Jetzt aber mal flott ein neues Geschäftsmodell entwickelt
Viele Leute scheinen davon echt überrascht zu sein, dass deutsche Zeitungen und Verleger mit Zähnen und Klauen ihre Pfründe verteidigen. Irgendwie war das ja schon immer verpönt — in Deutschland.
Also, wenn es um meine Existenz ginge, würde ich es nicht anders machen. Aber so viel Fairness darf man heute nicht verlangen. Dafür sind die Claims zu klar abgegrenzt und die Menschen zu aggressiv.
Eigentlich weiß keiner eine Lösung für das Problem. Aber alle erzählen, man müsse nur ein neues Geschäftsmodell für Zeitungen finden. Geschäftsmodelle haben es so an sich, dass die finanzielle Seite durchaus im Mittelpunkt allen Strebens steht. »Wie lässt sich mit dem neuen Internet 2.0 Geld verdienen?«. Die Begrifflichkeit »neuen Internet 2.0″ ist zwar ein Anachronismus, aber die Frage wurde in Bezug auf den Überlebenskampf von Zeitungen und Verlagen doch noch nicht beantwortet?! Oder habe ich was nicht mitbekommen?
Vielleicht ist es auch ein stückweit Panik, die in der FAZ Einzug gehalten hat. Einem Bericht des Hamburger Abendblatts zufolge soll die FAZ das Jahr 2012 mit einem Verlust von 10 bis 20 Mio. Euro abschließen. Das würde die Sache erklären, das Vorgehen und Verhalten insgesamt aber nicht entschuldigen. Quelle
So, so. Wir lesen, dass beim Spiegel eine Entlassungswelle bevorsteht. Auch deshalb, weil nicht genug Geld verdient wird. Die strukturellen Veränderungen schaffen auch Verlage nicht, denen man bisher anderes zugetraut hatte. Aber die drängenden Fragen müssen die Kritiker natürlich nicht beantworten. Sie ergötzen sich – wie immer im Internet – am Schauspiel.