auch ein Kreuz, dass es bei uns keine »Tea-Party« gibt….

Das deutsche Steuerrecht ist leistungsfeindlich, verquollen und im ewigen Wahlkampf hierzulande der beliebteste Spielball, um vermeintliche Gerechtigkeitslücken zu schließen.Quelle: Steuergerechtigkeit : Uli Hoeneß und die Dummheit der deutschen Eliten – Nachrichten Debatte – Kommentare – DIE WELT

Dann würden all die Wahlkämpfer, die mit dem Fall Hoeneß ein attraktives Theme gefunden haben, aber ganz schön in die Röhre gucken. Kein Politiker, nicht mal von den Linken würde sich trauen, nach höheren Steuern zu rufen.

Ulf Poschardts Text liest sich, wie immer, schön flott. Allerdings lässt er bequemlichkeitshalber den entscheidenden Grund dafür vermissen, dass wir in Deutschland diese Diskussion überhaupt so führen, wie wir es tun.

Es geht nämlich diesmal (wenn es je nur darum ging) nicht um den Neid, der Teile der deutschen Mittelschicht nach höheren Steuern für Reiche rufen lassen. Er schreibt in seinem Artikel kein Wort über die Folgen der Finanzkrise für unsere Gesellschaft. Zum Egoismus derjenigen, die mit ihrer Gier nach mehr und mehr Reichtum Teil eines globalen Problems sind, sagt Poschardt leider nichts.

Diejenigen, die immer gründlicher und immer skrupelloser abräumen (so steht es doch ab und an auch in der »Welt«) stehen richtigerweise in der Kritik. Die sollen von »ihrem« Geld etwas mehr abgeben an die notleidende Gesellschaft. Denn sie haben zumindest indirekt dazu beigetragen! Deutschland ist nicht leistungsfeindlich aber seine Eliten haben Probleme damit, so etwas wie Gerechtigkeit auch nur zu denken.

Eigentlich ist das hier nichts anderes als die Beschwörung der »Selbstverteidigungstheorie«, wie wir sie schon häufiger gehört haben (u.a. auch aus der Schweiz):

Uli Hoeneß' Vorverurteilung ist beschämend, seine Doppelmoral aber nicht weniger. Die Eliten sollten den Kampf für ein besseres und gerechteres Steuersystem nicht mit windigen Finanzberatern privatisieren, sondern die gesellschaftliche Diskussion um ein effizienteres Steuersystem und einen schlankeren, leistungsfähigeren Staat führen.Quelle: Steuergerechtigkeit : Uli Hoeneß und die Dummheit der deutschen Eliten – Nachrichten Debatte – Kommentare – DIE WELT

Schamlose Lügner

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) weist die Anwürfe aus Zypern deutlich zurück. „Deutschland ist deswegen so erfolgreich, weil wir wissen, dass man nur das Geld ausgeben kann, was vorher erwirtschaftet wurde.“ Zypern habe sich offenbar auf die Sicherheit des Euro verlassen wollen, „ohne selbst etwas dafür zu tun. Das kann nicht funktionieren.“Quelle: Angela Merkel mit Hitler-Bärtchen: Deutschen-Hass im Ausland macht Bürger fassungslos – Deutschland – FOCUS Online – Nachrichten

Hervorhebung durch mich.

Für solche schamlosen Lügen kann man Politiker nur hassen! Jeder weiß doch, dass wir genau das nicht machen. Wir haben nicht mal in dieser Zeit, in der Deutschland Rekord-Steuereinnahmen hat, unsere Schulden abgebaut. Lediglich die Neuverschuldung wurde reduziert. Ansonsten hätten wir nämlich die Schuldenbremse nicht extra ins Grundgesetz schreiben müssen. Dass ausgerechnet ein FDP-Minister einen solchen Schwachsinn behauptet, ist wirklich unglaublich!

Europa, Foto von Dieter Schütz / pixelio.de

Europa, Foto von Dieter Schütz / pixelio.de

Zypern und wir: Everybody’s Darling is everybody’s Depp

Ich glaube, niemand wird mehr bestreiten, dass die europäische Schuldenkrise das Potenzial hat, die EU auseinander zu treiben. Die Öffentlichkeit hat zur Entstehung dieser Gefahr nicht weniger beigetragen als die viel gescholtenen Politiker, die uns die Suppe angeblich ganz allein eingebrockt haben.

Als seien die Fakten nicht schon schlimm und beängstigend genug, wird fast ausschließlich negativ über die EU  (den Euro sowieso) geredet. Das beeindruckt im Lauf der Zeit auch die, die sich, was schwer genug ist, um ein differenzierteres Bild bemühen. Und zwar nicht nur in Deutschland.

Sparen bis es kracht

Vergleiche können, wie dieses Beispiel es zeigt, etwas ganz Übles sein:

Wie schon zweimal zuvor in ihrer jüngeren Geschichte lassen sich die Deutschen immer tiefer in einen Konflikt mit ihren Nachbarn führen.
Quelle: Augstein zur deutschen Zypern-Taktik: Starrsinn, Machthunger, Egoismus – SPIEGEL ONLINE

Geht’s noch? Mit der Politik unserer Regierung muss man nicht einverstanden sein, aber sie deshalb indirekt als »Kriegstreiber« zu bezeichnen ist … Das ist keine linke Position, sondern ganz schöner Schwachsinn, Herr Augstein!

Die »alternativlose«  Austeritätspolitik  scheint die Lage der betroffenen Länder nur weiter zu verschlimmern. Deutschland geht nicht mit gutem Beispiel voran. Lediglich die Neuverschuldung wurde (trotz Rekord-Steuereinnahmen) reduziert. Der Schuldenabbau soll erst folgen – der ins Grundgesetz übernommenen Schuldenbremse sei Dank.

Womit wir dann auch prompt bei der Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger wären. Wie werden unsere Wahlentscheidungen wohl aussehen, wenn es demnächst ans Eingemachte geht? Wenn die Schuldenbremse dazu führt, dass nicht nur die Löcher auf unseren Straßen tiefer und tiefer werden? Was geschieht mit unserer Demokratie, wenn der Rückhalt der politischen Parteien in der Bevölkerung weiter abnimmt? (weiterlesen …)

Ganz schön viele Kommentare hat die kleine Kolumne über Frau Riemanns Launen

Ist ja ganz hübsch vorgetragen von Frau Berg, hat aber einen Schönheitsfehler. Der wurde dann auch prompt von einigen Kommentatoren gefunden. Innerhalb weniger Stunden hat die Kolumne von Frau Berg hunderte von Kommentaren geerntet.

Der Interviewer war – vorsichtig ausgedrückt – nicht besonders geistreich. Das stimmt schon.

Allerdings: Frau Riemann lebt nun einmal in und von der Öffentlichkeit. Ihre Profession sollte es ihr bitteschön gebieten, auf höfliche Fragen höflich zu antworten. Ich glaube, um mehr ging es eigentlich gar nicht.

Ein solches Gebot gilt übrigens für alle Leute, aber für Profis im Besonderen. Es ist wahrscheinlich nicht typisch deutsch, dass sich Menschen vom Verhalten prominenter Leute besonders »angesprochen« oder auch herausgefordert fühlen. Reaktionen sind – auch international – heutzutage vorprogrammiert. Schließlich ist der Stift immer bei der Hand.

Hab ich jetzt die Pöbelhorde im Internet verteidigt? Nein! Das Pöbeln sollte aufhören. Aber das wird es nicht, solange es dieses tolle, freie Internet gibt. Darauf haben wir uns einzustellen. Und die, die Dammbrüche (Verlust der Meinungsfreiheit) aufgrund des LSR befürchten, sollten sich lieber mal um diesen Mist kümmern und zwar ernsthaft.

LSR durchgesetzt. Ziel erreicht!

Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen): Wenn man ihnen so zuhört, könnte man meinen, sie verstünden die ganze Aufregung nicht. Änderung im Rechtsausschuss ist eine Verschlimmbesserung, es werde ein Beschäftigungsprogramm für Juristen geschaffen.

Quelle: Love-Blog zur Zweiten und Dritten Lesung des Leistungsschutzrechts im Bundestag

Hervorhebung durch mich.

Ich hätte das noch ein bisschen forscher ausgedrückt, Herr von Notz.

Ein kompliziertes Gesetz ist das. Aber es erfüllt schließlich seinen Zweck. Wie meinte der CDU – Abgeordnete Krings: »Es geht um die Schliessung einer Lücke im Urheberrecht«.

Liebe Regierung: Ihr sollt keine Scheiß-Lücke schließen, ihr solltet das Urheberrecht reformieren, damit es modernen Anprüchen genügt.

Update: Hier die Sichtweise der »Freischreiber«: Quelle: Google gewinnt, freie Journalisten verlieren | :Freischreiber

Was gibt es Neues bei Amazon?

Für manche werden die Klagen der Zeitarbeitsfirma von Frau Siry aus Koblenz wohl auch nicht mehr sein als Trittbrettfahrerei.

Manche horchen auf und werden einmal mehr empört sein und wieder andere gehen mal locker zur Tagesordnung über. So sind wir halt. Ich habe mein Kundenkonto bei Amazon jedenfalls gekündigt. Andere Mittel, mein Missfallen an diesen Praktiken kundzutun, stehen mir ja leider nicht zur Verfügung. Ein Konsument hat nur die Chance über seinen privaten Konsum ein Signal zu setzen. Das stimmt im Kleinen wie im Großen.

Seit 4 Wochen hab ich jetzt Rücken

Jetzt quäle ich mich seit fast 4 Wochen mit Rückenschmerzen herum. Natürlich bin ich nicht gleich zum Doktor, sondern war einmal mehr dem (männlich-naiven) Glauben verfallen, dass das, was von allein kommt, auch von allein geht. Nee, stimmt gar nicht! Ich gehe eben nicht gern zum Doktor, obwohl meine Besuchshäufigkeit, wie ich leider zugeben muss, in den letzten Jahren ein Rekordniveau erreicht haben dürfte. Gut, immerhin werde ich Ende des Jahres auch schon 60. :-(

Allerdings liege ich immer noch deutlich unter dem publizierten deutschlandweiten Rekordschnitt. In der Statistik stehen Rückenschmerzen an 1. Stelle. Das lässt nichts Gutes hoffen!

Nach der ersten Woche war ich es leid und ging zu meinem Hausarzt. Der hat mich untersucht und gab mir eine Überweisung zum Orthopäden. Zunächst waren damit meine Erwartungen erfüllt. Arbeiten konnte ich nicht, weil ich kaum gerade laufen konnte. Damit erhielt ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum Freitag und eine Packung mit 10 Schmerztabletten. Zack. Erste Woche krank im neuen Jahr.

Ich hatte eine Empfehlung für einen Orthopäden, bei dem ich zunächst versuchte, einen Termin zu bekommen. Das wollte nicht klappen, denn vor dem 8. März (über einen Monat später) war da nichts zu machen. Mein Hinweis darauf, dass ich sehr starke Schmerzen hätte, änderte daran nichts. Schon beim nächsten hatte ich mehr Glück. Ich erhielt einen Termin für den frühen Nachmittag des folgendes Tages – ein Patient war »abgesprungen«.

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