War der Skandal, dass man Worte eines alten Griechen falsch übersetzt oder dass man ihn überhaupt interviewt hat?

Es ist manchmal wirklich seltsam, welche Leute in Nachrichtensendungen zu Wort kommen. Mancheiner fragt sich, ob dahinter System stecken könnte.

Da wird beispielsweise kommentarlos ein älterer Wähler der Konservativen mit den Worten »Wir werden haushalten, brave Bürger sein und nicht Zigeuner« zitiert, um dann nahtlos zu den Anhängern von Syriza umzuschalten. Vorsatz oder Fahrlässigkeit? Die Sondersendung der Tagesthemen wurde in der Halbzeitpause des gestrigen Fußballspiels gezeigt und hatte geschätzte 20 Millionen Zuschauer.

In vielen Meldungen wurde suggeriert, dass die Übersetzung des »älteren Wählers« falsch gewesen wäre:

Darin kam ein älterer Grieche zu Wort, den die Redakteurin mit den Worten »Wir werden haushalten, brave Bürger sein und nicht Zigeuner« übersetzte.

Keine Ahnung, ob es ein Übersetzungsfehler war. Jedenfalls war der Eklat angerichtet. Sofort meldeten sich die üblichen Empörten zu Wort. Frau Piel (ARD) hat sich sofort entschuldigt. Ich weiß nicht, ob sie sich für die falsche Übersetzung, die Auswahl des alten Griechen oder die 20 Millionen Zuschauer entschuldigte, die den Skandal erst richtig zum Skandal gemacht haben.

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