Deutsche Bank: Unheimlich oder unerhört?

Diesen ZDF-Beitrag sollte man gesehen haben. Es geht um die Bank der »Deutschen«. Wahrscheinlich ist sie im Moment ähnlich beliebt wie Deutschland in der EU.

Ich hatte bisher mit der Deutschen Bank nichts zu tun. Das könnte sich ändern. Wenn nämlich all die Prozesse gegen die Deutsche Bank am Ende dazu führen, dass dieses Flagschiff deutschen Unternehmertums ins Strudeln gerät, haben wir Steuerzahler da zu sein, um es mit unserem Geld aufzufangen. Die Bank gewinnt immer?! Alle Deutschen wären dann Shareholder dieses feinen Bankhauses. Das hätte uns noch gefehlt!

Nur mit unserer Unterstützung wird Josef Ackermann vorausschauend wie er war, sein damals ausgegebenes Renditeziel von 25 % auch weiter erreichen.

Bei all der Aufregung über Ackermanns damals ausgegebene »Losung« 25% Eigenkapitalrendite erwirtschaften zu müssen (auch zum Preis von Entlassungen) haben wir übersehen, dass diesem Ziel  noch ganz andere Prinzipien untergeordnet werden mussten. Schön, wenn man weiß, dass am Ende die Allgemeinheit den Preis zahlen darf.

Amazon Reportage

Amazon Reportage

Was haben Amazon und die GEZ – Gebühren gemeinsam?

Von der Reportage des Hessischen Rundfunks über die Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon hört man nichts mehr. Der letzte Stand ist, dass der HR seinerseits eine einstweilige Verfügung gegen die Firma erwirkt hat, die groß in die Öffentlichkeit hinausposaunt hatte, ihrerseits eine solche gegen den HR  erwirkt zu haben. Die Reportage kann man sich im Internet ansehen. Es wird behauptet, dass einige Passagen gekürzt wären. Interessant, ich habe nämlich keine Quelle finden gefunden, die das bestätigen würde. Ich bleib dran und schreibe auch noch einmal an den HR.

Jetzt wird erstmals gestreikt — bei Amazon. Das kann niemand wegkommentieren. Und die Gründe dafür schon gar nicht. Ich sehe das Verhalten des Konzern in einer Linie mit den Aussagen der Reportage des hessischen Rundfunks.

Aber natürlich gibt es andere Stimmen:

Die journalistische Glaubwürdigkeit des Hessischen Rundfunks bekam diese Woche erneut einen Dämpfer“, so der Kreisanzeiger aus Bad Hersfeld.

Erneut? Anfang Mai gab es von »DWN« die  «Information«, der HR habe sich erneut eine Einstweilige Verfügung eingehandelt. Diese kam laut »DWN« vom ehemaligen Amazon-Wachdienst, der sich dagegen zur Wehr gesetzt hat, pauschal als rechtsextremistische Organisation bezeichnet zu werden.

Manche Medien/Blogger scheinen sich mit Vorliebe an öffentlich-rechtlichen Sendern abzuarbeiten. Da greift man auch mal auf Informationen zurück, die ein [sic?] Journalist, im konkreten Fall des Kreisanzeiger Bad Hersfeld, veröffentlicht hat. Muss man das glauben? Mir reichen die wenigen Informationsquellen nicht aus, um mir ein schlüssiges Bild zu machen. Ich wäre der Erste, der Abbitte leistet, wenn sich herausstellt, dass bei der Amazon-Reportage des hessischen Rundfunks etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Ich hoffe, dass sich das noch klären lässt. Das Interesse der Öffentlichkeit daran scheint jedenfalls nicht sonderlich groß zu sein. Der Shitstorm ist längst vergessen. (weiterlesen …)

Spitzen- Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Spitzen- Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Die Methoden westdeutscher Pharmakonzerne erinnern nicht nur an Horror-Streifen

Die Diskussion um höhere Steuern führte zu den erwarteten Drohungen mancher Unternehmensvertreter mit pflichtschuldigster Unterstützung der üblichen Verdächtigen unter unseren Politikern.

Das ging dann etwa so: Seht euch doch nur an, was in Frankreich passiert. Die Kapitalflucht hat dort riesige Dimensionen erreicht, nachdem die pösen Sozialisten unter Hollande ihre Pläne verwirklicht haben. Natürlich folgte auf dem Fuße, dass durch Steuererhöhungen Arbeitsplätze verloren gingen etc. pp. Bei leeren Drohungen lassen es manche nicht bewenden. Das ist so. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass alle mit dem Enthusiasmus einiger weniger Unternehmer zum Standort Deutschland stehen. Zum Glück gibt es auch die, obwohl sie ihre Produkte auch im Ausland verkaufen.

Ich finde, zu dieser Debatte passt der Skandal, der mit jahrzehntelanger Verspätung aufgedeckt wurde und für den sich die Internet-Gemeinde nicht so richtig zu interessieren scheint. AdBlocker und Netzneutralität – ein freies Internet sind allemal bedeutender als ein paar Menschenleben in einem Staat, den es ja ohnehin längst nicht mehr gibt. Aber der Skandal ist ja andererseits auch nicht neu. Neu ist allerdings, dass damals über 50.000 Menschen betroffen waren.

Von westdeutschen Unternehmen wurden pharmazeutische Produkte an Menschen in der ehemaligen DDR ausprobiert. In den Medien ist von »Menschenversuche in der DDR«  die Rede – der Begriff führt bei  Google zu ganz schön vielen Treffern.

Bundesdeutsche Pharmakonzerne haben, so las ich es heute im Kölner Stadt-Anzeiger, nach dem damaligen Contergan-Skandal (Anfang der 60er Jahre) eine Möglichkeit gefunden, für kleines Geld ihre Produkte zu erproben. Das hört sich harmlos an. Aber es ist natürlich ein Verbrechen von großer Unmenschlichkeit.

Diese Geschehnisse sind in mancherlei Hinsicht für die Gegenwart beispielhaft. Die Argumentation bei den geplanten Steuererhöhungen folgt nämlich einer ähnlichen Logik. Es wurde nicht gedroht, sondern gehandelt. Die Menschenversuche wurden in ein Land verlegt, das dringend Devisen benötigte und in dem das Individuum nichts zählte. Die Kapitalisten der westdeutschen Pharmaindustrie fanden insofern damals in den Kommunisten einen kongenialen Partner.

Die Pharmaindustrie findet weltweit genügend andere Länder, deren Einwohner unter elendigen Verhältnissen leben und bei denen es unwahrscheinlich ist, dass es zu einer Wiedervereinigung mit Deutschland kommt und ein solcher Skandal aufgedeckt werden könnte.

Immobilienkrise überall – nur nicht hier

Bei uns legen die Leute, weil der Euro so unsicher ist, ihr Geld in Immobilien an. Die Preise steigen.

Wenn das der Grund ist, dass die Perle der Ratingagenturen (S&P) Deutschland als Lichtblick betrachtet, frage ich mich, wie lange es wohl dauert, bis sich auch dieser Trend zur Blase entwickelt hat. Und was mit Blasen passiert wissen wir ja längst. Die wird, begleitet von einem einem lauten Knall, die Spekulanten-Phantasien in die Luft gehen lassen.

Kapitalisten: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Kapitalisten: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Schweiz: Stop dem gemeinen Abzocker!

Auch dafür liebe ich die Schweizer! Wie würde das Ergebnis in Deutschland wohl aussehen, wenn hier eine Volksabstimmung »gegen die Abzockerei« durchgeführt würde? In diesem Land, in dem doch schon immer Neid das bestimmende Element im gesellschaftlichen Zusammenleben gewesen sein soll.

Das behaupten die Liberalen doch gern. Nachdem die EU jetzt die Boni der Bankmanager »reguliert« hat, hörten wir doch auch gleich den Aufschrei der Vertreter unserer Bankwirtschaft. Wir geraten jetzt (EU-weit) in einen gewaltigen Nachteil im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe.

Die besten Köpfe? Sind das vielleicht die, die uns diese ganze Scheiße eingebrockt haben und die trotzdem mit unverschämt hohem Bonus ihren Kindern ein vergoldetes Schaukelpferd zu Weihnachten schenken konnten, während andere nicht wissen, wie sie ihre Heizkosten aufbringen können?

Reguliert war da nix. Sonst hätte es diese Exzesse nicht geben können. Und die EU-Länder stecken nicht in der schwersten Krise seit Gründung der Union, weil Otto-Normalverbraucher über seine Verhältnisse gelebt hat, sondern weil irgendwelche Nimmersatte in den Chefetagen der Bankhäuser ihre betrügerischen feuchten Träume Phantasien nicht mehr in den Griff bekommen haben.

Vielleicht kommen die demokratischen Institutionen, was ich schon gar nicht mehr geglaubt hatte, nach und nach doch aus dem Quark und verhindern künftig die Monopolyspiele solcher unverantwortlichen Geldsäcke. Wenn es dazu Volksabstimmungen, wie in der Schweiz bedürfen sollte: Ich bin dabei! – mit Begeisterung.

Was gibt es Neues bei Amazon?

Für manche werden die Klagen der Zeitarbeitsfirma von Frau Siry aus Koblenz wohl auch nicht mehr sein als Trittbrettfahrerei.

Manche horchen auf und werden einmal mehr empört sein und wieder andere gehen mal locker zur Tagesordnung über. So sind wir halt. Ich habe mein Kundenkonto bei Amazon jedenfalls gekündigt. Andere Mittel, mein Missfallen an diesen Praktiken kundzutun, stehen mir ja leider nicht zur Verfügung. Ein Konsument hat nur die Chance über seinen privaten Konsum ein Signal zu setzen. Das stimmt im Kleinen wie im Großen.

Am Ende des Shitstorms ist es allen egal

Sollte alles gar nicht so schlimm gewesen sein? Die spanische »Kronzeugin«, Silvina Cerrada, der ARD-Reportage über Amazon erklärte inzwischen, ihre Aussagen seien zum Teil »verdreht« wiedergegeben worden. Sie ist seit November in einem Hotel als Aushilfe beschäftigt. In dem Hotel nämlich, in dem das ARD-Team gedreht hat. Die Unterbringung der ausländischen Leiharbeiter sei in der Reportage schlecht gemacht worden. Sie argumentiert auch schlüssig: »Wenn ich mich hier nicht wohl gefühlt hätte, würde ich doch nicht hier arbeiten wollen.«

Ich habe das Gefühl, dass das die Leute jetzt schon nicht mehr so richtig zu interessieren scheint. Eine ARD-Stellungnahme, finde ich, fehlt jetzt. Auf den ARD-Seiten wurden zwar die bisher öffentlich gewordenen Konsequenzen nach der Reportage dokumentiert, eine Stellungnahme des Reporter-Teams habe ich vergeblich gesucht.

Die »Linke Republik« machte also Jagd auf den Vorzeigekonzern »Amazon«. So in etwa könnte man das Stimmungsbild der letzten Tage zusammenfassen. Ein wichtiges Element der Kritik bildet die Tatsache, dass die Reportage von einem öffentlich-rechtlichen Medium gesendet wurde. Neben der Kritik an den Arbeitsverhältnissen bei Amazon wird leider kaum angesprochen, dass Amazon trotz Milliardengewinnen in Deutschland kaum Steuern bezahlt – wie auch andere große Internet-Giganten.  (weiterlesen …)

Meinungen zur ARD-Reportage über Amazon

Dazu habe ich einiges geschrieben und vor allem gelesen. Ich will euch zwei Links mit interessanten Beiträgen zum Thema ans Herz legen. Auch die jeweiligen Kommentare sind aufschlussreich.

1.) Von Nullen und Einsen: Welchen Schaden Amazon durch den Shitstorm nehmen wird? Gar keinen. Eine Übung in datengestütztem Zynismus

2.) Amazon-Bericht bei der ARD – Ist das wirklich Journalismus? » myBasti

3.) Ch. Schroer Verlag kündigt bei Amazon: »Wir ziehen Konsequenzen« | Sortiment | boersenblatt.net

Hier die ARD-Reportage bei Youtube:

Finanzmarktregulierungswahlkampf ist eröffnet

Ist ja schon praktisch, wenn man ziemlich genau weiß, dass die eigenen Vorschläge niemals in dem Rahmen umgesetzt werden können, wie man es rechtzeitig zum bevorstehenden Wahlkampf »verlautbart«. Die anderen werden diesen Wahnsinn schon verhindert! Nicht wahr, Frau Merkel!?

Und der Finanzplatz Frankfurt würde, so soufflieren die Bankenverbände, wird unter diesen Maßnahmen sehr leiden. Das Kapital ist doch bekanntlich so ein flüchtiges Reh. Oliver Welke hat vor einiger Zeit mal demonstriert, wie man damit umgehen sollte.

apple Produkte

Vielleicht sollten andere CEO’s von Tim Cook lernen?

Nicht erst seit die Finanzkrise gewisse Wahnsinnsmechanismen »der Märkte« in den Fokus rückten, wird von Experten beklagt, dass in zu vielen Aktiengesellschaften hauptsächlich auf gute Quartalsergebnisse geachtet wird. Es fehlten – so die Fachleute – die langfristigen Perspektiven, die für ein erfolgreiches Wirtschaften so eminent wichtig seien.

Schon unter diesem Aspekt verstehe ich die Klagen über Tim Cooks angebliche Kommunikationsprobleme nicht, die heute bei »Mac Life« thematisiert werden. Ganz abgesehen davon kann ich kaum ausdrücken, wie sympathisch mir die kritische Einstellung Tim Cooks gegen Verbrecher wie Goldman Sachs oder andere Ausgeburten der Wall Street grundsätzlich ist. Der Blick auf die Börsenkurse lenkt nur vom Wesentlichen ab und das sind die Kunden und Produkte eines Unternehmens. Und zwar immer noch – auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat.

Ich weiß, nicht wenige werden die Kritik an Tim Cook schon deshalb gern hören, weil sie aus Prinzip etwas gegen Apple haben. Allerdings weiß man, auch ohne eine Biografie von Steve Jobs gelesen zu haben, dass auch er immer eine ausgesprochen kritische Distanz zur Wall Street hatte.  (weiterlesen …)