AdBlocker - Foto von Gerd Altmann / pixelio.de

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Adblocker raus, um dann irgendeinen Scheißdreck zu lesen?

Ich wollte ja nicht so sein und habe gestern für zwei Publikationen (»Golem« und »FAZ«) meinen Adblocker ausgeschaltet. Heute sollte das auch bei »Spiegel Online« passieren.

Doch was sehe ich, gleich nachdem ich das gemacht habe? Werbung von der INSM – Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Die wollten bei diesem ersten Kontakt auch gleich von mir wissen, ob ich die sogenannten »Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010« gerecht fände.

Leute, ich mach ja schon viel mit. Aber den Scheiß müsst ihr nicht bewerben! Also: Adblocker wieder rein.

Verbraucherschutz will eventuell gegen #Drosselkom klagen

Populismus wird es wohl nicht ein, wenn die Verbraucherzentrale NRW das für die Nutzer (sprich Hysteriker im Internet) tut.

Der Verein wird kraft seines Namens ja eher nicht auf die Idee kommen, auf der Achse kehrt zu machen und uns Verbraucher zu verklagen, weil wir immer alles möglichst billig haben wollen. Aber sorry, darum geht es im Fall der #Drosselkom ja nicht. Es geht um so hehre Dinge wie die Netzneutralität oder bedrohte technische Standards im weltweiten Vergleich, wenn nicht sogar die Demokratie komplett zum Teufel gehen sollte.

Der Verbraucherschutz wird nicht die Gerichte einschalten und sie darüber befinden lassen, ob es in Ordnung ist, dass Menschen in anderen Gegenden der Erde krepieren, weil wir glauben, ein recht darauf zu haben, alles – auch unsere Klamotten – billigst einkaufen zu müssen.

Geht es noch bösartiger, Spiegel?

Kristina Schröder, Familienministerin in der Regierung Merkel, schien vieles im politischen Betrieb richtig gemacht zu haben: Als junges Mädchen bewunderte sie Helmut Kohl, später dachte sie in einem Buch über den Feminismus nach, sie wurde sogar in ihrer Amtszeit schwanger – wer, wenn nicht sie, konnte Mütter mit Vollzeitjob für die CDU begeistern?

Kristina Schröder, CC BY-SA 3.0

Kristina Schröder, CC BY-SA 3.0

Warum Schröder dennoch zur unbeliebtesten Ministerin in Berlin wurde, beschreibt René Pfister in einem Schröder-Porträt. Schröders Scheitern lehrt einiges über die junge Politikerin und viel über die Politik in Deutschland.Quelle: Martin Doerry: Was man diese Woche lesen muss – SPIEGEL ONLINE

Das ist der letzte Absatz, mit dem der stellvertretende Spiegel – Chefredakteur, Martin Doerry, das morgen scheinende Spiegel – Heft ankündigt.

Sicher, beliebt ist sie nicht, die Familienministerin, die bald ihr Amt zugunsten einer anderen Rolle aufgibt. Aber die Frage stellt sich doch, ob man Frau Schröder, nicht einfach gehen lassen sollte – mit ein bisschen Applaus vielleicht. Den könnte man ja auch so oder so verstehen.

“Stern” – Hitler-Tagebücher: Mein Vertrauen war dahin

Es jährte sich am 25. April zum 30. Mal die »Stern«-Affäre um die so genannten »Hitler-Tagebücher«. 1983 wurde ich 30 Jahre alt. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich, seit wir unsere eigene Wohnung hatten, treu und brav jede Woche den »Stern« gekauft.

Der »Spiegel« war mir damals ehrlich gesagt zu anstrengend. Also griff ich zum »Stern« – auch wegen seiner politischen Ausrichtung. Neben dem »Stern« las ich bereits seit 1976 den »Kölner Stadt-Anzeiger«, den wir bis heute abonniert haben. Devil

Stern Titel - Hitler-Tagebücher

Stern Titel – Hitler-Tagebücher

Als damals nach aufregenden Wochen endgültig herauskam, was es mit diesen Tagebüchern auf sich hatte, war ich entsetzt. Ich gehörte noch zu den Leuten, die so ziemlich alles geglaubt haben, was in der Zeitung stand und in den Nachrichten zu hören war.

Ich will nicht behaupten, dass sich das grundlegend geändert hätte. Wie wäre sonst meine Affenliebe zu den Öffentlich-Rechtlichen zu erklären? /ironie

Aber damals hat sich mein Verhalten nachhaltig verändert. Seit dem »Stern«-Desaster habe ich ihn nie wieder gekauft – gut, vielleicht mal ein einzelnes Heft im Urlaub. Heute blättere ich ihn manchmal – beim Friseur oder Arzt – durch, aber das war es auch schon.

Die damals Verantwortlichen beim »Stern« haben mit ihrer Glanzleistung bestimmt wahnsinnig viele Leser für immer verloren. Mein Vertrauensverhältnis zum »Stern« war seither dauerhaft zerrüttet. In den dreißig Jahren hat sich so irre viel verändert, dass man es heute vielleicht noch einmal miteinander versuchen könnte?! Aber heute gibt es ja das Internet. Man weiß inzwischen, woran man ist und das man rein gar nichts glauben darf.

Deshalb muss man viel lesen und sich sein eigenes Urteil bilden. Das gehört zur so genannten Medien-Kompetenz, die man nicht mit ein paar Klicks gewinnt. Sie erarbeitet man sich heutzutage, in dem man jeden Shitstorm aktiv begleitet, jeder Verschwörungstheorie abhold wird, um sich dann – ein wenig später – nur noch über sich selbst zu wundern. Das hat ein bisschen was von trial and error.

Datenleitung - Foto Th. Reinhardt / pixelio.de

Datenleitung - Foto Th. Reinhardt / pixelio.de

Die Internetter und die Netzneutralität

Aus meiner Sicht zeigen schon Röslers Einlassungen zur Diskussion um die inzwischen auf #Drosselkom umfirmierte Telekom, wie hysterisch im Internet mittlerweile ganz normale Vorgänge »begleitet« werden, wenn sie die Interessen der Nutzer direkt betreffen.

Und ausgerechnet Rösler! Der FDP – Chef, sonst doch die Speerspitze, wenn es um die Verteidigung des freien Unternehmertums; ach was sag ich, der freien Marktwirtschaft geht, stellt sich – was wohl nur im Wahlkampf möglich oder überhaupt denkbar ist – auf die Seite der empörten Internetter.

Einflussreiche Politiker wie  Philipp Rösler (FDP) haben sich zu den Plänen der Telekom bereits besorgt geäußert. Die Auswirkungen könnten  künftig jeden Internetnutzer treffen , argumentiert Malte. Nach der Drosselung bräuchte ein Film in DVD-Qualität etwa 23 Stunden um zu laden. Auch innovative neue Angebote könnten sich dann schwieriger am Markt durchsetzen. Denn nur Telekom-Dienste laufen dann wie gewohnt.

„Eine Errungenschaft des Internets ist ja gerade die Freiheit der Nutzung und der wertneutrale Zugang. Die Telekom muss gestoppt werden, ihre Marktmacht zu missbrauchen ,” so Malte. „Wir haben uns daran gewöhnt, schnelles Internet jederzeit selbstbestimmt zu nutzen. Wir müssen jetzt handeln. Denn wenn sich die Telekom durchsetzt, ist die echte Flatrate Geschichte.”

Quelle

Nein, diese Petition zeichne ich nicht. Dieses Mal bin ich nicht dabei. Viele von uns können sich sicher noch an die miesen Übertragungsraten so ungefähr Mitte der 90er Jahre erinnern. Vor allem aber daran, wie nervös man war, wenn das Modem eingeschaltet war. Das Gebührenzählwerk der Telekom hatte man stets im Hinterkopf. Die Rechnung konnte schon mal überraschend hoch sein. Wenig erquicklich.

Schneckentempo auf der Datenautobahn

Inzwischen arbeiten wir mit Bandbreiten, die sich sehen lassen können. Ich sehe schon, wie viele über diesen Satz ihre Nase rümpfen. Schließlich kann es nie schnell genug sein. Das ist auf der richtige Autobahn nicht anders als auf der Datenautobahn – um dieses antiquiert scheinende Bild wieder einmal zu bringen. Deutschland ist im internationalen Vergleich angeblich nicht gerade vorn dabei.

Ich habe die meisten der vielen Artikel und Kommentare zu diesem Thema nicht gelesen. Es nervt nur noch!

Meines Erachtens ist es nicht Sache eines Unternehmens, in Deutschland Infrastrukturen quasi für lau zu Verfügung zu stellen. Ein Unternehmen basierte seine Geschäftsmodelle auf der simplen Idee, dass deren Umsetzung Geld in die Kassen spült und zwar möglichst viel davon. »Money is the name of the game«. Alternativ könnte der Staat einspringen. Der braucht dafür allerdings auch Geld, viel Geld! Schlimmstenfalls hätten wir dann so etwas wie GEZ-Gebühren für die Nutzer einer »freien Datenautobahn«. Viele Anhänger wird ein solches Modell erfahrungsgemäß wohl nicht finden. (weiterlesen …)

Wulff möchte keinen Ablasshandel

Nach Ansicht der Spiegel-Redakteure bleibt Christan Wulff stur. Ob das die richtige Vokabel ist? Ich weiß es nicht.

Es wird aber vielleicht doch ein paar Leute in Deutschland geben, die es sich gewünscht haben, dass Wulff sich nicht auf den Kuhhandel einlässt, den so mancher nahegelegt und gemeinerweise auch entsprechend »gewürdigt« hat. Da hieß es beispielsweise: »Die Kleinen hängst man, die Großen lässt man laufen«.

Die Staatsanwaltschaft hat offensichtlich wenig in der Hand. Nun soll sie zusehen, wie sie diese Vorwürfe (es geht da um nicht mal 800 Euro!) vor Gericht beweist! Groenewold hatte sich bereits gegen den Ablasshandel gewandt, und nun kommen diese Signale auch aus Christian Wulffs Umgebung.

Ich hatte vor Wochen an Wulffs Büro geschrieben. So etwas habe ich vorher noch nie in meinem Leben gemacht. In meiner E-Mail hatte ich den ehemaligen Bundespräsidenten darum gebeten, den vom Gericht geforderten Betrag nicht zu zahlen, sondern es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Dies sei er sich schuldig. Innerhalb weniger Tage erhielt ich eine Antwort.

Ich bin froh darüber, dass Wulff das ausfechten will. Von den Vorgängen will heute keiner mehr was wissen – außer den Medien. Das Thema ist in der Öffentlichkeit längst erledigt. Ebenso wie der Mann Christian Wulff.

Schöner Beitrag von Giovanni di Lorenzo, »Zeit«

Auch der ehemalige Bundespräsident hat ein Recht auf eine faire Beurteilung, nicht nur durch die Justiz.Quelle: Exbundespräsident: Die letzte Würde | Politik | ZEIT ONLINE

Herzallerliebst, dieser Herr Yücel von der TAZ

Wahrscheinlich spielt es auch keine Rolle, dass inzwischen bezeugt wurde, dass Papst Franziskus nicht konspirativ mit der damaligen argentinischen Militärjunta verbandelt war. Auch das muss das ja nicht glauben. Vielleicht wird ein investigativer Journalist (also nicht Herr Yücel von der TAZ ) das irgendwann endgültig aufklären.

Herrn Yücel juckt das nicht. Er hat seinen Artikel geschrieben und herumgepöbelt. Er sieht seine vornehmste Aufgabe augenscheinlich darin, Spießern (aktuell eben die katholischen) ans Bein zu pinkeln.

Kein Kunststück, wenn er Wortgeschütze auffährt, wie wir sie schon zur Genüge von ihm gelesen haben. Und ein geneigtes Publikum ist ihm außerdem ziemlich sicher. Es gibt genug Leute, die laut genug applaudieren, weil sie »ein klares Wort schätzen« und auch die brutalste Beleidigung als »freie Meinungsäußerung« verteidigen (die Kinderficker lassen grüßen) – jedenfalls solange sie nicht selbst betroffen sind.

Hätte ich einen Wunsch frei, so diesen, dass alle, die sich über diese Provokation freuen können, persönlich auch mal ins Fadenkreuz solcher Tiraden geraten.

Natürlich weiß Yücel, dass er mit seinen Artikeln ganz vielen Leuten ans Bein pinkelt. Vielleicht betrachtet er das als seine Aufgabe. Noch einen Broder halten wir doch noch aus! Aber die beiden scheinen sich auch nicht so richtig zu mögen.

Aber nicht jeder wird es – abgeklärt wie der säkulare Mensch von heute zu sein hat – so persönlich nehmen.