Schutz vor Entführung: Ein Kind wie ein Fahrrad mit einer Eisenkette an den Baum gefunden

Eben habe ich ein Foto gesehen, das mich richtig erschüttert hat. Es zeigt einen kleinen chinesischen Jungen, vielleicht zwei Jahre alt, der mit einer Fußfessel an einen Baum angebunden ist. Die Kette hat einige Meter Länge. Das Foto scheint in irgendeiner chinesischen Großstadt entstanden zu sein. In dem Zeitungsbeitrag, in dem das Foto abgebildet war, wurde erklärt, dass der Vater den Jungen deshalb an den Baum angekettet hat, damit er nicht entführt werden kann. Er hat niemanden, der tagsüber auf das Kind aufpassen könnte – während er seiner Arbeit nachgeht.

Da muss ich wieder daran denken, wie privilegiert meine Kindheit und die der meisten meiner Freunde und Bekannten war. Dafür müssen wir unseren Eltern ewig dankbar sein. Und wirtschaftlich gesehen waren das damals auch nicht gerade rosige Zeiten (50er Jahre).

Amazon Reportage

Amazon Reportage

Was haben Amazon und die GEZ – Gebühren gemeinsam?

Von der Reportage des Hessischen Rundfunks über die Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon hört man nichts mehr. Der letzte Stand ist, dass der HR seinerseits eine einstweilige Verfügung gegen die Firma erwirkt hat, die groß in die Öffentlichkeit hinausposaunt hatte, ihrerseits eine solche gegen den HR  erwirkt zu haben. Die Reportage kann man sich im Internet ansehen. Es wird behauptet, dass einige Passagen gekürzt wären. Interessant, ich habe nämlich keine Quelle finden gefunden, die das bestätigen würde. Ich bleib dran und schreibe auch noch einmal an den HR.

Jetzt wird erstmals gestreikt — bei Amazon. Das kann niemand wegkommentieren. Und die Gründe dafür schon gar nicht. Ich sehe das Verhalten des Konzern in einer Linie mit den Aussagen der Reportage des hessischen Rundfunks.

Aber natürlich gibt es andere Stimmen:

Die journalistische Glaubwürdigkeit des Hessischen Rundfunks bekam diese Woche erneut einen Dämpfer“, so der Kreisanzeiger aus Bad Hersfeld.

Erneut? Anfang Mai gab es von »DWN« die  «Information«, der HR habe sich erneut eine Einstweilige Verfügung eingehandelt. Diese kam laut »DWN« vom ehemaligen Amazon-Wachdienst, der sich dagegen zur Wehr gesetzt hat, pauschal als rechtsextremistische Organisation bezeichnet zu werden.

Manche Medien/Blogger scheinen sich mit Vorliebe an öffentlich-rechtlichen Sendern abzuarbeiten. Da greift man auch mal auf Informationen zurück, die ein [sic?] Journalist, im konkreten Fall des Kreisanzeiger Bad Hersfeld, veröffentlicht hat. Muss man das glauben? Mir reichen die wenigen Informationsquellen nicht aus, um mir ein schlüssiges Bild zu machen. Ich wäre der Erste, der Abbitte leistet, wenn sich herausstellt, dass bei der Amazon-Reportage des hessischen Rundfunks etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Ich hoffe, dass sich das noch klären lässt. Das Interesse der Öffentlichkeit daran scheint jedenfalls nicht sonderlich groß zu sein. Der Shitstorm ist längst vergessen. (weiterlesen …)

Rentenaussicht - Foto Bernd Kasper / pixelio.de

Rentenaussicht - Foto Bernd Kasper / pixelio.de

Maybrit Illner und die Beamtenpensionen

Eines vorweg: Katharina Nocun, neue politische Geschäftsführerin der Piraten, war bei ihrem ersten Fernsehauftritt im neuen Amt überzeugend. Sie stellte aus meiner Sicht die richtigen Fragen und machte Änderungsvorschläge, die wahrscheinlich vielen Zuschauern gefallen haben.

Ihr Konter an die Adresse des CDU-Politikers Michael Fuchs, der mit seinem »Riester-Wissen« auftrumpfen wollte und ausgerechnet einen Versicherungsvertreter als Quelle dafür anführte, saß: „Wenn Sie eine Meinung zur Riesterrente habe wollen, fragen Sie einen Versicherungsvertreter?“. Fuchs entgegnete in einem (zu erwartenden!) belehrenden Ton: »Hier in Berlin, und dass werden sie dann ja noch kennen lernen, wenn Sie häufiger hier sind, gibt es jede Menge Verbände und mit diesen Verbänden können Sie sich unterhalten.“

Mit diesem Spruch hätte Frau Nocun ihn richtig in die Enge treiben können. Die Bevölkerung glaubt sicher nicht mehr daran, dass etwas halbwegs Gutes dabei herauskommt, wenn man Gesetze unter Mithilfe von Interessenverbänden — in diesem Fall der Versicherungsbranche — formulieren lässt. Was »Riester-Renten« taugen, und wem sie Gewinne einbringen, haben längst alle verstanden!

Die Politik hat einen schweren Stand in der Rentendebatte. Jedenfalls die Parteien, die seit der misslichen Entwicklung mit Beginn dieses Jahrtausends in Regierungsverantwortung gestanden haben. Seitdem kam es einen Kaufkraftverlust von 22 Prozent im Osten und im Westen von 17 Prozent. Das sind offizielle Zahlen der Bundesregierung vom letzten Jahr.

Nocun bezeichnete die fortwährenden Diskussionen und die Flickschusterei um die Rentenversicherung als Angstdebatte. Diese gelte es dringend zu beenden. Recht hat sie!

Nur, wie lösen wir denn die Probleme, die unsere Rentenversicherung trotzdem weiterhin haben wird? Für mich war es beruhigend zu hören, dass auch junge Leute den Generationenvertrag, auf dem die gesetzliche Rentenversicherung basiert, anderen Finanzierungsformen den Vorzug geben.

Den schwersten Stand in der Diskussionsrunde hatte der Vorsitzende des deutschen Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt. Er verteidigte die Pensionen und deren Höhe im Vergleich zum miesen Rentenniveau des heutigen und künftigen Rentenempfängers. Richtig überzeugend waren seine Argumente nicht. Dafür waren die Vorhaltungen und die Vorurteile, mit denen er sich herumzuplagen hatte, zu präsent und ausgeprägt. (weiterlesen …)

Justitia - Foto Lupo / pixelio.de

Justitia - Foto Lupo / pixelio.de

Wir mir dieses braune Gesochse in diesem Land auf den Nerv geht!

Seit Monaten jammern sie schon darüber, dass der NSU vorverurteilt würde. Der Prozess sei nur ein Schauprozess. Diese Arschlöcher waren aber die ersten, als sie den mutmaßlichen (natürlich!) türkischen Mörder des Johnny K. auf Teufel komm raus vorverurteilt haben.

Das erwähne ich, weil ich es ums Verrecken nicht ab kann, wenn diese braune Pest sich pausenlos an unserem demokratischen Rechtsstaat abarbeitet. Niemand scheint sich berufen zu fühlen, dagegen was zu tun. Ich meine nicht das NPD-Verbot, das ohnehin nichts bringt. Da hatte Philipp Rösler ausnahmsweise mal Recht, als er fand, dass man Dummheit nicht verbieten könne. Aber es ist eben eine gefährliche und ansteckende Dummheit!

Die Nazis sind darauf aus, Justiz und Demokratie zu schädigen. Also den Staat insgesamt. Sie wollen die laufende Gerichtsverhandlung ad absurdum führen. Es gibt Tendenzen in unserer Bevölkerung, die es so aussehen lassen, als könnte das auch gelingen. Demokraten müssen zeigen, wie sie zu solchen Leuten stehen und nicht mit ihnen ins selbst Horn blasen — in total dämlichen, bescheuerten Leserbriefen beispielsweise. Das tun manche aus dem Grund, weil Frau Zschäpe heute wieder einen schicken Hosenanzug trug oder mit ihren Anwälten blöde Witzchen machte.

Piratenpartei: Zoff, Frust und das Ende

Heute hat Jan Leutert, Piraten, seinen Austritt aus der Partei erklärt! Vielleicht sieht seit längerer Zeit ein Teil der Parteiarbeit bei den Piraten so aus, wie die Kommentare zu dieser Austrittserklärung es nahelegen? Damit will ich nicht provozieren!

Unter den Voraussetzungen, glaube ich, würden die meisten das Handtuch werfen. Vor allem die, die sich mit viel Einsatz darum bemüht haben, alternative Politik zu machen.

Solche Vorgänge, auch wenn es nur vereinzelte Beispiele wären, sind nicht nur für die »betroffenen« Piraten dramatisch. Sie sind ein Beleg dafür, dass die sehnlichst gewünschte Veränderung tradierter Politikarbeit zu oft damit kollidiert, dass wir unseren Egoismus nicht mehr unter Kontrolle bringen. Wir erweisen uns damit als politikunfähig. Das schlimmste daran ist, dass wir die Ziele aus den Augen verlieren.

Spitzen- Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Spitzen- Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Die Methoden westdeutscher Pharmakonzerne erinnern nicht nur an Horror-Streifen

Die Diskussion um höhere Steuern führte zu den erwarteten Drohungen mancher Unternehmensvertreter mit pflichtschuldigster Unterstützung der üblichen Verdächtigen unter unseren Politikern.

Das ging dann etwa so: Seht euch doch nur an, was in Frankreich passiert. Die Kapitalflucht hat dort riesige Dimensionen erreicht, nachdem die pösen Sozialisten unter Hollande ihre Pläne verwirklicht haben. Natürlich folgte auf dem Fuße, dass durch Steuererhöhungen Arbeitsplätze verloren gingen etc. pp. Bei leeren Drohungen lassen es manche nicht bewenden. Das ist so. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass alle mit dem Enthusiasmus einiger weniger Unternehmer zum Standort Deutschland stehen. Zum Glück gibt es auch die, obwohl sie ihre Produkte auch im Ausland verkaufen.

Ich finde, zu dieser Debatte passt der Skandal, der mit jahrzehntelanger Verspätung aufgedeckt wurde und für den sich die Internet-Gemeinde nicht so richtig zu interessieren scheint. AdBlocker und Netzneutralität – ein freies Internet sind allemal bedeutender als ein paar Menschenleben in einem Staat, den es ja ohnehin längst nicht mehr gibt. Aber der Skandal ist ja andererseits auch nicht neu. Neu ist allerdings, dass damals über 50.000 Menschen betroffen waren.

Von westdeutschen Unternehmen wurden pharmazeutische Produkte an Menschen in der ehemaligen DDR ausprobiert. In den Medien ist von »Menschenversuche in der DDR«  die Rede – der Begriff führt bei  Google zu ganz schön vielen Treffern.

Bundesdeutsche Pharmakonzerne haben, so las ich es heute im Kölner Stadt-Anzeiger, nach dem damaligen Contergan-Skandal (Anfang der 60er Jahre) eine Möglichkeit gefunden, für kleines Geld ihre Produkte zu erproben. Das hört sich harmlos an. Aber es ist natürlich ein Verbrechen von großer Unmenschlichkeit.

Diese Geschehnisse sind in mancherlei Hinsicht für die Gegenwart beispielhaft. Die Argumentation bei den geplanten Steuererhöhungen folgt nämlich einer ähnlichen Logik. Es wurde nicht gedroht, sondern gehandelt. Die Menschenversuche wurden in ein Land verlegt, das dringend Devisen benötigte und in dem das Individuum nichts zählte. Die Kapitalisten der westdeutschen Pharmaindustrie fanden insofern damals in den Kommunisten einen kongenialen Partner.

Die Pharmaindustrie findet weltweit genügend andere Länder, deren Einwohner unter elendigen Verhältnissen leben und bei denen es unwahrscheinlich ist, dass es zu einer Wiedervereinigung mit Deutschland kommt und ein solcher Skandal aufgedeckt werden könnte.

AdBlocker - Foto von Gerd Altmann / pixelio.de

AdBlocker - Foto von Gerd Altmann / pixelio.de

Adblocker raus, um dann irgendeinen Scheißdreck zu lesen?

Ich wollte ja nicht so sein und habe gestern für zwei Publikationen (»Golem« und »FAZ«) meinen Adblocker ausgeschaltet. Heute sollte das auch bei »Spiegel Online« passieren.

Doch was sehe ich, gleich nachdem ich das gemacht habe? Werbung von der INSM – Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Die wollten bei diesem ersten Kontakt auch gleich von mir wissen, ob ich die sogenannten »Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010« gerecht fände.

Leute, ich mach ja schon viel mit. Aber den Scheiß müsst ihr nicht bewerben! Also: Adblocker wieder rein.