politische Satire, Foto von just.Luc, Flickr.com

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Natürlich kann man sich auch über die Inkontinenz alter Menschen lustig machen

Es macht überhaupt keinen Sinn, sich mit einer Überzahl von Kirchen- und/oder Papst-Hassern anzulegen. Jene haben zu viel Spaß an der »Titanic« – Titelgeschichte. Und als Spaßverderber gefalle ich mir auch nicht.

Satire steht  unter Naturschutz. Es ist nicht mal schick, sich über Satire aufzuregen. Die – so ein ehernes Gesetz aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts – darf alles! Ich finde, jener gesellschaftlich verbriefte »Schutz« macht deutlich, wie groß seitdem der gesellschaftlich ausdrücklich legitimierte Mangel an gegenseitigem Respekt geworden ist. Wir nehmen das so lange nicht wahr, solange wir nicht persönlich betroffen sind.

Der Papst als Repräsentant einer mächtigen Amtskirche, die Institution der Kirche allgemein, die durch eigene Schuld ihren gesellschaftlichen Rückhalt in dieser immer schneller zu verlieren scheint, geben ein vortreffliches Ziel ab – beliebige Partei- und Regierungspolitiker tun dies ebenso.

politische Satire, Foto von just.Luc, Flickr.com

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Obwohl wir – zum Teil angeleitet durch unsägliche so genannte Comedy-Shows – immer mehr zu leichtfertigen Aussagen über Mitmenschen neigen und diese im Zweifel als »nicht so schlimm« abzutun, machen wir uns gleichzeitig Sorgen darüber, dass die Entsolidarisierung der Gesellschaft immer weiter voranschreitet; mit allen Folgen für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Sorge gilt verständlicherweise nicht zuletzt uns selbst. Wie schnell kann man selbst Opfer von »Boshaftigkeiten« werden, deren Wirkung man selbst nur mit Mühe verarbeitet? Ich las in der Zeitung, dass Fälle von ärztlich diagnostizierten Burnout-Fällen in erschreckendem Ausmaß zugenommen haben. Das Thema Mobbing am Arbeitsplatz spielt in unserer Zeit eine immer größere Rolle.

All diese Gedanken spielen im Internet keine Rolle. Die meisten sind anonym unterwegs, legen darauf auch höchsten Wert und betrachten die Anonymität als eine Voraussetzung für Meinungsfreiheit.  Dabei schlagen wir uns nur zu gern auf die Seite von Krakeelern.  Oft scheint es, als hätten wir Spaß daran, andere zu kritisieren, zu beschimpfen oder zu beschuldigen. Wir übersehen, dass wir ganz schnell auch zum Opfer werden können.

Foto: politische Satire, Foto von just.Luc, Flickr.com

aktualisiert: 11.07.2012 → Dieser Artikel wurde bisher 720 mal aufgerufen

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