Toll, wenn man bei diesem Traumwetter arbeiten muss

Meine Frau musste heute Nachmittag – wieder mal – arbeiten. Und das bei diesem Traumwetter. Eine Schande! So bin ich dann also alleine losgezogen.

Wenn man heute im Einzelhandel beschäftigt ist, kommt das Familienleben oft zu kurz. Darüber darf man aber nicht sprechen, weil das ja nur denen in die Hände spielen würde, die in diesem Land sowieso nichts als die reinste »Servicewüste« sehen. Und die meisten interessiert das Thema eigentlich auch nicht besonders.

Mein Wehklagen wird von denen, die sich für den Wegfall der Ladenschlusszeiten eingesetzt haben, mit dem stereotypen Argument gekontert, dass es für andere Berufsgruppen ja schließlich auch schon immer selbstverständlich gewesen sei.

Ich bin zum Beispiel die Woche über nicht zu Hause. Warum sollte ich es dann toll finden, wenn meine Frau am Wochenende abwesend ist? Der nächste Termin (Pfingsten) steht auch schon fest. Da muss sie, wie fast jedes Jahr, montags arbeiten. Das ist eine Sache, die ich den Liberalen nicht verzeihe. Nicht, dass einer denkt, dass diese Zeiten besonders bezahlt würden. Mitnichten! Der Einzelhandel bezahlt generell beschissen.

Eine der tollen Errungenschaften, die uns die Liberalen aufgedrängt haben. Auch dafür kriegen sie jetzt die Quittung. Wenn es nach mir geht jedenfalls.

In den erweiterten Ladenschlusszeiten sehe ich bis heute nicht einen Vorteil. Ganz anders sehen das naturgemäß diejenigen, die nicht im Handel arbeiten. Die freuen sich darüber, dass sie Zeit zum Shoppen haben. Scheiße! Und ich kann allein diesen wunderschönen vorzeitigen Sommertag genießen. Vielen Dank auch – ihr Egoisten!

Foto von Andreas Dengs @ Pixelio.de

aktualisiert: 06.04.2012 → Dieser Artikel wurde bisher 133 mal aufgerufen

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