Es war mal Licht - Tobias Bräuning / pixelio.de

30 Minuten stromlos

Ich hatte gerade eine Telefonkonferenz beendet und war dabei, ein paar Zahlen aufzubereiten. Außerdem,  fand ich, wäre es Zeit, mir ein Glas kühlen Weißwein zu gönnen. Es ist ja schon wieder ganz schön schwül geworden. Ich stand also am Kühlschrank und schüttete mir ein Gläschen ein. Da sah ich,  dass plötzlich die Leuchte unserer Einbauküche, die sich direkt neben dem Kühlschrank befindet, aus ging. 

Das ist nichts besonderes. Weiß der Himmel,  wie oft ich die »Birnchen« schon ausgetauscht habe. Moderne Technik. Angeblich sollen es Sparlampen sein. Is klar. Erst jetzt fiel mir auf, dass auch die anderen Leuchten komplett ausgefallen waren. Ich brummelte vor mich hin: Das darf aber jetzt nicht wahr sein — scheiß Technik.

Erst jetzt begriff ich, dass wir in der ganzen Wohnung keinen Strom mehr hatten.  Zuerst sah ich in den Sicherungskasten. Fehlanzeige. Inzwischen hörte ich schon ein paar Nachbarn im Flur rumoren. Aha, ein allgemeines Problem also. Ich weiß jetzt nicht, woran es lag. Unser Viertel war jedenfalls komplett stromlos. Knappe 30 Minuten lang. Ich dachte, vielleicht war es ja doch unklug, alle Kernkraftwerke so eilig vom Netz zu nehmen. Wenns darauf ankommt, will es wieder keiner gewesen sein…

Es war mal Licht - Tobias Bräuning  / pixelio.de

Es war mal Licht – Tobias Bräuning / pixelio.de

Außerdem überlegte ich, was meine Frau wohl glauben würde, wenn sie mich jetzt übers Festnetz versuchen würde, anzurufen. »Der führt mal wieder Dauergespräche.« Oder so ähnlich. Dabei ist genau das – wie doch jeder wissen könnte – nicht meine Domäne, sondern absolut die Ihre.

Die Erfahrung, selbst eine kurze Weile ohne Strom zu sein (und wenn es eben »nur« 30 Minuten« sind) tut vielleicht ganz gut.  Sorgen machte ich mir, dass es heute Abend vielleicht nichts Warmes zu essen geben könnte. Aber dafür hatte ich flott eine Lösung im Sinn. Unsere Autos funktionieren ja (noch) ohne Strom und wenn nicht das nächste, so hat doch das übernächste Restaurant ganz sicher Strom fürs Steak. Nun gibt’s stattdessen frischen Lachs an Kartoffelrösti. Auch nicht verkehrt. Und selbstgemacht.

Foto: Tobias Bräuning  / pixelio.de

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